Die wichtigsten Infos zu Ölfarben in der Übersicht

Die wichtigsten Infos zu Ölfarben in der Übersicht

Ölfarben eignen sich hervorragend, um die unterschiedlichsten Maltechniken umzusetzen. Ihre Konsistenz, ihre Zusammensetzung und ihre Leuchtkraft verleihen den Ölfarben besondere Maleigenschaften. Mithilfe von Malmitteln wiederum lassen sich die Ölfarben abgestimmt auf die Bildidee und die geplante Malweise einstellen.

Doch was macht Ölfarben denn konkret aus? Und worauf gilt es beim Malen mit Ölfarben zu achten? Wir haben die wichtigsten Infos zu Ölfarben kompakt und übersichtlich zusammengetragen:

 

Wichtiges und Wissenswertes zu den Merkmalen von Ölfarben

Die Eigenschaften, die Zusammensetzung und der Deckungsgrad bestimmen darüber, wie sich die Ölfarben beim Malen verhalten und wie sich welche Maltechniken umsetzen lassen. Die wichtigsten Merkmale von Ölfarben, die bekannt sein und beachtet werden sollten, sind folgende:

  • Ölfarben riechen intensiv und können die Atemwege reizen. Daher sollte beim Malen mit Ölfarben immer auf eine gute Belüftung geachtet werden.
  • Ölfarben können direkt so, wie sie aus der Tube kommen, vermalt werden. Das Hinzufügen von Malmitteln bewirkt, dass sich die Konsistenz oder die Trocknungszeit verändert.
  • Ölfarben sind in verschiedenen Deckungsgraden erhältlich. Dabei ist der jeweilige Deckungsgrad auf der Farbtube vermerkt. Die Bezeichnungen können je nach Hersteller zwar voneinander abweichen. Meist steht ein leeres Kästchen aber für lasierende Farben, ein halbgefülltes Kästchen für halbdeckende Farben und ein ausgefülltes Kästchen für deckende Ölfarben.
  • Ölfarben erfordern immer einen grundierten Malgrund. Fehlt die Grundierung, wandert das Öl in den Farben, das als Bindemittel dient, in den Malgrund ab. Folglich werden die Farbpigmente nicht ausreichend gebunden.
  • Die cremige, buttrige Konsistenz der Ölfarben sorgt dafür, dass sich Ölfarben sehr gut miteinander verbinden. Dadurch können verschiedenste Mischtöne kreiert werden, sowohl auf der Palette als auch direkt auf dem Malgrund. Außerdem lassen sich problemlos sanfte Farbübergänge und Farbverläufe gestalten.
  • Die wichtigste Malregel in der Ölmalerei lautet fett auf mager. Wird ein Ölbild aus mehreren Farbschichten aufgebaut, was in der Ölmalerei üblich ist, muss der Ölgehalt in den Farben zunehmend steigen. Andernfalls drohen Risse und Sprünge.
  • Ölfarben entwickeln eine intensive Leuchtkraft und Farbbrillanz. Daher können Ölfarben ihre großen Stärken vor allem in der deckenden Malerei ausspielen.
  • Mit Ölfarben lassen sich zwar viele verschiedene Maltechniken umsetzen. Allerdings sind der Dicke der Farbschichten Grenzen gesetzt. Werden mehrere, zu dicke Farbschichten auf den Malgrund gespachtelt, können unschöne Runzeln oder Risse entstehen.
  • Während Ölfarben hervorragend mit- und untereinander gemischt werden können, vertragen sie sich mit anderen Farbsorten kaum. Verantwortlich dafür ist das enthaltene Öl. Eine beliebte Mischtechnik ist aber die Kombination aus Ölfarben und Acrylfarben. Dabei werden die Acrylfarben verwendet, um den Hintergrund und die unteren Farbschichten zu gestalten. Denn Acrylfarben trocknen wesentlich schneller, sind unkomplizierter in der Handhabung und stellen keine so hohen Ansprüche an den Malgrund. Zudem sind Acrylfarben oft kostengünstiger erhältlich. Die oberen und sichtbaren Farbschichten werden dann mit Ölfarben gemalt. Aber: Die Kombination aus Acryl- und Ölfarben funktioniert nur in dieser Reihenfolge. Ölfarben mit Acrylfarben zu übermalen, ist nicht möglich.
  • Ölfarben trocknen sehr lange. Selbst dünne Farbschichten brauchen Tage, bis sie soweit durchgetrocknet sind, dass sie übermalt werden können, ohne die Farben erneut anzulösen. Die sehr lange Trocknungszeit hat einerseits den Vorteil, dass der Maler viel Zeit hat, um Farbverläufe zu gestalten oder Korrekturen vorzunehmen. Andererseits braucht er viel Geduld. Um die Trocknungszeit zu verkürzen, sind im Künstlerbedarf Trocknungsbeschleuniger erhältlich.
  • Wenn Ölfarben trocknen, vergrößert sich ihr Volumen. Dadurch entsteht die typische, strukturierte Oberfläche mit sichtbaren Pinselspuren.
  • Ölfarben trocknen wasserfest sowie säure- und alkalibeständig auf. Mit den Jahren können Ölfarben aber vergilben.

Die Zusammensetzung von Ölfarben

Ölfarben bestehen im Wesentlichen aus zwei Bestandteilen. Die eine Komponente sind die Farbpigmente, die der Ölfarbe ihren Farbton verleihen. Dabei werden in heutigen Ölfarben überwiegend künstliche Farbpigmente verarbeitet. Die andere Komponente ist das Öl, das als Bindemittel dient.

Die beiden am häufigsten verarbeiteten Öle in diesem Zusammenhang sind Leinöl und Mohnöl. Aber auch Walnuss-, Hanf-, Sonnenblumen- oder Rizinusöl kommen für die Farbenherstellung in Frage.

Bei der Fertigung von Ölfarben werden die Farbpigmente nach und nach mit Öl angereichert. Schwere Walzen vermischen beide Komponenten miteinander und zerreiben den zunächst eher körnigen Farbbrei gleichzeitig zu seiner sehr feinen und gleichmäßigen Paste. Das Öl als Bindemittel ist für die cremige und geschmeidige Konsistenz der Ölfarben verantwortlich. Außerdem sorgt das enthaltene Öl dafür, dass Ölfarben sehr lange haltbar sind.

Wenn die Ölfarben trocknen, kommt es zu einer chemischen Reaktion zwischen dem Öl und der Luft. Die Folge davon ist, dass das Bindemittel verseift und in diesem Zuge auch an Volumen zunimmt. Im eigentlichen Sinne trocknen Ölfarben nie komplett durch. Deshalb bleiben die Farbschichten geschmeidig und reagieren weit weniger empfindlich auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen als andere Farbsorten.

 

Ölfarben selber machen – so geht’s

Die Ölfarben, die im Künstlerbedarf erhältlich sind, sind qualitativ sehr hochwertig. Zudem sind so gut wie alle Farbtöne zu bekommen. Allein aus Gründen der Qualität oder der Farbauswahl ist es deshalb nicht notwendig, dass der Maler seine eigenen Ölfarben herstellt. Und kostengünstiger ist es auch nicht unbedingt, denn sowohl die Materialien als auch die benötigten Werkzeuge haben ihren Preis.

Andererseits ist das Anmischen eigener Ölfarben lehrreich und macht viel Spaß. So fein und gleichmäßig wie gekaufte Ölfarben werden die eigenen Farben niemals werden. Einige Maler schätzen aber gerade das Verarbeiten der gröberen, körnigeren Ölfarben.

Möchte sich der Maler als Farbenproduzent versuchen, braucht er dafür:

  • Farbpigmente
  • Lein- oder Mohnöl
  • eine Anreibeplatte
  • einen Läufer
  • ein Malmesser
  • einen leeren Behälter

Bei der Anreibeplatte handelt es sich meist um eine Platte aus aufgerautem Glas. Eine kostengünstigere Alternative dazu wäre eine Steinplatte mit einer rauen Oberfläche. Der Läufer besteht ebenfalls aus Glas und ähnelt einem Mörser mit einer geraden, breiten und aufgerauten Unterseite.

Diese Werkzeuge sind ebenso wie die Farbpigmente und das Öl im Künstlerbedarf erhältlich. Was das Öl angeht, gilt: Ölfarben mit Leinöl werden etwas cremiger und trocknen schneller. Möchte der Maler festere Ölfarben mit einer buttrigen Konsistenz, sollte er zu Mohnöl greifen.

Um eine Ölfarbe herzustellen, wird ein kleiner Haufen Farbpigmente auf die Anreibeplatte gegeben. Nachdem wenig Öl hinzugefügt wurde, werden die Pigmente und das Öl mit dem Malmesser zu einem recht trocknen, körnigen Farbbrei vermengt. Dann folgt der anstrengende Teil. Nun muss der Farbbrei nämlich mit dem Läufer in kreisenden Bewegungen und mit mäßigem Druck zu einer feinen und cremigen Paste verrieben werden.

Dabei kann der Maler ruhig die ganze Fläche auf seiner Anreibeplatte auszunutzen. Zwischendurch schiebt er den Farbbrei einfach immer wieder mit dem Malmesser zusammen, streift die Reste vom Läufer ab und startet den nächsten Durchgang. Sollte die Farbe zu trocken sein, wird etwas Öl hinzugefügt. Ist sie zu cremig, werden Pigmente beigemischt. Die Ölfarbe ist fertig, wenn der Farbbrei beim Verreiben nicht mehr knirscht und die gewünschte Feinheit erreicht ist. Dann kann die Farbe in einen leeren Behälter umgefüllt werden.

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