Tipps zur Palette für die Ölmalerei

Tipps zur Palette für die Ölmalerei

 

Wenn von der Ölmalerei gesprochen wird, haben viele einen Maler vor Augen, der mit Kittel und Baskenmütze bekleidet in seinem Atelier vor einer Staffelei steht. Auf der Staffelei befindet sich eine Leinwand und der Künstler hält einen Pinsel in der einen Hand und eine Palette mit Farben in der anderen Hand.

Tatsächlich braucht es Ölfarben, Pinsel und einen Malgrund, um ein Ölbild zu malen. Ein Kittel schützt die Kleidung, ist genauso wie die Kopfbedeckung aber nicht unbedingt erforderlich. Eine Staffelei erleichtert die Arbeit, weil der Malgrund in eine angenehme Position gebracht werden kann.

Außerdem kann der Maler einen Schritt zurücktreten, um sein bisheriges Werk mit etwas Abstand zu betrachten. Gerade am Anfang ist eine Staffelei aber ebenfalls kein Muss. Bei der Palette ist das ein wenig anders. Zwar kann der Maler die Farben auch direkt aus der Tube auf den Malgrund drücken und mit dem Pinsel verteilen.

Daneben kann er einen alten Teller oder irgendeine Platte zur Malerpalette umfunktionieren. Auf Dauer ist das aber nicht die beste Lösung. Nur: Was für eine Palette sollte sich der Maler anschaffen?

 

Hier ein paar Infos und Tipps zur Palette für die Ölmalerei:

 

Die Art der Palette

Im Künstlerbedarf sind Malerpaletten in vielen verschiedenen Varianten erhältlich. Für die Ölmalerei eignen sich fast alle dieser Paletten.

 

Besonders bewährt haben sich aber folgende:

·         Die klassische Palette für die Ölmalerei besteht aus einer ebenen Fläche. Ihre Größe entspricht ungefähr dem Format DIN A4, ihre Form kann rechteckig oder oval sein. Bevor das Malen beginnt, werden die Ölfarben auf die Palette aufgetragen. Da Ölfarben sehr langsam trocknen, ist nicht zu befürchten, dass die Farben schon während des Malvorgangs auf der Palette eintrocknen.

Die großen Meister ließen sich ihre Paletten von ihren Malschülern vorbereiten, wobei jeder Künstler die Farben in seiner ihm eigenen Art und Reihenfolge anordnete. Beim Malen wird der Daumen durch das dafür vorgesehene Loch in der Palette gesteckt und die Palette auf dem Unterarm abgelegt. Traditionell besteht die klassische Palette für die Ölmalerei aus Holz. Inzwischen ist sie aber auch aus Kunststoff und Metall erhältlich.

Außerdem wird die Palette als Block aus Papierbögen angeboten, bei dem die einzelnen Papierpaletten nach dem Malen einfach abgerissen und entsorgt werden können. Die Palette in der klassischen Form eignet sich sehr gut für alle direkten Maltechniken, also unter anderem für die Alla-Prima-Malerei, die Nass-in-nass-Malerei, die Impasto-Technik und die pastose Ölmalerei.

 

·         Eine andere Variante der Malerpalette hat in etwa die gleiche Form wie die klassische Palette. Allerdings ist ihre Fläche nicht eben, sondern hat kleine Vertiefungen. In diese Vertiefungen werden die Farben gegeben. Die Palette selbst besteht entweder aus Kunststoff oder aus Porzellan. Eigentlich ist diese Form der Palette für Acrylfarben und für die Aquarellmalerei gedacht. Für die Ölmalerei kann sie aber ebenfalls verwendet werden. Zudem können die Vertiefungen nicht nur mit Farben befüllt werden, sondern auch als Zwischenlager für Öl-Malmittel dienen.

 

·         Für sehr flüssige Maltechniken, bei denen die Ölfarben in einer dünnflüssigen Konsistenz vermalt werden, eignen sich Malerpaletten nur bedingt. Hier sind Gläser, Tiegel, Schüsselchen, Teller und andere kleine Behälter die bessere Wahl.

 

Letztlich muss jeder Künstler und Hobby-Maler für sich selbst ausprobieren und entscheiden, welche Palette ihm am besten liegt. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Palette aus einem nicht saugenden Material gefertigt ist. Andernfalls würde das Material, aus dem die Palette gefertigt ist, den Farben nach einiger Zeit den Ölanteil entziehen.

Ratsam ist außerdem, zu einer Palette in Weiß zu greifen. Dadurch ist es nämlich einfacher, die einzelnen Farbtöne zu beurteilen. Vor allem bei selbst gemischten Farbtönen kann dies überaus hilfreich sein.

 

Die Reinigung der Palette

Wenn mit einer Papierpalette gearbeitet wird, stellt sich die Frage nach der Reinigung nicht, denn die benutzte Palette wird nach getaner Arbeit einfach entsorgt. Bei allen anderen Paletten wäre es grundsätzlich möglich, auf eine Reinigung zu verzichten. Nachteil hierbei ist aber, dass die frisch aufgebrachten Farben die bereits eingetrockneten Farbreste anlösen.

Dies hat zur Folge, dass die frische Farbe kleine, harte Klümpchen der alten Farbe enthält. Besser ist es deshalb, die Palette zu säubern.

 

Das geht so:

·         Am einfachsten ist die Reinigung direkt nach Abschluss der Malarbeiten. Solange die Ölfarbe noch feucht ist, kann sie mit einem Stück Küchenrolle oder einem weichen Lappen abgewischt werden. Anschließend genügt es, die Palette mit einem Tuch, das in etwas Terpentin getaucht wurde, nachzureiben. Auf diese Weise werden alle Farbreste und -spuren entfernt und die Palette ist wieder sauber.

·         Sind die Ölfarben noch nicht eingetrocknet, aber schon zäh geworden, können die Farbreste mit dem Spachtel oder einem Malmesser abgenommen werden. Anschließend wird die Palette mit einem mit Terpentin getränkten Tuch ausgewischt.

Sind die Ölfarben eingetrocknet, lassen sie sich nur schwer wieder entfernen. Hilfreich kann es sein, etwas Terpentin oder Öl auf die Farbreste zu geben, um die Farben so leicht anzulösen. Die Farben werden dann mit dem Spachtel oder Malmesser von der Palette geschabt.

Um die verbliebenen Krümel und Farbspuren zu beseitigen, wird die Palette mit Terpentin abgerieben. Anschließend sollte die Palette mit Wasser und Seife gereinigt werden. Sehr effektiv hier ist Kernseife. Wer keine Kernseife zur Hand hat, kann aber auch auf ganz normale Handwaschseife zurückgreifen.

Sind danach noch immer Verschmutzungen vorhanden, kann Scheuermilch weiterhelfen. Hiervor werden wenige Tropfen auf die Palette gegeben, mit einem weichen Tuch verteilt und mit Wasser wieder abgewaschen. Scheuermilch ist übrigens auch ein effektives Mittel, um hartnäckige Farbspuren an den Händen zu entfernen.

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