Grundwissen – die Impasto-Technik

Grundwissen – die Impasto-Technik

 

Um ein Ölbild zu malen, kommen verschiedene Maltechniken in Frage. So können beispielsweise die Alla-Prima-, die Lasuren-, die halbdeckende oder die Nass-in-nass-Technik angewendet oder die einzelnen Techniken auch miteinander kombiniert werden. Eine weitere Maltechnik in der Ölmalerei ist die Impasto-Technik.

Was sich dahinter verbirgt, wodurch sich die Maltechnik auszeichnet
und wie sie umgesetzt wird, erklärt die folgende Übersicht:

 

Grundwissen zur Impastotechnik

Das Wort Impasto stammt aus dem Italienischen und bedeutet übersetzt Teig, während sich das italienische Verb impastare mit kneten übersetzen lässt. Damit beschreibt die Bezeichnung schon recht eindrucksvoll, um was es bei der Impasto-Technik geht. Bei dieser Maltechnik werden die Ölfarben nämlich in fester, pastoser Konsistenz in dicken Schichten mit einem Borstenpinsel oder einem Malmesser auf den Malgrund aufgetragen.

Gleichzeitig dienen der Pinsel oder das Messer als Werkzeug, um die Farben zu modellieren und reliefartige Strukturen zu erzeugen. Die Impastotechnik ist also keine feine, filigrane Maltechnik, sondern lebt von eher groben, kraftvollen und ausdrucksstarken Strukturen.

Um die gewünschten Effekte zu erzielen, wird bei der Impastotechnik deshalb neben Malmessern und Spachteln meist mit groben Schweineborstenpinseln gearbeitet, als Malgrund dient häufig grobe Leinwand mit einem Gewicht ab 450 Gramm pro Quadratmeter.

Für den Einsatz der Impastotechnik sprechen im Wesentlichen zwei Gründe. Zum einen reflektieren die Strukturen das Licht. Der Künstler kann dadurch ganz gezielt Einfluss darauf nehmen, wo helle Lichter und dunkle Schatten entstehen sollen. Gleichzeitig verleihen die aus einzelnen Farbschichten aufgebauten Strukturen dem Bild die erforderliche Tiefe und Plastizität, beispielsweise wenn der Faltenwurf eines Kleidungsstücks dargestellt werden soll. Zum anderen lässt die Impastotechnik ein Bild dynamisch, kraftvoll und ausdrucksstark erscheinen.

Anhand der sichtbaren Strukturen, die ein zentrales Element des Bildes sind, kann der Betrachter erkennen, wie, mit welcher Geschwindigkeit und mit welcher Intensität der Künstler sein Werkzeug über den Malgrund geführt hat, als das Bild entstand.

Zu den großen Meistern, die die Impastotechnik zu nutzen wussten, gehören unter anderem Tizian, Rembrandt, Monet und van Gogh. Eindrucksvolle Meisterwerke in der Impastotechnik aus der heutigen Zeit stammen aber auch von Frank Auerbach, einem britischen Künstler mit deutschen Wurzeln.

 

Die Vorgehensweise

bei der Impastotechnik

Ölfarben sind prädestiniert für die Impastotechnik. Dies liegt an ihrer langen Trocknungszeit, die es ermöglicht, eine Farbfläche entsprechend lange zu bearbeiten. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil bei Impasto nicht nur reliefartige Strukturen modelliert, sondern einzelne Farbtöne teilweise direkt auf dem Malgrund gemischt werden.

Um die Trocknungszeit noch weiter hinauszuzögern, ist es möglich, den Farben ein entsprechendes Malmittel hinzuzufügen. Ein anderer Grund ist, dass Ölfarben von Haus aus eine eher dicke, feste und cremige Konsistenz haben. Für die Impastotechnik können die Ölfarben daher so verwendet werden, wie sie aus der Tube kommen, auf das Hinzufügen von Malmitteln, die die Konsistenz verändern, kann verzichtet werden.

Außerdem kennzeichnen sich Ölfarben durch eine hohe Deckkraft und eine klare, intensive Farbbrillanz. Dadurch ist weitestgehend sichergestellt, dass einzelne Farbflächen nicht noch einmal überarbeitet und modellierte Strukturen dadurch möglicherweise überdeckt werden müssen, bloß weil der Untergrund noch durchscheint.

Begonnen wird ein Ölbild in Impastotechnik meist mit einer Untermalung. Diese wird eher flächig und möglichst ohne sichtbare Strukturen angelegt, denn die Untermalung soll sich nicht abzeichnen, sondern dient lediglich als eine Art erster Entwurf. Die Impastotechnik selbst wird dann umgesetzt, indem die Farbe zunächst locker auf den Malgrund aufgetragen wird.

 

Danach geht es entweder mit dem Pinsel oder einem Malmesser weiter:

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Der Pinsel wird meist vollflächig auf den Malgrund aufgesetzt, um die Ölfarbe zu verteilen. Je nachdem, mit welchem Druck, in welche Richtung und in welchem Rhythmus der Pinsel über die Leinwand geführt wird, entstehen unterschiedliche Strukturen und Abdrücke. Befindet sich zuviel Farbe auf dem Malgrund, kann diese vorsichtig mit einem Tuch oder einem Papier abgehoben werden, solange sie noch feucht ist.

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Mit dem Malmesser oder einem Malspachtel wird die Ölfarbe als eine Art Klecks in kleinen Mengen auf den Malgrund gesetzt und anschließend mit der scharfen Kante verteilt und strukturiert. Das Malwerkzeug kann aber auch verwendet werden, um Farbe an einzelnen Stellen wieder abzuheben oder wegzukratzen. 

Hat der Malgrund Öl aufgesaugt und wirken die Ölfarben dadurch matt, ist es ratsam, ein Zwischenfirnis aufzutragen. Danach kann an dem Bild weitergearbeitet werden, wobei neue Farbschichten häufig erst gestaltet werden, wenn die darunterliegenden Schichten trocken sind. Ist das Ölbild fertig und vollständig durchgetrocknet, kann es mit einem Schlussfirnis versiegelt werden.

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