Übersicht zu Maltechniken

Übersicht über die verschiedenen Maltechniken

(z.B. Gouache-, Fresko-,
Tempera-, Hinterglasmalerei usw.)
 

 

Für einen Künstler stehen in aller Regel das Malen und die Kunst als solches im Vordergrund. Ihm geht es also vor allem darum, seiner Kreativität und seinem Können Ausdruck zu verleihen, indem er Kunstwerke in Form von Bildern schafft. 

Anders ist dies bei Galerien und Museen, denn hier werden die Bilder anhand unterschiedlicher Kriterien eingeteilt und bewertet.

Zu den wichtigsten Kriterien gehören dabei neben den Epochen, den Stoffgebieten und den Anwendungsbereichen die verwendeten Maltechniken.   

 

Und hier einige der wichtigsten Maltechniken in der Übersicht:

 

Die Enkaustik ist eine Maltechnik, die vor allem in der Antike verbreitet war. Gemalt wurde dabei mit Farben, bei denen Wachs als Bindemittel diente. Die Farben wurden erhitzt und in heißem Zustand auf den Malgrund aufgetragen.  

Da Wachs Wasser abstößt, waren die Bilder sehr witterungsbeständig und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Angewandt wurde die Maltechnik beispielsweise bei ägyptischen Mumienbildnissen und bei antiken Wandmalereien. Im Mittelalter sind die genauen Kenntnisse über die Enkaustik allerdings verlorengegangen und bis heute ist es trotz zahlreicher Versuche nicht gelungen, die Maltechnik in ihrer ursprünglichen Form zu rekonstruieren.  

 

Die Freskomalerei verdankt ihren Namen dem italienischen Begriff a fresco und kennzeichnet sich dadurch, dass eine frische, noch nicht abgebundene Kalkschicht als Malgrund dient. Durch den Farbauftrag auf die frische Kalkschicht durchdringen die Farben den Kalk und binden gemeinsam mit ihm ab.  

Eingeschränkt ist die Freskomalerei ein wenig dadurch, dass nur solche Farben vermalt werden können, die nicht mit dem Kalk reagieren. Der große Pluspunkt der Freskomalerei liegt aber darin, dass sich die Farben durch das gemeinsame Abbinden unlösbar mit dem Mörtel verbinden. Dadurch können die Wandmalereien weder verwischt noch abgewaschen werden und sind dementsprechend langlebig. 

 

Die Aquarellmalerei verarbeitet üblicherweise sehr fein gemahlene, anorganische oder organische Stoffe, die mit einem wasserlöslichen Bindemittel vermischt sind. Gemalt wird auf einem stabilen und sehr saugfähigen Papier, als Werkzeuge kommen Aquarellpinsel zum Einsatz. Das charakteristische Kennzeichen der Aquarellmalerei sind die durchscheinenden, transparenten Farbflächen, die sanft und weich übereinander liegen und ineinander übergehen.  

Dabei kennt die Aquarellmalerei unterschiedliche Malweisen. Eine Möglichkeit besteht darin, die Farben, die zusätzlich mit Wasser verdünnt werden können, auf einen trockenen Malgrund aufzutragen. Dadurch erhalten die Farbflächen klare Konturen, weitere Farbaufträge erfolgen, nachdem die jeweilige Farbfläche getrocknet ist.  

Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Farben auf einen feuchten Malgrund aufzutragen. Hierfür wird entweder das Papier gleichmäßig angefeuchtet oder die Farben werden in noch feuchten Farbflächen vermalt. Hierdurch entstehen weiche Farbverläufe und Konturen, die ineinander verschwimmen. Eine Besonderheit der Aquarellmalerei liegt darin, dass immer von hell nach dunkel gemalt wird. Das bedeutet, es wird immer mit den hellsten Farben begonnen, dunklere Farben werden erst danach vermalt.   

 

Die Gouachemalerei kombiniert die Vorzüge der Aquarellmalerei und der Ölmalerei miteinander, da sie sowohl deckend als auch lasierend und sowohl in dünnen als auch in dicken Schichten umgesetzt werden kann. Die Farben bestehen aus eher grob gemahlenen Farbpigmenten, die mit Kreide vermischt sind, als Bindemittel dient Gummi Arabicum.  

Die Farben können mit Wasser verdünnt und auch mit Deckweiß vermischt werden. Damit können bei der Gouachemalerei auch weiße Farbflächen gestaltet werden, während diese bei der Aquarellmalerei beispielsweise ausgespart werden müssen. Wenn die Farben getrocknet sind, entsteht eine matte, samtartige, recht spröde Oberfläche.  

Eine Besonderheit der Farben liegt darin, dass diese nach dem Trocknen nicht aufhellen, wenn sie aus lichtechten Farbpigmenten bestehen. Gemalt wird meist auf festem Papier oder Karton, grundsätzlich kann aber auch Leinwand oder ein anderer textiler Untergrund als Malgrund dienen.  

 

Die Temperamalerei gilt als der Vorläufer der Ölmalerei. Die Farben bestehen aus Farbpigmenten, einem wässrigen Emulsionsanteil und einer öligen Phase. Der wässrige Emulsionsanteil besteht beispielsweise aus Kasein, Ei, Stärke oder Seife, als Öle kommen trocknende Öle, Harzlösungen, Terpentin oder Wachs zum Einsatz.  

In der Kunst sind Ei- und Kaseintempera aber am weitesten verbreitet. Typische Malgründe bei der Temperamalerei sind Papier, Leinwand oder Holz, wobei die Malgründe mit einer Mischung aus Leim, Kreide oder Gips und Öl grundiert werden. Ähnlich wie ein Ölbild kann auch ein Temperabild mit einer Firnis überzogen werden, was die Farbintensität erhöht und das Bild versiegelt.   

 

Die Ölmalerei gilt als die Königsdisziplin der Malerei und wenn von Gemälden gesprochen wird, so sind damit meist Ölbilder gemeint. Bei Ölfarben dienen Öle als Bindemittel. Früher wurden meist Lein-, Mohn- oder Nussöle verwendet und nahezu jeder Künstler mischte seine Farben nach seinem eigenen Rezept selbst an. 

Heute gibt es Ölfarben fertig zu kaufen, um sie zu verdünnen, wird üblicherweise Terpentin genutzt. Gemalt wird klassischerweise auf Leinwand, aber auch auf beispielsweise Holz oder Malkarton. Ölfarben kennzeichnen sich durch ihre Leuchtkraft und ihre Farbintensität, können miteinander vermischt werden und erlauben einen sehr vielseitigen Farbauftrag. Ebenfalls charakteristisch für Ölfarben ist die sehr lange Trocknungszeit, die entsprechend lange Korrekturen ermöglicht, aber auch durch Malmittel verkürzt werden kann.   

 

Die Pastellmalerei wird auch Trockenmalerei genannt und ist seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Pastellstifte oder -kreiden bestehen aus Farbstoffen und Schlämmkreiden, Tonerde oder ähnlichen Füllstoffen. Der Härtegrad wird dabei immer von dem verwendeten Bindemittel bestimmt. 

Gemalt wird in aller Regel auf Papier und die Farben werden leicht, locker und großzügig aufgetragen. Feinste Details sind in der Pastellmalerei eher unüblich. Da die Farben nur bedingt an der Oberfläche haften, sind Pastellmalereien recht empfindlich. Um die Wirkung nicht zu verändern, werden die Farben aber trotzdem in aller Regel nicht fixiert.   

 

Die Hinterglasmalerei ist eine Maltechnik, bei der die Farben auf die Rückseite einer Glasscheibe aufgetragen werden. Die ältesten bekannten Hinterglasmalereien stammen aus dem 14. Jahrhundert und wurden in Italien angefertigt. Das Besondere an der Hinterglasmalerei ist, dass das Bild von vorne nach hinten aufgebaut wird.  

Die Farbflächen und Bildteile, die zuerst aufgetragen wurden, sind also auf dem fertigen Bild später auch als oberste Farbschichten zu sehen. Die besondere Wirkung ergibt sich durch das Zusammenspiel aus den Farbschichten und dem Licht, das durch die Glasscheibe schimmert. 

 

Weiterführende Anleitungen, Tipps und Ratgeber zur Ölmalerei: 

Thema: Übersicht über die verschiedenen Maltechniken

Teilen:

Ein Gedanke zu „Übersicht zu Maltechniken“

Kommentar verfassen