Einkaufstipps rund um das Malmaterial

Einkaufstipps rund um

das Malmaterial

 

Wenn es darum geht, Malmaterialien für die Ölmalerei zu kaufen, spielen zwei Faktoren eine wichtige Rolle. So sollten die Materialien zum einen eine gute Qualität aufweisen, zum anderen sollte aber auch das Preis-Leistungsverhältnis stimmen. Eine recht große Auswahl und meist auch moderate Preise bieten Onlineshops.

Nachteilig ist hier allerdings, dass sich der Künstler rein auf die Beschreibungen und Produktbilder verlassen muss. Zudem ist es oft ein wenig mühsam, sich durch das gesamte Angebot zu klicken und es kann einige Tage dauern, bis die bestellte Ware ankommt. Künstlerbedarf- und Bastelgeschäfte vor Ort können meist in Sachen Beratung punkten.

Allerdings lässt das Sortiment vielfach nur eine begrenzte Auswahl zu und die Preise sind oft höher als im Online- und Versandhandel. Für welchen Weg sich der Künstler entscheidet, bleibt letztlich also seinem Geschmack überlassen. Aber worauf gilt es bei der Auswahl eigentlich überhaupt zu achten?

 

Hier ein paar Einkaufstipps rund um das Malmaterial in der Übersicht:

 

Die Ölfarben

Ölfarben werden grundsätzlich in drei verschiedenen Qualitäten angeboten, nämlich in Künstlerqualität, in Studioqualität und in Hobbyqualität. Insgesamt weisen alle Ölfarben eine durchaus akzeptable Qualität auf. Trotzdem können Hobbyölfarben und viele Ölfarben in Studioqualität nicht mit den hochwertigen Künstlerölfarben mithalten.

Die Qualitäts- und auch Preisunterschiede bei Ölfarben ergeben sich in erster Linie daraus, welche Farbpigmente verwendet wurden. Eine Ölfarbe, die hochwertige und reine Pigmente enthält, zeichnet sich durch eine hohe Farbbrillanz, eine intensive Leuchtkraft und eine gute Lichtechtheit aus.

Im Unterschied dazu wirkt eine Ölfarbe mit weniger hochwertigen oder unreinen Farbpigmenten stumpfer. Sie leuchtet weniger intensiv, verblasst schneller und lässt sich schlechter mit anderen Farbtönen mischen.   

Auf den Tuben finden sich üblicherweise zwei wichtige Angaben. So gibt es zum einen Sterne, die über die Lichtechtheit informieren. Je mehr Sterne eine Ölfarbe hat, desto beständiger ist sie gegenüber Licht. Allerdings verwenden die Hersteller jeweils ihre eigenen Bewertungssysteme, weshalb ein Vergleich der Farben allein anhand der angegebenen Sterne schwierig sein kann. Die zweite Angabe bezieht sich auf die Deckkraft.

Hier verwenden die Hersteller meist Kästchen, wobei ein leeres Kästchen lasierende, ein halbgefülltes Kästchen halbdeckende und ein ausgefülltes Kästchen deckende Ölfarben kennzeichnet. Bei der Auswahl von Ölfarben sollte darauf geachtet werden, dass die Deckeigenschaften zu der beabsichtigten Malweise passen. Mit lasierenden Farben ist es nämlich nicht möglich, deckend zu malen, während sich deckende Farben kaum für eine lasierende Malweise eignen. 

Grundsätzlich können Ölfarben miteinander gemischt werden, um neue, eigene Farbtöne zu kreieren. Allerdings kann es kleine Unterschiede im Hinblick auf den Ölgehalt geben. Aus diesem Grund ist es sinnvoller, mit Ölfarben von nur einem Hersteller zu arbeiten.

 

Die Grundausstattung

Im Handel sind Sets erhältlich, die neben Ölfarben in verschiedenen Farbtönen ein oder mehrere Malmittel und teilweise auch Werkzeuge wie Pinsel und Palette enthalten. Kostengünstiger ist es aber in aller Regel, sich die Grundausstattung selbst zusammenzustellen. Für den Einstieg reichen ein kleines Sortiment an Pinseln im mittleren Preissegment und eine ordentliche Leinwand aus.

Als Malmittel genügt ein kleines Fläschchen Balsam-Terpentinöl. Bei den Farben sollte jedoch nicht gespart werden. Schließlich sind die Ölfarben das Element, das über die Bildwirkung entscheidet. Statt einer großen Farbpalette an Hobby-Ölfarben ist es daher sinnvoller, zu hochwertigen Studiofarben oder gleich zu Künstlerölfarben zu greifen.

Dabei genügen Ölfarben in den Tönen Rot, Gelb, Blau, Schwarz und Weiß, denn aus diesen Farben können alle anderen Farben selbst angemischt werden.  

 

Die Pinsel

Bei der Auswahl der Pinsel spielen drei Faktoren eine Rolle, und zwar die Form, das Material und die Länge des Stiels. Der typische Pinsel in der Ölmalerei ist der Flachpinsel. Er eignet sich für alle Maltechniken und kann sowohl zum Anlegen von größeren Farbflächen als auch zum Malen von Linien und Details verwendet werden.

Sinnvoll ist, sich eine kleine Auswahl an Flachpinseln zusammenzustellen, wobei drei bis fünf Flachpinsel in verschiedenen Größen ausreichen. Daneben bieten sich ein Katzenzungen- und ein Vertreiberpinsel an. Ein Katzenzungenpinsel ist ein Flachpinsel mit abgerundeten Ecken, der hauptsächlich beim Setzen von Akzenten und Lichteffekten verwendet wird.

Ein Verteilerpinsel hat eine schmale, fächerförmige Pinselspitze und kommt zum Einsatz, um Ölfarben auf dem Bild ineinander zu ziehen und feine Farbverläufe zu gestalten. Als weitere Pinsel in der Ölmalerei werden Rund-, Schlepper-, Firnis- und Gummipinsel sowie Malmesser verwendet. Im Prinzip reichen mehrere Flachpinsel aber völlig aus, um ein Ölbild zu malen.

Im Hinblick auf das Material kommen sowohl Haar- als auch Borstenpinsel in Frage. Borstenpinsel hinterlassen sichtbare Pinselstriche auf dem Malgrund, Haarpinsel werden bei feineren Maltechniken verwendet. Bei der Auswahl von Pinseln sollte darauf geachtet werden, dass sich die Borsten fest und elastisch und die Haare weich und geschmeidig anfühlen. Zudem sollte die Pinselspitze eine klare Kontur haben.

Ob ein Pinsel mit langem oder mit kurzem Stiel verwendet wird, ist letztlich Geschmacksache. Mit einem Pinsel mit langem Stiel sind freiere, kreativere Bewegungen möglich und wenn das Bild auf einer Staffelei steht, ist ein langer Stiel oft etwas komfortabler. Liegt das Ölbild hingegen auf dem Tisch oder sollen feine Details gemalt werden, bevorzugen viele Künstler einen Pinsel mit kurzem Stiel.

 

Die Leinwand

Auch wenn prinzipiell andere Malgründe möglich sind, werden die meisten Ölbilder auf Leinwand gemalt. Dabei handelt es sich bei den Leinwandstoffen üblicherweise um Leinen oder Baumwolle. Leinen ist vergleichsweise reißfest und robust, zudem kann die mitunter grobe Oberflächenstruktur bewusst für die Bildwirkung verwendet werden.

Baumwolle ist nicht ganz so widerstandsfähig wie Leinen, dafür aber flexibler und kostengünstiger. Als grobe Faustregel gilt, dass der verwendete Leinwandstoff eine Grammatur zwischen 300 und 480 Gramm pro Quadratmeter haben sollte.

Bei dünneren Leinwandstoffen könnte sich die Farbe bis zur Rückseite durchschlagen, zudem lässt sich eine pastose Malweise nur bedingt umsetzen. Schwere Leinwandstoffe hingegen können es schwierig machen, Falten und Knicke vollständig zu entfernen. Im Hinblick auf die Kosten lohnt es sich, seine Keilrahmen selbst zu bespannen, wobei der verwendete Leinwandstoff dann vor dem Bemalen sorgfältig grundiert werden muss. Allerdings spricht auch nichts dagegen, fertig aufgespannte und vorgrundierte Leinwände für seine Ölbilder zu verwenden. 

 

Die Palette

Bei der Auswahl der Palette spielt eigentlich der persönliche Geschmack die entscheidende Rolle. Die traditionelle Palette in der Ölmalerei besteht aus einer flachen Holzplatte, hat ungefähr das Format DIN A4 und ist mit einem Loch für den Daumen ausgestattet.

Beim Malen liegt die Palette meist auf dem Unterarm auf. Mittlerweile ist die traditionelle Palette, die universell für Ölfarben in nahezu allen Konsistenzen verwendet werden kann, aber auch aus Kunststoff und Metall oder als Papierblock zum Abreißen erhältlich. Paletten mit kleinen Vertiefungen bestehen meist aus Kunststoff oder Porzellan und sind eigentlich für die Acryl- und die Aquarellmalerei entwickelt worden, eignen sich aber auch für Ölfarben.

Wird mit Ölfarben in sehr flüssigen Konsistenzen gemalt, bieten sich kleine Behälter und Gläser an. Als Universalersatz für eine richtige Palette kann aber auch einfacher Teller benutzt werden.

Generell gilt, dass das Material, aus dem die Palette besteht, den Ölfarben möglichst kein Öl entziehen sollte. Zudem erweisen sich Paletten in Weiß oder einem neutralen Farbton als praktisch, wenn es darum geht, gemischte Farben zu beurteilen.

Nach dem Malen sollte die Palette am besten direkt gereinigt werden. Hierfür wird die noch feuchte Ölfarbe mit einem Stück Küchenpapier abgenommen und die Palette anschließend mit etwas Terpentin abgerieben. Sind die Ölfarben bereits angetrocknet, sollten sie mit einem Spachtel oder einem Messer entfernt werden.

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