Moderne orientalische Malerei

Moderne orientalische Malerei

 

Wenn von moderner orientalischer Malerei die Rede ist, so gibt es zwei Möglichkeiten, um sich diesem Begriff zu nähern: Zum einen können mit moderner orientalischer Malerei Bilder und Gemälde gemeint sein, die den Zauber des Orients und den Charme aus 1001 Nacht in die eigenen vier Wände bringen. Zum anderen kann sich der Begriff auf moderne, aktuelle Versionen der orientalischen Malerei im Sinne der Kunst beziehen.

 

Eine kurze Erklärung zum Orient

Der Begriff Orient wird für das Morgenland verwendet. In Abgrenzung zum Abendland, der Gegend, in der die Sonne unterzugehen scheint und der Tag endet, ist das Morgenland die Region, in der die Sonne aufgeht und der neue Tag beginnt. Geographisch gesehen meint der Orient die Länder in Vorderasien, manchmal wird auch Nordafrika noch zum Orient dazugezählt.

Im weiteren Sinne wird unter Orient das gesamte Gebiet verstanden, das von der islamischen Kultur geprägt ist. Warum spielt das eine Rolle?

Nun, wenn vom orientalischen Stil die Rede ist, dann wird dies meist mit bestimmten Farben, Mustern und Motiven in Verbindung gebracht. Bildet hingegen die islamische Kultur den Ausgangspunkt, so haben die Muster und Motive nicht nur einen dekorativen Charakter. Stattdessen geht es um eine tiefer gehende Bedeutung und eine religiöse Symbolik.

 

Moderne orientalische Malerei – bezogen auf Bilder, Motive, Farben und Muster

Seit einiger Zeit erfreut sich der orientalische Einrichtungsstil großer Beliebtheit. Charakteristisch für den orientalischen Stil sind intensive, warme Farben und prächtige Verzierungen. Die Farbpalette erstreckt sich von sattem Gelb über leuchtendes Orange bis hin zu intensivem Rot und von dunklem Violett über edles Dunkelblau bis hin zu kräftigem Türkis. Ergänzt wird das Ganze durch warme Erdfarben und Akzente in Gold-, Silber- und Kupfertönen.

Orientalische Malerei

Bei den Mustern handelt es sich überwiegend um prunkvolle Verzierungen in Form von Ornamenten. Meist haben die Ornamente arabische, maurische oder persische Ursprünge. Weit verbreitet sind dabei florale Ornamente und Motive aus der Natur, wobei die Blüten, Blätter und Ranken zu kunstvollen Motiven zusammengesetzt sind. Solche Motive werden auch als Arabesken bezeichnet.

Sie können das Hauptdekor bilden oder als Rahmen für die kunstvolle Gestaltung der Randbereiche sorgen. Daneben nutzt die orientalische Malerei geometrische Muster, die aus Linien und geometrischen Grundformen bestehen. Ein weiteres großes und sehr wichtiges Thema beim orientalischen Stil sind Schmuckschriften. So werden verschiedene Kalligrafien oder auch nur einzelne Schriftzeichen kunstvoll in Szene gesetzt. Bilder und Gemälde, die als moderne orientalische Malerei den Einrichtungsstil aus 1001 Nacht aufgreifen, kennzeichnen sich durch bunte, tiefe Farben, prächtige Verzierungen und verspielte Dekore. Sie zeigen ornamentale Muster, Blumen, Tiere oder Motive aus der Natur.

Neben den eher abstrakt gehaltenen Bildern können moderne Malereien im orientalischen Stil aber auch Gegenständliches darstellen, etwa Szenen von einem orientalischen Basar, Bilder aus der Wüste oder Portraits von Beduinen. 

 

Moderne orientalische Malerei – bezogen auf Kunstbegriffe

Die Bezeichnung Moderne Malerei ist kein Kunstbegriff oder Kunstgenre im eigentlichen Sinne. Manchmal wird von moderner Malerei gesprochen, wenn es sich um Kunstwerke handelt, die aktuell oder in jüngerer Vergangenheit entstanden sind. Häufiger wird die Bezeichnung Moderne Malerei aber in Abgrenzung zu Gemälden im klassischen, traditionellen und altmeisterlichen Stil verwendet.

In diesem Sinne ist dann meist die abstrakte Malerei gemeint, die auch absolute oder gegenstandlose Malerei genannt wird. Die abstrakte Malerei kennzeichnet sich dadurch, dass sie nicht die echte, sichtbare und greifbare Wirklichkeit darstellt. Sie versucht also nicht, ein reales Motiv möglichst originalgetreu im Bild festzuhalten. Losgelöst von konkreten Inhalten, nutzt die abstrakte Malerei stattdessen Formen, Farben, Muster und Strukturen als Ausdrucksmittel. Das ursprüngliche Bildmotiv kann dabei in Ansätzen oder in verfremdeter Form noch erkennbar sein. Genauso kann die abstrakte Malerei aber auch ohne jeden Bezug zu einem realen Objekt auskommen.

In diesem Fall ergeben sich die Bildwirkung und die Bildaussage ausschließlich durch das Zusammenspiel aus Formen, Farben und Strukturen. Das Ornament als künstlerisches Gestaltungsmittel ist eng mit der abstrakten Malerei verwandt. An diesem Punkt entsteht die Verbindung zur orientalischen oder besser islamischen Malerei. Das prägende Merkmal der islamisch geprägten Malerei ist nämlich, dass sie auf die figürliche, gegenständliche Darstellung verzichtet und sich stattdessen auf Ornamente und Kaligrafien konzentriert.

Genauso wie die moderne Malerei löst sich also auch die orientalische Malerei von einer realitätsnahen Wiedergabe, auch wenn die Motivation eine andere ist. So geht es der abstrakten Malerei im Wesentlichen darum, zu den Ursprüngen der Kunst zurückzukehren und der Kunst als solches eine Bühne zu bieten. Die Malerei soll für sich selbst, durch die Farben und Formen und durch die Komposition wirken. Die Aufmerksamkeit soll der Umsetzung der Malerei gelten und nicht nur dem Motiv. Im Unterschied dazu besteht in der islamischen Kultur eine Art Bilderverbot, wobei richtiger ist, von einem Gebot der Bildervermeidung zu sprechen.

Jedenfalls verzichtet die islamische Kunst auf bildliche Darstellungen, denn Allah ist der alleinige Bildner. Sie versucht deshalb nicht, Neues zu erschaffen, sondern die Schönheit im Vorhandenen zu entdecken. Statt die sichtbare Wirklichkeit nachzuahmen, löst die islamische Kunst die Formen und Farben heraus und setzt sie in Ornamenten und Mustern um. Rein von den Kunstbegriffen ausgehend, ist die moderne Malerei somit letztlich nichts anderes als die Fortfortführung der wesentlichen älteren orientalischen Malerei.

Wir selber haben in Bremen ein Atelier, wo wir uns der orientalischen Kunst widmen, mehr finden Sie unter: koozal.de

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