Infos und Tipps zum Leinwandkauf

Infos und Tipps zum Leinwandkauf

 

Der überwiegende Teil aller Ölbilder wird auf Leinwand gemalt. Es ist zwar auch möglich, mit Ölfarben auf anderen Malgründen zu malen. Doch die meisten Künstler und Hobby-Maler greifen zur klassischen Leinwand, wenn sie in Öl malen. Allerdings gibt es ein paar Punkte, die bei der Auswahl einer Leinwand beachtet werden sollten.

 

Welche dies sind, erklärt die folgende Übersicht
mit den wichtigsten Infos und Tipps zum Leinwandkauf:

 

Der Leinwandstoff

Die beiden gängigsten Leinwandstoffe sind Leinen und Baumwolle. Leinen ist das traditionelle Material für Leinwände, als besonders wertvoll gilt belgisches Leinen. Der Stoff ist widerstandsfähig, reißfest und geschmeidig. Allerdings ist Leinen vergleichsweise teuer. Es sind zwar auch Leinenstoffe in günstigen Qualitäten erhältlich, aber sie enthalten oft viele Webfehler und sind zudem eher spröde.

Eine qualitativ sehr gute und preiswertere Alternative zu Leinen ist reine Baumwolle. Baumwolle ist weniger reißfest und widerstandsfähig, ihre Stärke liegt jedoch in der höheren Flexibilität. Empfehlenswert für die Ölmalerei sind Grammaturen zwischen 300 und 480 Gramm pro Quadratmeter.

Dünne Baumwollstoffe wie Nessel mit einer Grammatur von 180 Gramm pro Quadratmeter sind ebenfalls geeignet, nur muss hier beim Grundieren darauf geachtet werden, dass sich die Farbe nicht auf die Rückseite durchschlägt. Sehr dicke und schwere Baumwollstoffe über 500 Gramm pro Quadratmeter sind eher keine gute Wahl. Sollten beim Malen Knicke oder Falten entstehen, lassen sie sich nämlich meist nur schwer wieder beseitigen.

Eine gute Baumwollqualität ist daran zu erkennen, dass der Stoff keine abstehenden Fehlbindungen und eine weitgehend einheitliche Farbe ohne viele kleine, bräunliche Verunreinigungen aufweist.

 

Die Struktur der Leinwand

Die Struktur des Leinwandstoffs beeinflusst die Wirkung eines Bildes und kann gezielt genutzt werden, um eine Bildidee zu realisieren. Eine Leinwand mit einer groben, deutlich sichtbaren Struktur eignet sich sehr gut, wenn mit eher pastosen Ölfarben gemalt wird. Daneben unterstützt die grobe Struktur eine spontane Malweise.

Feiner, glatter Leinwandstoff bietet sich für lasierende Maltechniken und bei Motiven mit Fotocharakter an. Ebenso wie die Pinselstriche sind aber auch mögliche Fehler umso deutlicher sichtbar, je glatter ein Leinwandstoff ist.

 

Merkmale für eine gute Leinwandqualität

Es gibt ein paar Kriterien, die eine Leinwand ausmachen und für ihre gute Qualität sprechen.

Beim Kauf einer Leinwand sollte der Künstler vor allem auf folgende Punkte achten:

·         Keilrahmen.

Der Keilrahmen sollte am besten aus verleimtem Holz bestehen. Außerdem sollte das Holz nicht mehr nach Holz riechen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass das Holz lang genug gelagert wurde. Daneben ist wichtig, dass der Keilrahmen gerade ist. Dies kann der Künstler prüfen, indem er von oben auf den Rahmen schaut.

Die oberen und die unteren Kanten sollten dann genau parallel zueinander verlaufen. Kleinere Fehler können manchmal behoben werden, wenn die Leinwand über die Diagonalen hinweg gerade gezogen wird. Hat sich der Keilrahmen aber bereits verzogen, lässt er sich meist nicht mehr geradebiegen.

 

·         Leinwandstoff.

Auf der Leinwand sollten Angaben zum verwendeten Stoff zu finden sein. Generell gilt, dass der Künstler zu einer Leinwand greifen sollte, die aus nur einem Rohstoff besteht. Mischgewebe neigen nämlich eher dazu, sich bei Schwankungen der Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit zu verziehen.

 

·         Leinwandmuster.

Der Künstler sollte zu einer Leinwand greifen, deren Gewebe kreuzförmig miteinander verwoben ist. Diese Webtechnik heißt Leinwandbindung und stellt eine gleichmäßige Spannung des Gewebes auf dem Keilrahmen sicher. Andere Leinwandmuster, beispielsweise senkrechte oder diagonale Muster, sind weniger empfehlenswert, denn hier könnte sich die Leinwand verziehen, wenn sie mit der nassen Farbe in Kontakt kommt.

 

·         Leinwandspannung.

Der Leinwandstoff sollte mittelstark gespannt sein. Den Stoff später nachzuspannen, ist in gewissem Umfang problemlos möglich. Ist der Stoff hingegen zu stark gespannt, könnte er spröde werden oder gar den Keilrahmen verziehen. Wichtig ist aber, dass die Spannung vor allem in den Ecken ordentlich und gleichmäßig ist.

 

·         Grundierung.

Zunächst einmal sollte angegeben sein, womit die Leinwand grundiert wurde. Die Grundierung selbst sollte sich weder hart noch spröde anfühlen. Außerdem sollte sie nicht zu dick sein. Dies wiederum lässt sich recht einfach testen: Wenn der Künstler mit dem Finger leicht über die Leinwand reibt, sollte die weiße Grundierungsfarbe den Finger nicht einfärben.

 

Der Transport der Leinwand

Beim Transport sollte die Leinwand zum einen gerade stehen oder liegen. Zum anderen sollte der aufgespannte Stoff so geschützt sein, dass er nicht durch andere Gegenstände beschädigt werden kann. Kauft der Künstler zwei Leinwände, kann er sie mit den Stoffseiten aufeinander transportieren. Dadurch sind die Leinwandstoffe geschützt und die Keilrahmen stabilisieren sich gegenseitig. Eine ähnliche Wirkung haben eine dünne Holzplatte oder ein stabiler Karton.

Auch bei der Aufbewahrung ist wichtig, dass die Leinwand gerade gelagert wird. Andernfalls würde sich der Keilrahmen verziehen. Dies hätte zur Folge, dass die Malfläche keine ebene Fläche mehr ist. Außerdem würde das Bild später nicht mehr gleichmäßig an der Wand hängen, sondern eine oder mehrere Ecken würden abstehen.

Die Leinwand sollte deshalb entweder gerade angelehnt an einer Wand stehen oder im Liegen aufbewahrt werden.

 

Gebrauchsfertige Leinwand vs. Selbstaufspannen

Die meisten Leinwände, die gebrauchsfertig grundiert und auf Keilrahmen aufgespannt erhältlich sind, haben eine gute Qualität. Der Künstler kann somit bedenkenlos zu solchen Leinwänden greifen. Skeptisch werden sollte er nur, wenn die Leinwand sehr preiswert ist.

Oft handelt es sich dann nämlich nicht um Leinwände aus echtem Stoff, sondern um Bespannungen aus Kunststoff. Solche Kunstgewebe lassen sich daran erkennen, dass sie eine ganz glatte Rückseite haben, die sich anfühlt, als wäre sie beschichtet. Die Leinwand selbst anzufertigen, kann aber durchaus eine gute Alternative sein.

Baut der Künstler einen einfachen Keilrahmen, auf den er eine unbehandelte Leinwand aufzieht und die er selbst grundiert, erhält er einen hochwertigen Bildträger. Viele Künstler empfinden es als angenehmer und einfacher, auf einem solchen Bildträger zu malen. Hinzu kommt, dass die selbst aufgespannte und grundierte Leinwand nicht nur alterungsbeständiger und verzugsfreier ist, sondern auch preislich punkten kann.

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