Die grössten Kunstfälscher

Die größten Kunstfälscher,

die selbst berühmt geworden sind  

Kunstfälscher sind keinesfalls nur irgendwelche Kriminelle. Ganz im Gegenteil sind Kunstfälscher äußerst begabte und fleißige Maler, die einem sehr lukrativen Beruf nachgehen, der in Fachkreisen außerdem keineswegs nur negativ behaftet ist.  

Kunstfälscher gibt es eigentlich schon so lange, wie es auch die Kunst gibt. So gab es beispielsweise schon im alten Ägypten richtige Fälscherdynastien, die ihr Wissen von Generation zu Generation weitergaben und sehr stolz auf ihr Können und ihren Beruf waren.

Gemeinsam ist allen Kunstfälschern, dass sie die Malerei mindestens genauso gut beherrschen wie die alten Meister. Hinzu kommt aber noch, dass sich Kunstfälscher bis zur Perfektion in die großen Künstler und ihren Lebensalltag hineinversetzen können. Anders wäre es schließlich nicht möglich, Kunstwerke zu kopieren, die die charakteristische Handschrift des Künstlers so brillant und täuschend echt wiedergeben, dass sogar renommierte Gutachter nicht immer zwischen Original und Fälschung unterscheiden können. Natürlich war, bleibt und ist die Kunstfälscherei illegal.

 

 

Allerdings ist auch eine Kunstfälschung letztlich ein echtes und hochwertiges Original, nur eben mit einer falschen Unterschrift. Zudem sind Kunstfälscher eher selten Kriminelle, die aus reiner Geldnot handeln. Viel häufiger ist der Fall, dass Kunstfälscher begnadete Künstler sind, die unter ihrem eigenen Namen jedoch zunächst keinen Platz auf dem Kunstmarkt fanden und deshalb nach anderen Vertriebsmöglichkeiten suchten oder auf diese Weise ihren ganz eignen Rachefeldzug gegen Galeristen und Kunstexperten begannen. 

 

Hier eine Top Drei mit den größten und genialsten Kunstfälschern,
die mit ihrem Handwerk selbst berühmt geworden sind:
 

 

 

Michelangelo, 1475 – 1564

Der allseits verehrte Künstler wurde als Malschüler zum Kunstfälscher. Im Alter von 15 Jahren bekam er als Übung die Aufgabe, ein Portrait nachzuzeichnen. Da ihm dies täuschend echt gelungen war, gab er seinem Lehrer die Kopie und behielt das Original für sich. Der Lehrer bemerkte die Fälschung nicht, schließlich klärte ihn Michelangelo jedoch auf.   

Einige Jahr später erschuf Michelangelo die Skulptur des schlafenden Cupido. Ein Kunsthändler gab Michelangelo den Tipp, er solle die Skulptur vergraben, denn wenn sie gefunden werden würde, würde sich zweifelsohne für antik gehalten werden. Michelangelo überließ dem Kunsthändler die Skulptur, der sie tatsächlich auf einem römischen Weingut vergrub.  

Hier wurde die Statue dann einige Monate später gefunden und der Kardinal San Giorgio ließ sich die vermeintlich antike Marmorskulptur 200 Florentiner Dukaten kosten. Der Kunsthändler und Michelangelo teilten sich dieses Geld, 1496 flog der Schwindel jedoch auf.  

Dennoch hat Michelangelos Karriere als Künstler nie unter seiner Karriere als Kunstfälscher gelitten. Es war vielmehr so, dass ihm solche Geschichten noch mehr Anerkennung und letztlich auch Aufträge einbrachten. Zudem besaß Michelangelo soviel Talent und Können, dass seine Werke bis heute beliebte Motive von Kunstfälschern sind.     

 

Abraham Wolfgang Küfner, 1760-1817

Eigentlich war Küfner selbst ein anerkannter Maler und Kupferstecher. Zum Kunstfälscher wurde er daher nicht wegen mangelnder Anerkennung oder aus Geldnot, sondern letztlich aufgrund einer einmaligen Gelegenheit. Seit dem 16. Jahrhundert hing Alfred Dürers Selbstportrait im Nürnberger Rathaus. Nachdem dieses aber auch schon 299 Jahre alt war, die Farben allmählich verblassten und sich Risse durch das Gemälde zogen, wurde Küfner mit der Restaurierung des Gemäldes beauftragt.  

In der Zeit, als das Bild entstanden war, wurde üblicherweise nicht auf Leinwand, sondern auf Holz gemalt. So handelte es sich auch bei dem Malgrund von Dürers Selbstportrait um eine 15mm starke Tafel aus Lindenholz, die auf der Rückseite mit zahlreichen Siegeln und Echtheitsbescheinigungen versehen war. Küfner kam nun auf die Idee, diese recht dicke Holzplatte zu spalten.  

Nachdem dies gelungen war, hatte er also eine unbemalte Hälfte mit den Siegeln auf der Rückseite und eine Hälfte mit dem originalen Selbstbildnis. Küfner kopierte das Portrait und gab es der Stadt Nürnberg zurück. Sechs Jahre blieb der Schwindel unentdeckt. Erst als Küfner das Original an den Kürfürsten Maximilian von Bayern verkaufte, kam die Geschichte ans Tageslicht.  

Dennoch erhielt Küfner nie eine Strafe für seine Fälschung und im Nürnberger Rathaus hängt bis heute Küfners Kopie. Das Original-Selbstportrait von Dürer hingegen ist in der Alten Pinakothek in München zu finden.  

 

Han van Meegeren, 1889 – 1947

Der Niederländer war Restaurator, Kunsthändler und ein guter, aber kein besonders bedeutender Maler. So warfen ihm seine Kritiker immer wieder vor, dass er nicht in der Lage sei, eigene Schöpfungen und Ideen umzusetzen, sondern nur andere Künstler nachahme.  

Diesen Kritikern wollte Meegeren eins auswischen und nahm sich vor, solche Kunstfälschungen anzufertigen, die weder Kritiker noch Experten als solche erkennen würden. Seine Fälscherkarriere bereitete Meegeren sorgfältig vor.  

So verbrachte er alleine sechs Jahre damit, die Biografien alter Meister zu studieren und sich mit den von ihnen angewandten Maltechniken und Materialien auseinanderzusetzen. Zudem entwickelte er Methoden, durch die seine Gemälde auch chemische Tests als Originale bestehen würden. Erst danach begann der Maler damit, Gemälde zu fälschen und arbeitete dabei an angeblich noch unentdeckten Werken von Franz Hals, Pieter de Hooch, Gerad ter Borch und Jan Vermeer.  

Seine Bilder trocknete er im Ofen und spannte sie dann um einen Zylinder, wodurch sich die typischen Risse bildeten. All diese Mühen sollten sich für Meegeren lohnen, denn seine Werke gelangten bis in die bedeutendsten Museen und wurden zwischen all den anderen niederländischen Meisterwerken als Highlights ausgestellt. 1945 flog der Maler durch einen Bucheintrag seines Kunsthändlers jedoch auf.  

Als Beweis dafür, dass die Fälschungen wirklich alle von Meegeren stammten, malte er in der Untersuchungshaft vor zahlreichen Zeugen einen weiteren Vermeer. Der inzwischen reich gewordene Künstler wurde dafür als Held gefeiert, verstarb aber kurze Zeit später im Gefängnis.

 

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Thema: Die größten Kunstfälscher, die selbst berühmt geworden sind 

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