Welche Staffelei für die Ölmalerei?

Welche Staffelei für die Ölmalerei? 

Wer regelmäßig Ölbilder malt, sollte darüber nachdenken, sich eine Staffelei zuzulegen. Denn sie macht das Arbeiten deutlich komfortabler. Doch welche Staffelei eignet sich am besten für die Ölmalerei?

Für die Ölmalerei können auch Holzplatten oder Malkarton als Malgrund verwendet werden. Doch die meisten Ölbilder entstehen auf Leinwänden, die auf Keilrahmen aufgezogen sind. Die Leinwände können beim Malen auf den Tisch oder den Boden gelegt werden. Da das auf Dauer aber alles andere als bequem ist, nutzen Künstler schon seit Jahrhunderten Staffeleien.

Staffeleien sind Gestelle meist aus Holz, auf denen die Leinwände beim Malen abgestellt werden können. Dadurch kann sich der Künstler in aufrechter Haltung vor sein Bild stellen oder setzen und auch mal einen Schritt zurücktreten, um sein Werk mit etwas größerem Abstand zu betrachten.

Nun gibt es aber verschiedene Arten von Staffeleien. Sie alle haben ihre Vor- und ihre Nachteile. Welche Staffelei es am Ende wird, hängt zum einen vom persönlichen Geschmack und zum anderen davon ab, wie die Staffelei genutzt werden soll.

Dieser Beitrag soll hilfreiche Infos und Tipps für die richtige Wahl liefern:

 

Welche Arten von Staffeleien gibt es?

Eine Staffelei ist ein Gestell, auf dem Leinwände in verschiedenen Formaten abgestellt werden können. Traditionell ist das Gestell aus Holz gefertigt, inzwischen sind aber auch Staffeleien aus Aluminium und anderen Metallen erhältlich. Was die Bauarten angeht, so lassen sich fünf Varianten voneinander unterscheiden:

1.       Die Atelierstaffelei wird auch als Studiostaffelei bezeichnet. Sie hat einen H-förmigen Fuß und ist sehr solide gebaut. Dadurch ist die Atelierstaffelei recht schwer, steht dafür aber auch absolut stabil. Sie ist mit einem breiten Querbalken als Bildablagefläche ausgestattet und hat oben einen Schieber, durch den die Leinwand festgeklemmt werden kann. Hochwertige Modelle lassen sich neigen und durch die Rollen am Fuß hin- und herschieben. Die Atelierstaffelei eignet sich für Ölbilder in allen Formaten. Allerdings ist sie auch die teuerste Staffelei-Variante.

2.       Die Akademiestaffelei steht auf drei Beinen. Sie ist leichter als eine Atelierstaffelei, allerdings auch nicht so stabil. Die Leinwand wird auf einem Querbalken abgestellt und oben mit einem Schieber festgeklemmt. Bei den meisten Modellen steht die Leinwand dabei nach hinten geneigt auf der Staffelei, der Neigungswinkel lässt sich oft nicht verstellen. Die Atelierstaffelei lässt sich recht einfach zusammenklappen und platzsparend verstauen. Durch die Bauart eignet sie sich für Ölbilder in großen Formaten aber nur bedingt.

3.       Die Feldstaffelei ist nicht nur ein echtes Leichtgewicht. Durch die Teleskopbeine und die beweglichen Elemente, die mittels Schrauben fixiert werden, lässt sie sich auch mit wenigen Handgriffen aufbauen, später wieder zusammenklappen und platzsparend verstauen. Wie die Akademiestaffelei ist auch die Feldstaffelei dreibeinig. Sie ist allerdings etwas kleiner. Bei Ölbildern in großen Formaten wird das Malen auf einer Feldstaffelei recht wackelig.

4.       Die Kofferstaffelei kombiniert eine Feldstaffelei mit einem Malkoffer. Auch die Kofferstaffelei ist recht leicht und lässt sich schnell auf- und abbauen. Neben dem Gestell bringt die Kofferstaffelei aber gleich einen Malkasten mit, in dem die Ölfarben und die Pinsel verstaut werden können. Die Kofferstaffelei ist in erster Line für Ölbilder in kleineren Formaten gedacht.

5.       Die Tischstaffelei gibt es in verschiedenen Ausführungen. Eine Version erinnert an eine Atelierstaffelei im Miniaturformat, nur dass die Staffelei nicht auf dem Boden, sondern auf einer Arbeitsfläche steht. Eine andere Version ähnelt einem Buchständer. Daneben gibt es Malkoffer, die auf der Oberseite eine Konstruktion haben, auf der die Leinwand abgestellt werden kann. Die Tischstaffelei ist für Bilder in kleinen Formaten ausgelegt.

 

Wie teuer ist eine Staffelei?

Der Preis einer Staffelei hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem das Material, die Verarbeitung und der Hersteller. Das wichtigste Kriterium ist jedoch die Bauart. Die günstigste Variante ist die Tischstaffelei. Als einfaches Malbrett ist sie schon ab etwa 10 Euro zu haben. Ebenfalls sehr preiswert sind kleine Tischstaffeleien, die wie echte Staffeleien im Miniformat aussehen. Diese Staffeleien eignen sich aber hauptsächlich für Präsentationszwecke, vernünftig malen lässt sich darauf nicht. Für eine solide Tischstaffelei sollte der Hobby-Künstler um die 40 Euro einplanen. Ein Luxusmodell kann bis zu 180 Euro kosten.

Feldstaffeleien fangen bei knapp 20 Euro an. Für etwa 50 Euro bekommt der Hobby-Künstler schon eine sehr gute Feldstaffelei. Eine Feldstaffelei, die auch Profiansprüchen gerecht wird, kann bis zu 100 Euro kosten. Bei Kofferstaffeleien ist die Auswahl nicht ganz so groß. Hier muss der Hobby-Künstler um die 60 Euro einplanen. In der Profiausstattung kann eine Kofferstaffelei aber bis zu gut 200 Euro kosten.

Eine Akademiestaffelei ist ab etwa 40 Euro zu haben. Möchte der Hobby-Künstler eine Staffelei mit Schieber, sollte er ungefähr das Doppelte einplanen. Und für eine Akademiestaffelei in Top-Qualität werden bis zu 120 Euro fällig. Die mit Abstand teuerste Staffelei-Art ist die Atelierstaffelei. Unter 100 Euro ist sie kaum zu bekommen, für eine Staffelei in solider Qualität muss der Hobby-Künstler mit 150 bis 250 Euro rechnen. Die Spitzenklasse fängt bei rund 400 Euro an und geht hoch bis zu gut 800 Euro.  

 

Welche Staffelei für die Ölmalerei?

Ein Qualitätskriterium bei der Staffelei ist das Holz, aus dem sie gefertigt ist. Hochwertige Staffeleien bestehen aus geöltem Buchenholz. Etwas kostengünstiger, aber ebenfalls hochwertig sind Staffeleien aus Ulmenholz. Nadelhölzer wie Fichte oder Kiefer sind hingegen nicht unbedingt zu empfehlen. Diese Hölzer sind zwar preiswert, reagieren jedoch empfindlicher auf die Witterung und neigen dazu, sich zu verziehen.

Ein anderer Punkt, den der Hobby-Künstler bedenken sollte, ist die Frage nach dem Schieber. Kostengünstige Staffeleien haben oft keinen Schieber, mit dem die Leinwand oben fest eingespannt werden kann. Beim Malen kann es sich aber als großer Nachteil erweisen, wenn das Bild ungesichert auf der Staffelei steht. Deshalb ist der Hobby-Künstler gut beraten, wenn er etwas mehr Geld ausgibt und sich eine Staffelei mit Schieber gönnt.  

Ansonsten hängt die Wahl davon ab, wo, wie und wofür der Hobby-Künstler seine Staffelei nutzen möchte. Hat er einen eigenen Malraum, in dem er arbeitet, ist eine Atelierstaffel die beste Wahl. Denn auf ihr können Ölbilder in allen Formaten und mit sämtlichen Maltechniken umgesetzt werden.

Hat der Hobby-Künstler nicht ganz so viel Platz oder möchte er seine Staffelei gelegentlich auch wegräumen, ist er mit einer Akademiestaffelei gut beraten. Sie ist zwar weniger standfest als eine Atelierstaffelei, macht aber trotzdem fast alles mit. Legt der Hobby-Künstler Wert auf Mobilität, sollte er sich für eine Feldstaffelei entscheiden. Diese Staffelei kann er überall aufbauen, schnell zusammenklappen und platzsparend verräumen.

Malt er gerne im Freien, muss er neben der Feldstaffelei aber noch seinen Malkoffer mit den Farben und den Pinseln mitnehmen. Dies kann er sich sparen, wenn er sich gleich eine Kofferstaffelei zulegt. Die Tischstaffelei wiederum ist recht praktisch, wenn das Platzangebot begrenzt ist. Allerdings stößt sie bei großformatigen Ölbildern an ihre Grenzen. Insgesamt ist der Hobby-Künstler deshalb mit einer Feldstaffelei besser beraten.

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