Die berühmtesten Kunstdiebstähle

Übersicht: die berühmtesten

Kunstdiebstähle der Geschichte 

Viele, die bewundernd vor einem berühmten Gemälde eines großen Meisters im Museum stehen, stellen sich vor, wie es wohl wäre, wenn sich dieses Gemälde in ihrem Besitz befände. An solchen Gedankengängen ist überhaupt nichts auszusetzen, denn schließlich ist es auch ein Zeichen von Anerkennung und Respekt, wenn jemand ein Gemälde so gelungen findet, dass er es gerne besitzen und in seiner Wohnung aufhängen würde.  

Aber nicht immer bleibt es bei diesen Gedanken. Kunstdiebstähle sind schon so alt wie die Kunst selbst und sowohl weltberühmte Kunstwerke als auch Werke, die nur in Expertenkreisen bekannt sind, haben im Laufe der Geschichte mitunter unfreiwillig den Besitzer gewechselt. 

Den Kunstdieben ging es dabei aber meist weniger um das Kunstwerk als solches, sondern vielmehr um den Gewinn, den sie sich davon erhofften. In vielen Fällen konnten die Kunstdiebstähle aufgeklärt werden und teilweise wurden die Kunstwerke durch den Kunstraub überhaupt erst berühmt. Insofern hatte der Kunstdiebstahl in diesen Fällen rückblickend sogar etwas Gutes.  

Die folgende Übersicht kümmert sich nun um einige der berühmtesten Kunstdiebstähle der Geschichte, genauso aber auch um einige skandalöse Kunstdiebstähle, die vor nicht allzu langer Zeit erst für Schlagzeilen gesorgt haben: 

 

Mona Lisa

 

Der Kunstdiebstahl der Mona Lisa jährt sich zum 100. Mal. Am 21. August 1911 stahl es der italienische Dekorationsmaler Vincenzo Peruggia, indem er das Gemälde einfach aus dem Rahmen herausschnitt und ganz entspannt das Gebäude verließ.  

Zwei Jahre lang blieb das Gemälde daraufhin verschwunden. Erst als es der Kunstdieb 1913 einem Antiquitätenhändler in Florenz zum Kauf anbot, wurde das Gemälde sichergestellt und der Kunstdieb von der Polizei verhaftet. Als Motiv gab er an einen patriotischen Racheakt an, denn er war der Meinung, Napoleon habe die Mona Lisa aus Italien gestohlen. Mit dieser Annahme hatte er sich allerdings geirrt, denn Leonardo da Vinci hatte die Mona Lisa für 4000 Goldtaler im Jahre 1514 an den französischen König Franz I. verkauft. 

Dennoch lässt sich dem Kunstdiebstahl auch etwas Gutes abgewinnen. Während heute jedes Kind die Mona Lisa kennt, war das Gemälde lange Zeit nur in Fachkreisen ein Begriff. Weltberühmt wurde die Mona Lisa erst durch den Kunstdiebstahl.  

 

Das Bernsteinzimmer 

Das berühmte Bernsteinzimmer wurde im Auftrag Friedrich I. angefertigt und war zunächst im Berliner Stadtschloss eingebaut. Sein Nachfolger Friedrich Wilhelm I, der als sogenannter Soldatenkönig in die Geschichte einging, erhielt Besuch vom russischen Zaren Peter dem Großen. Der Zar war überaus angetan von dem mit Bernstein verkleideten Zimmer, Friedrich Wilhelm I. hingegen konnte mit Kunst nicht allzu viel anfangen.  

Ihn beschäftigte vielmehr, dass er Soldaten mit Gardemaß für seine Leibgarde brauchte. Also kam es 1716 zu einem Austausch von Geschenken. Friedrich Wilhelm I. schenkte dem Zaren das Bernsteinzimmer, der ihm im Gegenzug Soldaten für seine Leibgarde zukommen ließ. Über viele Jahre war das Bernsteinzimmer im Katharinenpalast bei Sankt Petersburg eingebaut, ab 1942 wurde es im Königsberger Schloss ausgestellt.  

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verschwand das Bernsteinzimmer und ist seitdem verschollen, auch wenn es mittlerweile unzählige Theorien, Vermutungen und Legenden gibt, wo sich das Zimmer befinden könnte. Vieles deutet aber auf einen Diebstahl hin, denn mit einer Kommode und einem Steinmosaik sind zwei Inventarteile 1997 in Deutschland aufgetaucht.  

 

Friedrich und Turner 

1994 ließen sich drei Kunstdiebe unbemerkt in der Frankfurter Schirn Kunsthalle einschließen. In der Nacht überwältigen sie einen Nachtwächter und stahlen die “Nebelschwaden” von Caspar Davon Friedrich sowie “Shade and Darkness” und “Light and Colour” von William Turner.  

Während die Kunstdiebe recht schnell gefasst werden konnten, gelang es nicht, den eigentlichen Drahtzieher, einen gewissen Stevo, ausfindig zu machen. Die Tate Gallery, ursprüngliche Besitzerin der Turner-Gemälde, nahm jedoch Verhandlungen mit den Hehlern auf und konnte die beiden Gemälde schließlich zurückkaufen.  

Skandalös war, dass die Tate Gallery von der Versicherung mehr Geld zurückerhielt, als sie für den Rückkauf ausgegeben hatte. Später konnte auch das Gemälde von Friedrich zurückgekauft werden. Die Hehler setzten sich mit ihrem Gewinn nach Brasilien ab, zu einer Verurteilung kam es nie.      

 

Picasso 

Im Februar 2008 wurden zwei Bilder von Picasso aus der Pariser Wohnung seiner Enkelin gestohlen. Das eine Gemälde zeigt Picassos Tochter Maya mit einer Puppe, das andere Gemälde portraitiert Picassos zweite Frau Jacqueline.  

Der Wert dieser beiden sehr persönlichen Werke wird auf etwa 50 Millionen Euro geschätzt. Grundsätzlich gehören Picassos Gemälde zu den Werken, die am häufigsten Kunstdieben zum Opfer fallen. Dies mag einerseits daran liegen, dass vermutlich jeder den Künstler kennt und die Werke daher entsprechend wertvoll sind. Andererseits arbeitete Picasso fast schon besessen, so dass potenzielle Diebe aus rund 30.000 Grafiken, 7.000 Zeichnungen, 1.900 Gemälden, 3.200 Keramiken und 1.200 Skulpturen wählen können.  

 

Kunstsammlung Bührle und Museum für Moderne Kunst 

Die Kunstsammlung Bürhle in Zürich erlebte 2008 einen Überfall, der für Schlagzeilen sorgte, weil er mehr einem Banküberfall als einem Kunstdiebstahl glich. So kamen während der Öffnungszeiten gegen 16.30 Uhr vier maskierte Männer in das Museum, fuchtelten wild mit ihren Waffen herum, nahmen mit Werken von Cézanne, Degas, Monet und van Gogh vier der wertvollsten Gemälde mit und verschwanden wieder. 

Deutlich unspektakulärer hingegen gingen Kunstdiebe im Pariser Museum für Moderne Kunst im Jahre 2010 vor. Da die Alarmanlage bereits seit mehreren Wochen defekt war, konnten die Diebe ein Fenster auf der Gebäuderückseite aufschneiden und das Museum unbehelligt und offensichtlich auch vom Wachpersonal unbemerkt betreten. Die Diebe entwendeten fünf Kunstwerke, darunter ein Gemälde von Picasso und ein Gemälde von Matisse. 

Weiterführende Anleitungen und Tipps für Ölgemälde und Ölfarben: 

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