Tipps zu wasserlöslichen Ölfarben

Die wichtigsten Infos und Tipps

zu wasserlöslichen Ölfarben 

Einer der Hauptgründe, weshalb viele Künstler bevorzugt mit Ölfarben malen, liegt in deren einzigartiger Farbintensität und Farbbrillanz.  

Der richtige Umgang mit Ölfarben erfordert zwar ein wenig Übung, schließlich gilt die Ölmalerei nicht umsonst als die Königsdisziplin der Malerei, lässt sich aber gut erlernen und wenn die Grundregeln eingehalten werden, wird der Künstler mit tollen Ergebnissen belohnt.

Verglichen mit den Ansprüchen, die Ölfarben an den Künstler stellen, empfinden viele jedoch den Geruch von Ölfarben als größeren Nachteil. Der mitunter unangenehme Geruch geht auf den Einsatz von Lösungsmitteln zurück. Als Alternative zu den traditionellen Ölfarben sind daher seit einigen Jahren auch wasserlösliche Ölfarben erhältlich. 

 

Wodurch sich diese Farben auszeichnen und worauf es bei der Verwendung zu achten gilt, erklärt die folgende Übersicht mit den wichtigsten Infos und Tipps zu wasserlöslichen Ölfarben:

 

Was sind wasserlösliche Ölfarben? 

Traditionelle Ölfarben setzen sich im Wesentlichen aus Farbpigmenten und Öl zusammen. Das Öl dient als Bindemittel und schließt die Farbpigmente fest ein. Dies führt einerseits dazu, dass Ölfarben intensiv und brillant leuchten, hat andererseits aber auch zur Folge, dass Ölfarben nur sehr langsam trocknen.  

Um die Ölfarben streichfähig zu machen, wird in aller Regel Terpentin verwendet und dieser Einsatz von Lösungsmitteln ist für den eher unangenehmen Geruch verantwortlich. Wasserlösliche Ölfarben bestehen ebenfalls aus Farbpigmenten und Öl als Bindemittel. Zusätzlich dazu enthalten sie aber noch einen Emulgator, durch den auf Lösungsmittel verzichtet werden kann.  

Insofern sind wasserlösliche Ölfarben im Prinzip ganz normale Ölfarben, nur dass sie nicht so unangenehm riechen wie traditionelle Ölfarben.  

 

Wie werden wasserlösliche Ölfarben verwendet? 

Auch wenn wasserlösliche Ölfarben ohne Lösungsmittel auskommen, sind sie grundsätzlich ganz normale Ölfarben. Daher können wasserlösliche Ölfarben genauso verarbeitet werden wie traditionelle Ölfarben. Das bedeutet, auch wasserlösliche Ölfarben eignen sich für die in der Ölmalerei typischen Maltechniken und können beispielsweise pastös, lasierend, in der Spachteltechnik oder alla prima aufgetragen werden. 

Werden die Farben unverdünnt, direkt aus der Tube vermalt, bleibt wie auch bei traditionellen Ölfarben der Pinselstrich sichtbar und die für die Ölmalerei charakteristische Struktur entsteht. Dabei gilt die Grundregel der Ölmalerei, die besagt, dass immer fett auf mager gemalt wird, auch bei wasserlöslichen Ölfarben. Ein Ölbild baut sich in aller Regel aus mehreren Schichten auf und jede Farbschicht muss fetter sein als die vorhergehende Farbschicht.  

Je fetter eine Farbschicht ist, desto flexibler ist sie und dies wiederum ist wichtig, um unschöne Risse zu vermeiden. Vor allem wenn in der Alla-Prima-Technik gemalt wird, das Bild also ohne Wartezeiten in einem Arbeitsgang entsteht, ist zudem ratsam, von dunkel nach hell zu malen. Anfänger machen häufig den Fehler, die Farben spontan aufzutragen und mit dunklen Farben auch in helle oder weiße Farbflächen hineinzumalen.  

Das Ergebnis sind jedoch häufig Farben, die schmutzig und verschmiert wirken. Für ein stimmiges Gesamtbild ist daher empfehlenswert, mit den dunklen Farben zu beginnen, sich dann Schritt für Schritt zu den hellen Farben vorzuarbeiten und zum Schluss Lichter mit weißer Farbe zu setzen.

 

Worauf gilt es beim Umgang mit

wasserlöslichen Ölfarben zu achten? 

Neben dem angenehmeren Geruch wird als weiterer großer Vorteil von wasserlöslichen Ölfarben häufig angeführt, dass diese mit Wasser vermischt werden können. Grundsätzlich ist es zwar möglich, wasserlösliche Ölfarben mit Wasser zu verdünnen, allerdings ist dies nicht empfehlenswert.  

Die Folge von Wasser in den Ölfarben kann nämlich sein, dass die Farben nicht mehr richtig auf dem Malgrund haften. Hinzu kommt, dass die Farben deutlich an Farbbrillanz einbüßen und stattdessen schmierig-schmutzig wirken. Zudem lässt sich eine mit Wasser verdünnte Farbe meist nicht mehr richtig mit anderen Farbtönen mischen. Um eine gute Haftung sicherzustellen und die für Ölfarben typische, klare Farbintensität aufrechtzuerhalten, sollten daher auch wasserlösliche Ölfarben immer nur mit Leinöl oder einem anderen Malmittel verdünnt werden. Zum Reinigen der Pinsel und der Malwerkzeuge hingegen reichen Wasser und Kernseife völlig aus.  

Hier kann also, anders als bei traditionellen Ölfarben, tatsächlich auf den Einsatz von Terpentin verzichtet werden. Häufig wird außerdem als Vorteil benannt, dass sich wasserlösliche Ölfarben mit anderen Farbsorten wie beispielsweise Acrylfarben mischen lassen. In der Praxis hat sich aber gezeigt, dass wasserlösliche Ölfarben, die mit Acrylfarben, traditionellen Ölfarben, Gouachefarben oder anderen Farbsorten vermischt wurden, zu wenig überzeugenden Ergebnissen führen.  

Es ist zwar möglich, auf einem Ölbild Acryl- und Ölfarben miteinander zu kombinieren, indem für die Untermalung die schnell trocknenden Acrylfarben verwendet werden, ein direktes Mischen der beiden Farbsorten ist jedoch nicht zu empfehlen.   Etwas widersprüchliche Informationen finden sich im Hinblick auf die Trocknungszeiten. Während die einen sagen, wasserlösliche Ölfarben würden wesentlich schneller trocknen als traditionelle Ölfarben und schon nach etwa vier Tagen wären selbst dicke Farbschichten durchgetrocknet, vertreten andere die Auffassung, dass wasserlösliche Ölfarben niemals komplett durchtrocknen würden.  

Beides ist letztlich so nicht richtig. Wasserlösliche Ölfarben sind strenggenommen ganz normale Ölfarben, bei denen lediglich ein Emulgator das Lösungsmittel ersetzt. Insofern ist die Trocknungszeit bei wasserlöslichen Ölfarben vergleichsweise lang und dabei deutlich länger als bei Acrylfarben, aber etwas kürzer als bei traditionellen Ölfarben.  

Als grobe Richtlinie gilt, dass die Farboberfläche je nach Dicke der Farbschicht und je nach Menge des hinzugefügten Malmittels nach einer bis vier Wochen soweit abgebunden hat, dass sie problemlos angefasst oder übermalt werden kann. Bis das Ölbild aber vollständig durchgetrocknet ist und ein Schlussfirnis aufgetragen werden kann, dauert es sechs bis zwölf Monate.

 

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