Warum ist die Mona Lisa eigentlich so berühmt? 1. Teil

Warum ist die Mona Lisa eigentlich so berühmt? 1. Teil

Es gibt vermutlich niemanden, der die Mona Lisa nicht kennt. Aber wie kommt das eigentlich? Warum ist die Mona Lisa so berühmt? Was macht das Porträt der rätselhaft lächelnden Frau so besonders und wertvoll? Leonardo da Vincis Gemälde einer Dame vor einer bergigen Landschaft hat seit seiner Fertigstellung im Jahr 1503 Menschen auf der ganzen Welt beeindruckt und bis heute nichts von seiner faszinierenden Wirkung eingebüßt. Das Ölbild ist 77 x 53 cm groß und im Pariser Museum Louvre ausgestellt.

Warum ist die Mona Lisa eigentlich so berühmt 1. Teil

Zweifelsohne handelt es sich um ein Meisterwerk eines großen Künstlers. Aber es gibt viele grandiose Ölgemälde, die ebenfalls bekannt sind, aber nie den Ruhm und die Berühmtheit der Mona Lisa erreicht haben.

Was also macht ausgerechnet dieses Bild so einzigartig?

In einem zweiteiligen Beitrag gehen wir möglichen Gründen auf die Spur!:

Ungewöhnliche Darstellung

Eine Besonderheit der Mona Lisa besteht darin, dass sie sich deutlich von den Porträts unterscheidet, die zur damaligen Zeit üblich waren. So wurden Frauen normalerweise in einem ruhenden Profil abgebildet.

Die Mona Lisa hingegen ist in einer Dreiviertelperspektive dargestellt. Dadurch wirkt sie auf den Betrachter sehr viel präsenter.

Dazu kommt, dass die Mona Lisa schlichte, fast bescheidene Kleidung trägt. Im Unterschied dazu ließ sich die gesellschaftliche Elite der Renaissance üblicherweise in prächtigen, reich verzierten Gewändern abbilden.

Leonardo da Vinci verzichtete in seinem Gemälde also auf Statussymbole, die den sozialen Rang und den Reichtum widerspiegelten.

Stattdessen legte er den Schwerpunkt auf das Gesicht der Frau, die den Blick des Betrachters zu erwidern scheint.

Anatomische Details

Sehr bemerkenswert ist der Gesichtsausdruck der Dame. Damals wurden Angehörige der Oberschicht mit einem stoischen Blick und einem kontrollierten, emotionslosen Gesichtsausdruck dargestellt.

Auf diese Weise sollte zum Ausdruck kommen, dass sie Ruhe, Gelassenheit und kluge Besonnenheit den Vorzug vor unkontrollierten Gefühlsausbrüchen geben.

Die Mona Lisa hingegen zeigt Emotionen in ihrem Gesicht, indem sie lächelt. Dieses Lächeln führte einerseits dazu, dass die Betrachter darüber spekulierten, wer die Frau wirklich war. Wo kam sie her? Was war ihr wahres Wesen?

Gleichzeitig setzte das Bild ein Nachdenken über menschliche Emotionen in Gang.

Andererseits gelang es da Vinci, sein Verständnis der menschlichen Anatomie in einem Lächeln darzustellen. Der Künstler hatte davor Leichen in einem Krankenhaus untersucht, um die Gesichtsmuskulatur nachzuvollziehen.

Seine jahrelangen Studien zeigen sich in den Gesichtszügen, aber zum Beispiel auch in den fein ausgearbeiteten Locken oder in präzise strukturierten Falten in der Kleidung.

Unterstützt wird die Darstellung vom sogenannten Sfumato. Bei dieser Maltechnik setzte da Vinci Lichter und Schatten in verschiedenen Abstufungen ein und legte auf diese Weise eine Art rauchigen Schleier über das Motiv, der harte Linien weich zeichnete und die Haut zum Leuchten brachte.

Besucher lesen auch gerade folgenden Beitrag:  12 Gestaltungsmittel für Gemälde, Teil 2

Rätselhafte Identität

Zur Berühmtheit des Gemäldes trägt auch die rätselhafte Identität der dargestellten Frau bei. Es gab und gibt seit jeher Diskussionen darüber, ob die Mona Lisa tatsächlich jemals existierte.

Einige Historiker sind der Ansicht, dass es sich um Lisa Gherardini handelt. Lisa Gherardini war die Ehefrau von Francesco del Giocondo, einem wohlhabenden Händler aus Florenz.

Für diese Theorie spricht eine Randnotiz von Agostino Vespucci, nach der da Vinci an einem Porträt von Lisa del Giocondo gearbeitet haben soll. Die Notiz datiert auf das Jahr 1503 und wurde in einem Buch der Universität in Heidelberg entdeckt.

Andere Historiker zweifeln an dieser Theorie, weil es ihrer Meinung nach keine echten Beweise dafür gibt, dass da Vinci mit dem Porträt beauftragt wurde.

Außerdem gibt es die These, dass es sich bei der dargestellten Person um die Kunstmäzenin Isabella d’Este, eine Cousine von Gherardini, handelt, da Vinci das Gemälde aber nie vollendet hat.

Solche Spekulationen hatten zur Folge, dass in die Frau auf dem Bild verschiedene Bedeutungen hineininterpretiert wurden.

So sahen zum Beispiel die französischen Romantiker im späten 18. Jahrhundert in der Mona Lisa ein Sinnbild für die bezaubernde Femme fatale. Sie beschrieben sie als Inbegriff für die ewige Bewunderung und die Sehnsüchte, aber auch die weiblichen Geheimnisse.

Warum ist die Mona Lisa eigentlich so berühmt 1. Teil (1)

Medienwirksamer Diebstahl

Kunstexperten begannen erst ab den 1860er-Jahren allmählich damit, in der Mona Lisa ein Meisterwerk der Renaissance zu sehen. Der Louvre hatte das Gemälde schon im Jahr 1804 gekauft. Doch es sollte über 100 Jahre dauern, bis das Bild zum Publikumsmagneten wurde.

Im August 1911 stahl Vincenzo Peruggia, ein Schreiner mit italienischen Wurzeln, der im Museum arbeitete, das Bild. Er nahm das Gemälde von der Wand, versteckte es unter seiner Jacke und verließ das Gebäude.

Dieser Vorfall rief eine Sondersitzung des französischen Kabinetts hervor und kostete den Leiter der Gemäldeabteilung seinen Job. Gleichzeitig gab es einen enormen Medienrummel.

Die Schlagzeilen lockten unzählige Besucher ins Museum, die sich den leeren Platz an der Museumswand anschauen wollten. Obwohl das Bild bis dahin kaum Besucher angelockt hatte, wurde das Motiv nun sogar gewinnbringend vermarktet.

So wurden Postkarten und Mona-Lisa-Puppen verkauft, sogar eine Unterwäschekollektion wurde nach der Dame benannt.

Als das Gemälde dann zwei Jahre später wieder auftauchte, legten die Besucherzahlen noch einmal zu. Allein in den beiden ersten Tagen strömten über 100.000 Menschen in den Louvre, um die Mona Lisa zu sehen.

Besucher lesen auch gerade folgenden Beitrag:  Die schönsten Kunstmuseen in Deutschland, 2. Teil

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

Thema: Warum ist die Mona Lisa eigentlich so berühmt? 1. Teil

-

Übersicht:
Fachartikel
Verzeichnis
Über uns


ölgemälde99

Autoren Profil:
FB/Twitter

Veröffentlicht von

Autoren Profil:

Hier schreiben die beiden Künstler und Maler RZA & Feryal, alias Christian Gülcan und Ferya Gülcan. Beide Baujahr 1974, mit teilweise unterschiedlichen Einstieg (Grafitti, Zeichnen & Design) in die Acrylmalerei und Ölmalerei. Wir sind Markeninhaber der Kunstschmiede kooZal und malen hauptsächlich moderne und abstrakte Acrylbilder und Ölbilder im Großformat, wenden aber auch andere Maltechniken und Farben an.

Kommentar verfassen