Berufsportrait Kunstmaler

Berufsportrait: Kunstmaler,

als Ausbildungs- und als Studienberuf  

Wer sich nicht nur hobbymäßig mit der Kunst und der Malerei beschäftigen, sondern beruflich in diesem Bereich tätig werden möchte, findet mit dem Berufsbild des Kunstmalers ein interessantes Tätigkeitsfeld. Kunstmaler setzen Ideen, Empfindungen oder reale Eindrücke mithilfe von unterschiedlichen bildnerischen, malerischen und zeichnerischen Mitteln um.  

Neben dem Erschaffen von eigenen Werken können Kunstmaler aber auch im grafischen Bereich oder als Restauratoren arbeiten. Die Berufsausbildung zum Kunstmaler wird sowohl als Ausbildungsberuf als auch als Studienberuf angeboten. 

Hier der Kunstmaler im ausführlichen Berufsportrait:

 

 

Die Tätigkeiten und Aufgaben eines Kunstmalers 

Kunstmaler fertigen Bilder und Zeichnungen nach eigenen Ideen oder als Auftragsarbeiten an. Neben Gemälden und Zeichnungen können Kunstmaler aber auch andere Medien künstlerisch umsetzen, beispielsweise indem sie Glasfenster, Mosaike oder Gobelins entwerfen und gestalten. 

Kunstmaler arbeiten dabei zum einen kreativ, zum anderen aber auch mithilfe von handwerklichen Techniken. Zudem nutzen Kunstmaler ihre Kenntnisse im Zusammenhang mit Farben, Malmitteln, Werkzeugen, unterschiedlichen Malgründen und Materialien sowie deren Wirkung und Verarbeitbarkeit. Im Laufe der Berufstätigkeit entwickelt jeder Kunstmaler dabei seine eigenen Techniken und Vorgehensweisen sowie eine persönliche Handschrift, um seine künstlerische Aussage darzustellen.  

Neben der Umsetzung von eigenen Ideen und dem Erstellen von Auftragsarbeiten können Kunstmaler auch als Restauratoren arbeiten oder Kopien von Originalkunstwerken anfertigen.  

Bei einer Tätigkeit im Medienbereich kommt es vor allem auf grafische Fähigkeiten an, etwa wenn es darum geht, Bilder und Grafiken auf Grundlage von Informationen zu gestalten oder Kataloge, Plakate und Anzeigen zu kreieren. Ein weiteres Tätigkeitsfeld bietet die Buchillustration, wo es zu den Aufgaben von Kunstmalern gehört, die Texte zu illustrieren und die Buchumschläge zu entwerfen. 

In der Bühnenmalerei sind Kunstmaler für die Gestaltung von Bühnenbildern und Kulissen zuständig. Wurde der Beruf als Studienberuf erlernt, können Kunstmaler zudem an Schulen und Hochschulen tätig sein und hier entweder lehren oder wissenschaftlich und forschend arbeiten. 

 

Der Kunstmaler als Ausbildungsberuf 

Wie lange die Ausbildung dauert, hängt davon ab, ob es sich um Vollzeit-, Teilzeit-, Block- oder Fernlehrgänge handelt. Je nach Bildungsträger dauern die Bildungsgänge üblicherweise zwischen 2 und 4 Jahren. Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben, die jeweiligen Zugangsbedingungen werden von den Bildungsträgern festgelegt.  

Häufig wird ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt, einige Bildungsträger erwarten auch die fachgebundene oder die allgemeine Hochschulreife. Bei besonderer künstlerischer Begabung ist eine Ausbildung aber meist unabhängig von der vorhandenen Schuldbildung möglich. Das Mindestalter für eine Ausbildung beträgt in aller Regel 18 Jahre.  

Die Ausbildung erfolgt in Form von Lehrgängen als Präsenzunterricht, teilweise ergänzt durch Fernunterricht. Neben den theoretischen Grundlagen steht bei der Ausbildung die Entwicklung von künstlerischen Fähigkeiten im Vordergrund. Während der Ausbildung werden bei beispielsweise bildenden Künstlern, Restauratoren, Bühnenmalern oder in Museen und Galerien Praktika absolviert, zudem ist die Teilnahme an Gruppen- oder Einzelausstellungen obligatorisch.   

Am Ende der Ausbildung findet eine Prüfung statt. Um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden, muss der Auszubildende die vorgeschriebenen Lehrgänge besucht, Praktika absolviert und an Ausstellungen teilgenommen haben. Im Zuge der Prüfung wird eine Abschlussarbeit angefertigt. Abgelegt wird die Prüfung vor einem internen Prüfungsausschluss des Bildungsträgers, nach erfolgreich absolvierter Prüfung wird ein Abschlusszeugnis vergeben.  

 

Der Kunstmaler als Studienberuf 

Die Regelstudienzeit ergibt sich aus den Prüfungsverordnungen der jeweiligen Hochschule. Ein Bacherlorstudiengang in der Malerei dauert jedoch in aller Regel zwischen 6 und 8 Semester. Für den Studiengang gibt es keine verbindlichen Rahmenordnungen, so dass die Ausrichtung oder die Schwerpunkte zwischen den einzelnen Hochschulen variieren können. 

Die Studiengänge setzten sich dabei aus verschiedenen Modulen in unterschiedlicher Anzahl sowie einem Praxisprojekt zusammen. Die Module gliedern sich in Pflicht- und in Wahlpflichtmodule. Pflichtmodule müssen belegt werden, aus den Wahlpflichtmodulen kann der Student selbst auswählen.  

Zu den Pflichtmodulen gehören beispielsweise Kunstgeschichte, Kunstphilosophie und Ethik, Ästhetik oder Elementarlehre Malerei und Zeichnen. Wahlpflichtmodule können beispielsweise Aktzeichnen, Porträtzeichnen, Landschaftsmalerei, Kompositionslehre, Kulturmanagement, Kunsttherapie oder ein öffentliches Projekt sein. Gegen Ende der Studienzeit wird die Bachelor Thesis angefertigt, die eine künstlerisch-praktische Arbeit und ihre Ausstellung sowie teils ein Kolloquium und dessen Dokumentation umfasst.  

Das Studium ist erfolgreich abgeschlossen, wenn der Student die erforderlichen Leistungspunkte erreicht hat. Bei einer Regelstudienzeit von 8 Semestern benötigt der Student beispielsweise 240 Leistungspunkte. Nach erfolgreich absolviertem Studium erhält der Kunstmaler den Titel Bachelor of Fine Arts, kurz B.F.A., als berufsqualifizierenden Hochschulabschluss.    

 

Die Arbeitsplätze eines Kunstmalers 

In den meisten Fällen arbeiten Kunstmaler als freischaffende Künstler oder sind an Theatern im Bereich der Bühnenmalerei tätig. 

Weitere Arbeitsplätze finden sich in Werbeagenturen, Designbüros und Werbeabteilungen von Industrieunternehmen. Außerdem können Kunstmaler an Hochschulen arbeiten oder im Kunsthandel tätig sein. 

Weiterführende Maltechniken und Ratgeber zur Ölmalerei: 

Thema: Berufsportrait: Kunstmaler, als Ausbildungs- und als Studienberuf 

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