Anleitung – Malen mit Ölpastellkreiden

Anleitung und Tipps zum Malen mit Ölpastellkreiden 

Wer an die Ölmalerei denkt, hat sicherlich zunächst imposante Ölgemälde vor Augen, die mit farbintensiven, leuchtstarken Ölfarben in flüssiger Form gemalt wurden. Eine sehr interessante Alternative dazu kann es jedoch sein, mit Ölpastellkreiden zu malen.  

Ähnlich wie in der klassischen Ölmalerei baut sich auch ein Bild, das mit Ölpastellkreiden gemalt wird, aus mehreren Schichten auf. Die einzelnen Farbschichten werden in Schraffuren übereinander gelegt und können durch unterschiedliche Techniken zu einer in sich geschlossenen Farbfläche verbunden werden. Dabei verbindet das Gestalten mit Ölpastellkreiden das Zeichnen und das Malen miteinander.

Wie beim Zeichnen entsteht das Bild aus trockenen Farben, die jedoch wie beim Malen in natürlichen, fließenden und großzügigen Bewegungen aufgetragen werden. Die Bezeichnung Pastell ist in diesem Zusammenhang allerdings etwas irreführend.

 

Ölpastellkreiden hinterlassen keine zarten, transparenten Farbtöne, sondern sind intensiv, kräftig und lebendig. Je mehr Farbschichten übereinandergelegt werden, desto intensiver ist die Leuchtkraft, sanfte Übergänge entstehen durch Verwischen. Wie in der klassischen Ölmalerei mit Ölfarben können auch mit Ölpastellkreiden helle Farben auf dunkle und dunkle Farben über helle gesetzt werden.  

 

Wer einmal das Malen mit Ölpastellkreiden ausprobieren möchte,
findet im Folgenden eine Anleitung und die wichtigsten
Tipps zum Malen mit Ölpastellkreiden:
 

 

 

Die Grundausstattung

 

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Ölpastellkreiden werden in den unterschiedlichsten Farben und in verschiedenen Ausführungen angeboten. Für die ersten Versuche reicht es aber völlig aus, sich ein paar Grundfarben zuzulegen. Anfängersets beinhalten üblicherweise sechs Farben und zwar Gelb, Orange, Rot, Grün, Blau und Violett.

 

Sinnvoll ist außerdem, die Grundausstattung um die Farben Schwarz und Weiß zu erweitern, um Farben aufhellen oder abdunkeln zu können. Alle anderen Farbtöne können dann hergestellt werden, indem die Farben auf dem Bild miteinander vermischt werden.

 

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Als Malgrund können Zeichenpapiere oder Karton verwendet werden, möglich ist außerdem, auf Packpapier oder auf einer Raufasertapete zu malen. Insgesamt ist bei der Wahl des Malgrundes wichtig, dass dieser eine etwas rauere Oberfläche aufweist, denn auf glatten Oberflächen haftet der feine Pigmentstaub nicht.

 

Im Handel gibt es neben Aquarellpapieren, die sich ebenfalls sehr gut eignen, auch spezielle Papiersorten für das Malen mit Ölpastellkreiden. Diese sind mit einer körnigen Struktur ausgestattet und werden in vielen unterschiedlichen Farbtönen angeboten. 

 

 

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Daneben erweisen sich einige Hilfsmittel als wertvolle Werkzeuge. Hierzu gehört zum einen Schleifpapier, das sich sehr gut dazu eignet, um die Kreiden anzuspitzen. Um die Farben auf dem Bild zu vermischen und sanfte Übergänge zu schaffen, gibt es sogenannte Estompes. Hierbei handelt es sich um Wischwerkzeuge, die aussehen wie Stifte und aus aufgerolltem Papier bestehen. Ist die Spitze verschmutzt, wird die oberste Lage Papier einfach abgezogen.

 

Als Wischwerkzeuge eignen sich genauso gut aber auch Wattestäbchen, Wattebäusche, kleine Schwämme, Stoffstücke oder Borstenpinsel. Um Korrekturen am Bild vornehmen oder Verschmutzungen entfernen zu können, werden Knetradiergummis verwendet.

 

Alternativ eignen sich hierfür aber auch ein weicher Pinsel oder frisches Brot. Letzteres nimmt die Farbpigmente auf, bietet durch die weiche Struktur aber den Vorteil, dass die Papieroberfläche nicht beschädigt wird. Um das fertige Bild vor Beschädigungen zu schützen und zu versiegeln, ist außerdem ein Fixiermittel sinnvoll. 

 

Die Maltechniken mit Ölpastellkreide

Da Ölpastellkreiden eine pulvrige Textur haben, gehört das Verwischen zu den wichtigsten und beliebtesten Maltechniken. Dazu werden Linien, Punkte oder größere Farbflächen auf dem Malgrund verwischt, indem sie mit Estompes, einem Borstenpinsel, Schwämmchen, Wattebäuschen oder den Fingern ineinander gerieben werden. Auf diese Weise verschmelzen die einzelnen Linien oder Punkte zu einer Fläche, zudem können auf diese Weise Farben miteinander vermischt oder sanfte Farbübergänge erzeugt werden.

 

Vor allem wenn große Farbflächen in Schraffuren angelegt und anschließend verwischt werden, ergibt sich eine Optik, die an das Malen mit flüssiger Ölfarbe erinnert.   Neben der Wischtechnik gibt es aber noch andere Möglichkeiten, um größere Farbflächen anzulegen. So kann die Ölpastellkreide beispielsweise quer, also mit der breiten, flachen Seite über das Papier geführt werden. Zudem können auf einer Farbfläche mehrere Farben übereinander gelegt werden, was zu interessanten Strukturen und lebendigen Farbspielen führt und vor allem bei Landschaftsbildern häufig anzutreffen ist.

 

Um ein Bild zu gestalten, können auch Striche und Schraffuren aufgetragen werden, die nicht miteinander verwischt werden. Dazu werden die Linien nebeneinander oder über Kreuz aufgebracht, wobei der Druck darüber entscheidet, wie stark die Linien ausfallen. Diese Technik führt zu einer optischen Täuschung. Obwohl die Linien nicht miteinander verbunden sind, verschmelzen sie im Auge des Betrachters zu einer Fläche.  

Werden die Linien und Schraffuren mit unterschiedlichen Farben gearbeitet, nimmt das menschliche Auge außerdem nur einen Farbton wahr, der aus dem Vermischen der ursprünglichen Farben entsteht. Diese Technik findet sich auch im Pointillismus.  

Hierbei besteht das Bild aber aus vielen kleinen, sehr regelmäßigen Punkten, die aus einer gewissen Entfernung betrachtet zu einer Bildfläche verschwimmen.   

 

Ein paar Tipps für die Malerei mit Ölpastellfarben 

Ölpastellfarben wirken zwar farbintensiv und lebendig, sind aber meist nicht sehr dunkel. Um den Farben Tiefe zu geben oder sie abzudunkeln, wird daher mit Schwarz gearbeitet. Sollen Farben dagegen aufgehellt werden, ist es grundsätzlich möglich, weiße Ölpastellkreide zu verwenden.  

Dies führt allerdings dazu, dass die Farben nicht mehr so farbintensiv und leuchtstark wirken, sondern eher ein milchiges, wie von Nebel verdecktes Aussehen erhalten. Besser ist daher, eine zu farbintensiv ausgefallene Farbfläche abzumildern, indem ein Teil der Farbpigmente mit einem Kentradiergummi, einem weichen Papiertuch oder etwas weichem Brot wieder entfernt wird.  

Eine andere Technik, die die Farbfläche zudem lebendig wirken lässt, wird als Fiedern bezeichnet. Hierbei werden leichte, kurze Striche in die Farbfläche gesetzt.  

Möglich ist dabei, sowohl mit einem ähnlichen Farbton zu arbeiten und beispielsweise hellgraue Farbstriche in eine hellblaue Farbfläche zu setzen, als auch Kontrastfarben zu verwenden, beispielsweise rote Farbstriche in einer grünen Farbfläche.

 

Weiterführende Techniken, Anleitungen und Tipps für Ölfarben:

 

Thema: Anleitung und Tipps zum Malen mit Ölpastellkreiden 

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5 Gedanken zu „Anleitung – Malen mit Ölpastellkreiden“

  1. Ich will euch ja ich nicht auf die füße tretten.

    ABER ihr verwischt/verwechselt hier zwei grundlegend unterschiedliche arbeitsmittel nehmlich Pastelkreiden und ÖL Pastelkreiden.

    PASTELKREIDENsind porös,ähnlich wie tafelkreide,sind leichtverwischbar und SEHR zerbrechlich.

    ÖLPASTELKREIDEN aller dings sind ehr wachsstift ähnlich und hinter lassen eine starküberdeckenden Fettigefarbschicht.Man bekommt sie kam zertört.desweiteren sind sie mit terpintin \\\\\\\“aqualier\\\\\\\“bar.

    Lg Wolfsmilan

  2. Hallo Zusammen,
    ich bin auch gerade etwas verwirrt bei dem Text. Die Beschreibung passt für mich auch eher für Pastellkreiden und nicht für Ölpastell. Letztere lassen sich mit Öl oder Lösungsmittel etwas verwischen… aber nicht per Hand oder Pinsel.
    Beste Grüße von Marie

  3. Die Kommentare sind zwar schon älter, dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass sich Ölkreiden sehr wohl mit den Fingern und sehr gute Qualitäten auch mit Pinseln o.ä. verwischen lassen.

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