Anleitung berühmte Gemälde in Öl nachmalen

Anleitung: berühmte Gemälde in Öl nachmalen 

Früher gab es kaum eine Wohnung, in der nicht irgendwo ein Ölbild hing. So waren beispielsweise ein Stillleben, eine Berglandschaft oder der berühmte röhrende Hirsch im Wohnzimmer zu finden und über so manchem Ehebett hingen Ölbilder mit schützenden Engeln und anderen sakralen Motiven.  

Viele große und berühmte Kunstwerke sind als Ölgemälde entstanden und für viele gelten Ölbilder bis heute als Inbegriff von echter Kunst. Im Laufe der Zeit hat aber auch die Kunst Änderungen erfahren.

So wurden immer neue Farben auf den Markt gebracht und nicht zuletzt auch durch diverse Drucktechniken sind die teils altbacken wirkenden Ölbilder nach und nach aus den Wohnungen verschwunden. Auch Hobbykünstler und Malanfänger greifen vielfach auf Acryl- oder Aquarellfarben zurück.

Dies begründet sich in der Annahme, dass das Malen in Öl sehr anspruchsvoll und damit nur was für echte und erfahrene Künstler sei. Dies ist allerdings nur bedingt richtig, denn im Vergleich zu anderen Farben bieten Ölfarben einige Vorteile. Neben der Leuchtkraft und der Farbintensität sowie der Tatsache, dass Ölfarben in unterschiedlichsten Konsistenzen aufgetragen werden können, liegt der besondere Vorteil von Ölfarben in ihrer langen Trocknungszeit. 

Je dicker die Farben aufgetragen werden, desto länger dauert es, bis sie trocken sind. Daraus ergibt sich aber der Vorteil, dass die Farben entsprechend lange verändert werden können. Zudem ist es möglich, die feuchten Farben mit dem Malmesser wieder abzuheben und auf diese Weise mögliche Fehler zu korrigieren. Wer nun selbst versuchen möchte, ein Ölbild zu malen, aber selbst kein allzu geübter Maler ist, kann sich recht einfach behelfen, indem er berühmte Gemälde nachmalt.  

Auf diese Weise entstehen stimmige Ölbilder mit einem ansprechenden Motiv, die aber dennoch eine sehr persönliche Note haben.  

Wie dies funktioniert, beschreibt die nachfolgende Anleitung
zum Nachmalen von berühmten Gemälden in Öl:
  
 

 

 

1. Schritt: ein Motiv auswählen 

Bevor das Nachmalen beginnen kann, muss zunächst ein passendes Motiv gefunden werden. Eine wahre Fundgruppe für schöne Motive sind Anleitungsbücher für die Malerei. Hier sind sehr häufig solche Werke großer Künstler abgebildet, die sich auch für Malanfänger eignen. 

Genauso ist es aber auch möglich, in Kunstbüchern nach Abbildungen von großen Werken zu suchen. Insgesamt sollte das Motiv aber nicht zu viele kleine Details haben. Außerdem ist es hilfreich, wenn das Motiv recht groß abgebildet ist.   

 

2. Schritt: das Motiv kopieren 

Eine klassische Methode zum Kopieren alter Meister ist die Rastermethode. Dabei werden die Vorlage und der Malgrund in Kästchen aufgeteilt. Anschließend wird das Motiv kopiert, indem Kästchen für Kästchen nachgemalt wird. Sehr viel einfacher ist es jedoch, auf Kohle- oder Blaupapier zurückzugreifen. 

Bei Nachmalen von berühmten Gemälden geht es schließlich nicht unbedingt darum, eine perfekte Kopie anzufertigen. Hier geht es vielmehr darum, das Meisterwerk als Vorlage zu verwenden und auf dieser Basis ein Ölbild mit eigenem Charakter und in der persönlichen Handschrift zu malen.  

Zuerst wird jetzt also eine Kopie von der Vorlage angefertigt. Hierfür reichen eine einfache Schwarz-Weiß-Kopie oder ein schlichter Ausdruck völlig aus. Diese Kopie wird dann über Kohle- oder Blaupapier auf dem Malgrund positioniert. Nun werden die Konturen und alle wichtigen Bildinhalte und Details mit einem Bleistift nachgezeichnet. Auf dem Malgrund entsteht nun eine Vorlage, die ein wenig an die Darstellungen in einem Malbuch für Kinder erinnert.  

Der Hobbykünstler kann sein Ölbild jetzt nach eigenen Wünschen gestalten. Gleichzeitig arbeitet er aber mit einem berühmten und schönen Motiv und hat zudem zwei Aspekte elegant umschifft, die Anfängern immer wieder Schwierigkeiten bereiten, nämlich die Perspektive und die proportional richtige Bildeinteilung.  

 

3. Schritt: das Ölbild ausmalen und gestalten 

Wie der Hobbykünstler sein Ölbild nun gestaltet, bleibt seinem Geschmack, seiner Phantasie und seiner Kreativität überlassen. Da diese Art des Kopierens sehr schnell und einfach geht, kann es sinnvoll sein, mehrere Malvorlagen mit dem gleichen Motiv anzufertigen und anschließend mit verschiedenen Malstilen zu experimentieren. Auf diese Weise entstehen immer wieder neue, gänzlich andere Bilder, obwohl sie alle auf das gleiche berühmte Kunstwerk zurückgehen. 

Hat sich der Hobbykünstler beispielsweise für Edvard Munchs „Der Schrei“ entschieden, kann er sein Ölbild zunächst in den Farben ausmalen, die dem Original nahe kommen. Bei der nächsten Kopie kann er sich dann für nur eine Farbe entscheiden und das gesamte Bild mit dieser einen Farbe in unterschiedlichen Tonwerten gestalten.  

Zudem ist möglich, einzelne Details wegzulassen oder eigene Bildelemente hinzuzufügen. Ein völlig anderes Bild entsteht, wenn der Hobbykünstler im Stil van Goghs malt, die Flächen also mit vielen kleinen Pinselstrichen ausfüllt. Orientiert er sich an Dali, kann er einzelne Flächen auslaufen lassen als würden sie zerschmelzen, oder er kann den Körper des Schreienden mit Schubladen versehen.  

Sehr ausdrucksstark ist außerdem eine Interpretation im Sinne der Pop Art. Hierzu betont der Hobbykünstler die Konturen mit markanten, schwarzen Linien, während er die Farbflächen in bunten, leuchtenden Farben ausmalt. 

Weiterführende Anleitungen, Vorlagen und Tipps zur Ölmalerei: 

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