Tipps zur Auswahl und Pflege von Pinseln

Tipps zur Auswahl und Pflege von Pinseln

 

Schon vor rund 14.000 Jahren verwendeten die Menschen Pinsel, um ihre Höhlenmalereien zu gestalten. Seinerzeit handelte es sich um Pinsel aus Knochen, an denen Haare befestigt waren. Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Malwerkzeuge dann weiter, die alten Ägypter etwa verwendeten Pinsel aus Papyrus. Aus Hölzern, die mit Dachshaaren versehen waren, entstanden schließlich die Pinsel in der uns heute bekannten Form.

Wer Ölbilder malen möchte, benötigt neben Ölfarben und einem Malgrund auch Pinsel. Dabei ist wichtig, auf eine gute Qualität zu achten. Besser ist, etwas mehr Geld zu investieren und wenige hochwertige Pinsel zu kaufen. Gerade am Anfang ist es ohnehin nicht notwendig, sich gleich eine ganze Sammlung an Pinseln zuzulegen.

 

Stattdessen reichen ein paar Pinsel in unterschiedlichen Formen und Stärken völlig aus. Nun ist es aber nicht immer ganz einfach, die richtigen Pinsel zu finden. Dies liegt allein schon daran, dass die Auswahl riesig ist.

 

Hier daher die wichtigsten Tipps zur Auswahl und Pflege
von Pinseln für die Ölmalerei in der Übersicht:

 

Tipps zur Auswahl von Pinseln für die Ölmalerei

Grundsätzlich lässt sich nicht pauschal und allgemeingültig sagen, welche Pinsel der Hobby-Künstler unbedingt verwenden und auf welche Pinsel er besser verzichten sollte. Entscheidend ist nämlich, dass der Hobbykünstler gut mit dem jeweiligen Pinsel zurechtkommt.

Der Pinsel muss ihm also gut in der Hand liegen und er muss gerne mit seinem Werkzeug arbeiten. Insofern bringt auch der qualitativ hochwertigste Pinsel letztlich nicht viel, wenn sich der Hobbykünstler damit nicht so richtig wohlfühlt.

Trotzdem gibt es ein paar Punkte, die der Hobbykünstler beim Pinseleinkauf beachten sollte:

 

·         Das Material.

Pinsel für die Ölmalerei werden aus verschiedenen Materialien gefertigt. So gibt es zum einen die sogenannten Borstenpinsel. Bei ihnen bestehen die Haare aus den Borsten von Schweinen oder Wildschweinen. Borstenpinsel sind robust und elastisch. Sie eignen sich vor allem bei pastosen Malweisen, bei denen eher dicke Farbschichten mit kräftigen Pinselstrichen aufgetragen werden.

Zum anderen gibt es Pinsel mit weichem Echthaar. Hierfür werden Haare von Mardern, Iltissen oder Dachsen verwendet. Weiche Haarpinsel kommen bevorzugt zum Einsatz, wenn feine Details, saubere Kanten, Lasuren oder weiche Farbverläufe gemalt werden sollen.

Neben Echthaarpinseln, die entweder aus Borsten oder aus weichem Haar bestehen, gibt es auch Mischhaarpinsel. Da sie beide Haararten enthalten, sind sie universell einsetzbar. Die Alternative zu Echthaarpinseln sind Pinsel aus Synthetikfasern. Sie sind etwas kostengünstiger, im Hinblick auf die Qualität aber nicht unbedingt schlechter. 

 

·         Die Verarbeitung.

Pinsel können sowohl kurze als auch lange Haare haben. Dies sagt nichts über die Qualität aus, sondern beeinflusst vielmehr den Verwendungszweck. Wichtig ist jedoch, auf eine gute Verarbeitung zu achten. Diese ist daran zu erkennen, dass die Haare schön dicht und gleichmäßig lang sind.

Zudem sollten sie alle in eine Richtung weisen und nicht wild durcheinander- oder gar abstehen. Werden die Haare über den Finger gestrichen, sollten sie gleich wieder ihre Form annehmen. Bei hochwertigen Pinsel deckt die Metallzwinge am Übergang zwischen dem Griff und den Haaren gut die Hälfte der Haare ab. Der Hobbykünstler sollte außerdem darauf achten, dass der Pinsel keine Haare verliert, wenn er über eine Fläche gestrichen oder ganz leicht an den Haaren gezogen wird. 

 

·         Die Form.

Die beiden wichtigsten Pinselformen, die voneinander unterschieden werden, sind Flach- und Rundpinsel. Bei Flachpinseln sind die Haare in Reihen nebeneinander angeordnet, bilden also ein schmales Rechteck. Im Unterschied dazu bilden die Haare bei Rundpinseln einen runden Kreis.

Flachpinsel werden für größere Flächen und für eher gerade Kanten verwendet, sie hinterlassen härtere Pinselstriche. Rundpinsel wiederum eignen sich sehr gut, um Farbübergänge und Details zu gestalten. Neben diesen beiden Hauptgruppen gibt es noch weitere Pinselformen, unter anderem Katzenzungen- und Fächerpinsel. Für den Anfang kann der Hobbykünstler auf solche Spezialpinsel jedoch ruhigen Gewissens verzichten.

 

·         Die Stärke.

Pinsel sind in verschiedenen Stärken erhältlich. Die Stärken werden in Zahlen angegeben, wobei kleine Zahlen für dünne Pinsel und große Zahlen für dicke Pinsel stehen. Als Grundausstattung reichen zwei, drei Rundpinsel in den Stärken 4, 6 und 8 sowie zwei Flachpinsel in den Stärken 6 oder 8 und 12 oder 14 aus. Damit sollten sich nahezu alle Motive, auch in verschiedenen Maltechniken, umsetzen lassen.

 

·         Die Stiellänge.

In der Ölmalerei werden oft Pinsel mit recht langen Stielen verwendet. Diese Pinsel liegen gut in der Hand, sind einfacher zu handhaben als Pinsel mit kurzen Stielen und ermöglichen, mit etwas größerer Distanz zum Malgrund zu arbeiten. Allerdings muss ein langstieliger Pinsel nicht für jeden die richtige Wahl sein, denn es gibt durchaus Hobbykünstler, die mit Pinseln mit kurzen Stielen wesentlich besser zurechtkommen. Hier muss also ein wenig ausprobiert werden.  

 

Tipps zur Pflege von Pinseln für die Ölmalerei

Eine sorgfältige Pflege der Pinsel ist sehr wichtig. Die Pinsel sollten nämlich nicht nur aus Kostengründen möglichst lange halten, sondern auch aus maltechnischen Gründen. So sorgen neue Pinsel zwar für gleichmäßige Striche und einen ordentlichen Farbauftrag, eingemalte Pinsel geben der Malerei jedoch erst ihren Charakter.

Dabei sind bei der Pinselpflege zwei wesentliche Aspekte von Bedeutung:

·         Die Reinigung.

Nach dem Gebrauch müssen die verwendeten Pinsel immer sorgfältig gereinigt werden. Eingetrocknete Ölfarbe lässt sich später kaum noch entfernen und allzu rabiate Reinigungsaktionen könnten den Pinsel dauerhaft beschädigen. Um einen Pinsel zu säubern, sollte er zuerst grob mit Terpentinersatz ausgewaschen werden. Danach kann auch die gründliche Reinigung mit Terpentinersatz erfolgen.

Eine Alternative hierzu ist Kernseife. Dabei wird der nasse Pinsel erst über die Kernseife gestrichen und anschließend auf der Innenfläche der Hand abgestreift. Dies wird solange wiederholt, bis keine Farbrückstände mehr zu sehen sind. Wichtig beim Säubern ist aber, behutsam vorzugehen und die Haare nicht druckvoll aufzudrücken. Zum Trocknen kann der saubere Pinsel dann entweder flach hingelegt oder mit den Haaren nach oben in ein Glas oder einen anderen Behälter gestellt werden.

 

·         Die Aufbewahrung.

Saubere und trockene Pinsel können entweder im Liegen aufbewahrt werden, beispielsweise in einer Box oder in einer Schublade.

In diesem Fall sollte aber darauf geachtet werden, dass die Haare nirgends anstoßen oder gar abgeknickt sind. Alternativ können die Pinsel stehend in einem Glas, einem Köcher oder einem anderen Gefäß gelagert werden. Dabei werden die Pinsel immer so aufbewahrt, dass sie auf den Stielen stehen und die Haare nach oben zeigen.

 

Extratipp: einen Köcher für die Pinsel selbst anfertigen

Im Handel gibt es Matten, die mit einzelnen Fächern ausgestattet sind. In diese Fächer werden die Pinsel hineingesteckt. Anschließend werden die Matten zusammengerollt und mit Bändern verschnürt.

Dadurch ist nicht nur eine praktische Aufbewahrungsmöglichkeit für die Pinsel vorhanden, sondern die Pinsel können auch bequem und sicher transportiert werden, wenn einmal außerhalb der eigenen vier Wände gemalt werden soll. Wer sich das Geld für eine solche Matte sparen möchte, kann sich aber auch einen Köcher basteln, der sowohl als Aufbewahrungs- als auch als Transportmöglichkeit für die Pinsel dient.

 

Für einen solchen Köcher werden

  • ·         eine Versandrolle mit Verschlusskappen aus Kunststoff,
  • ·         etwas Stoff oder Papier und
  • ·         doppelseitiges Klebeband

benötigt. Versandrollen, die beispielsweise beim Versand von Bildern oder Postern zum Einsatz kommen, sind meist recht lang. Je nach Stiellänge der Pinsel kann die verwendete Rolle deshalb zunächst etwas gekürzt werden. Damit der Köcher hübsch aussieht, wird er in Stoff oder Papier eingepackt. Dafür wird der Stoff (oder das Papier) so zugeschnitten, dass er sich einmal um die Rolle wickeln lässt.

An der Ober- und der Unterkante sowie an der Kante, an der die beiden Stoffkanten aufeinandertreffen, wird jeweils etwa 1cm Überstand eingeplant. Die Überstände werden nun umgeschlagen. Anschließend wird der Stoff um die Rolle gewickelt und mit doppelseitigem Klebeband fixiert.

Durch die Umschläge entstehen automatisch saubere Abschlüsse, die nicht ausfransen können. Der untere Kunststoffdeckel kann fest eingeklebt werden. Dadurch ist sichergestellt, dass sich der Köcher unterwegs nicht versehentlich öffnet. Dann wird der Köcher mit Pinsel bestückt, wobei auch hier die Haare nach oben zeigen. Zum Schluss wird der Köcher mit dem zweiten Kunstdeckel verschlossen.

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