Ölfarben

Ölfarben 

 

Die Bezeichnung Ölfarben erklärt sich recht einfach damit, dass Öle die Basis für die Farben darstellen. Insofern bestehen Ölfarben eigentlich nur aus Farbpigmenten sowie Ölen als Bindemittel, wobei sich das Öl um die Farbpigmente legt und ihnen dadurch ihre enorme Leuchtkraft verleiht. Seit etwa 1845 werden fertiggemischte Ölfarben, die die Konsistenz einer cremigen Paste haben, in Tuben zwischen 20 und 400 Gramm angeboten.

 

          Ölfarben

 

Die Anzahl der Sterne auf den Tuben zeigt an, wie lichtbeständig die Ölfarben sind und über welche Pigmentdichte sie verfügen. Je höher die Anzahl der Sterne ist, desto höher ist auch die Deckkraft und unterschieden wird zwischen transparenten, halbtransparenten, halbdeckenden und deckenden Ölfarben. Neben der enormen Leuchtkraft kennzeichnen sich Ölfarben durch die lange Verarbeitungs- und Trocknungszeit, wobei trockene Ölfarben wasserunlöslich sind und auch vollständig übermalt werden können.

 

Durch spezielle Malmittel kann die Konsistenz der Ölfarben verändert werden, mithilfe von Terpentin beispielsweise werden sie verdünnt und mittels Harzen verdickt. Zudem kann die Trocknungszeit durch Malmittel weiter ausgedehnt oder auch verkürzt werden.

 

Verschiedene Maltechniken

 

Ölfarben können mit verschiedenen Maltechniken verwendet werden, beispielsweise lasierend und vergleichbar mit der Aquarellmalerei oder auch in recht dicken Farbschichten, die mit Malmessern oder Spachteln aufgetragen werden. Allerdings vermischen sich Ölfarben nur bedingt mit anderen Farben, vor allem solchen, die auf Wasserbasis hergestellt sind.

 

Als Untergründe für die Ölmalerei kommen in erster Linie grundierte Leinwand, Malkarton oder Holzplatten zum Einsatz, grundsätzlich können Ölfarben aber auch auf Gips, Glas, Stein oder andere Malgründe aufgebracht werden. In früheren Zeiten, als es noch keine fertigen Ölfarben im Handel zu kaufen gab, mussten Ölfarben selbst angemischt werden, wobei dies bis heute von vielen Künstlern praktiziert wird. Das Anmischen von eigenen Ölfarben bringt nämlich die Vorteile, dass sehr eigene, für den Künstler charakteristische Farbtöne hergestellt werden können, zudem kann der Künstler sowohl die Konsistenz als auch die Deckkraft selbst festlegen. Allerdings gilt das Anmischen von Ölfarben als ebenso hohe Kunst wie das Malen selbst.

 

Dies liegt in erster Linie daran, dass ein bloßes Verrühren der Farbpigmente mit Öl zu keiner vermalbaren Paste führt, weshalb das Kernwort in einer Anleitung zur Herstellung von eigenen Ölfarben auch verreiben lautet. In ein nichtsaugendes Gefäß, beispielsweise ein Behälter aus Stein, Glas oder Keramik, wird eine kleine Menge der Farbpigmente gegeben und das tropfenweise hinzugefügte Öl anschließend mit beispielsweise einem Stößel so lange mit den Pigmenten verrieben und gewalzt, bis sich eine vollständig verbundene Masse ergibt.

 

 

Video-Dokumentation zur Ölabklatsch-Technik mit verdünnter Ölfarbe:

 

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