Kunstgeschichte als Arbeitsfeld, 2. Teil

Kunstgeschichte als Arbeitsfeld, 2. Teil

Wer sein Geld mit Kunst verdienen möchte, muss nicht zwangsläufig als Künstler arbeiten. Zumal das Dasein als freischaffender Künstler nicht nur ein gewisses Talent voraussetzt, sondern auch mit einem wirtschaftlichen Risiko einhergeht. Andererseits gibt es im Kunstbereich eine Vielzahl von beruflichen Möglichkeiten.

Kunsthistoriker

Ein Beispiel dafür ist der Kunsthistoriker. Dabei ist die gerade die Kunstgeschichte ein Tätigkeitsbereich, der weitaus vielseitiger ist, als oft vermutet. Grund genug, sich das Ganze einmal näher anzuschauen.

In einer mehrteiligen Beitragsreihe widmen wir uns der Kunstgeschichte als Arbeitsfeld. Dabei haben wir im 1. Teil geklärt, womit sich die Kunstgeschichte überhaupt befasst. Mit dem Denkmalpfleger, dem Dokumentar und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter an einer Forschungseinrichtung haben wir außerdem drei mögliche Tätigkeiten vorgestellt.

Im 2. Teil geht es mit weiteren Arbeitsbereichen für Kunsthistoriker weiter:

 

Galerist

Ein Galerist schlägt die Brücke zwischen Kunst und Wirtschaftlichkeit. Seine Aufgabe, sein Ziel und meist auch seine besondere Leidenschaft bestehen darin, neue Talente und bekannte Künstler zu entdecken, am Kunstmarkt zu etablieren und langfristig zu fördern.

Der Galerist ist dabei eine Art Vermittler zwischen seinen Künstlern auf der einen und Kunstinteressierten, Käufern und Museen auf der anderen Seite. In diesem Zuge organisiert der Galerist immer wieder Ausstellungen, um so die Arbeiten seiner Schützlinge in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Das Aufgabenfeld eines Galeristen ist breit gefächert. Die Kommunikation mit Künstlern und Kunden gehört ebenso dazu wie organisatorische Aufgaben. Neben kunsthistorischem Wissen braucht ein Galerist aber auch solides Wissen in Sachen Betriebswirtschaft. Denn von der Begeisterung für Kunst allein kann keine Galerie leben. Vielmehr ist sie ein Wirtschaftsunternehmen, das sich auf dem mitunter nicht ganz einfachen Kunstmarkt behaupten muss. Der Galerist muss deshalb kaufmännisch denken und handeln.

Ein guter Galerist hat ein Gespür für Trends, ein geschultes Auge für Qualität und den Mut, ein Programm mit eigener Note zusammenzustellen. Nicht zuletzt braucht ein Galerist aber auch Durchhaltevermögen. Denn es kann durchaus seine Zeit dauern, bis seine Künstler den Durchbruch schaffen und sich einen Namen auf dem Kunstmarkt machen.

 

Kunsthistoriker an der Hochschule

Als Forschungs- und Lehrstätten genießen Hochschulen seit jeher hohes Ansehen. Kunsthistorikern bieten sie Beschäftigungsmöglichkeiten als Professoren, Juniorprofessoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und Lehrbeauftragte.

Möchte ein Kunsthistoriker Dozent oder Professor werden, beginnt sein Weg meist mit der Dissertation. Sie ist die Voraussetzung für eine Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Uni oder Forschungseinrichtung. Dann folgen mehrere Jahre Forschungsarbeit.

Im Rahmen der Forschungsarbeit sollte der Kunsthistoriker mindestens eine Publikation veröffentlichen. Zusammen mit entsprechender Erfahrung in Lehrtätigkeiten schafft die Veröffentlichung die Grundlage dafür, dass der Kunsthistoriker seine Habilitation erhält und als Privatdozent tätig werden kann. Der nächste Schritt ist dann schließlich die Anstellung als Professor.

Im Rahmen der Professur unterrichtet der Kunsthistoriker meist neun Stunden pro Woche. Daneben kann sich der Professor weiterhin seiner Forschungsarbeit widmen. In jüngerer Vergangenheit kommen aber immer mehr Aufgaben aus dem Bereich der Verwaltung und der Organisation dazu.

Denn vor allem für Forschungsprojekte müssen finanzielle Mittel besorgt und Geldgeber überzeugt werden. Die Einführung von Bachelor- und Master-Studiengängen, die teils schon durchgeführt wurde und teils direkt bevorsteht, wird die Uni als Arbeitfeld noch einmal verändern.

 

Lehrer an einer Kunstakademie

An fast allen Hochschulen in Deutschland, an den künstlerische Berufe ausgebildet werden, unterrichten auch Kunsthistoriker. Der Unterrichtschwerpunkt im Fach Kunstgeschichte ist dabei üblicherweise die zeitgenössische Kunst. Daneben bilden die Kunstwissenschaft und die Restaurierung von Kunstarbeiten wichtige Inhalte, die die Studenten lernen. Dadurch ist eine umfassende Ausbildung sichergestellt, die neben der Praxis auch die theoretischen Grundlagen umfasst.

Als Kunstlehrer an einer staatlichen Schule können Kunsthistoriker meist nicht arbeiten. Die Kunstgeschichte gehört zwar zur Ausbildung beim Lehramtsstudium dazu. Allerdings muss sie um die Kunstpädagogik mit einem hohen praktischen Anteil ergänzt werden. Freiberuflich können Kunsthistoriker hingegen im Bereich der Kunsterziehung arbeiten. Die Erwachsenenbildung oder auch Führungen für Touristen wären Beispiele dafür.

 

Kunsthändler

Ein Kunsthändler ist in erster Linie damit beschäftigt, Kunstwerke an interessierte Käufer zu vermitteln. Ein guter Kunsthändler zeichnet sich aber dadurch aus, dass er nicht nur als Makler fungiert und den Kontakt zwischen dem Künstler als Verkäufer und einem Kunden als Käufer herstellt.

Vielmehr berät der Kunsthändler seine Kunden auch zum Aufbau der Kunstsammlung, wählt passende Arbeiten für sie aus und steht als Ansprechpartner zur Seite, wenn es um Dinge wie die optimale Präsentation der Objekte, Restaurierungen oder Versicherungen geht.

Ein Kunsthistoriker hat an diesem Punkt den großen Vorteil, dass er neben Begeisterung für Kunst auch fundiertes Fach- und Hintergrundwissen mitbringt. Er ist somit nicht nur ein Händler, sich das notwendige Wissen angeeignet hat, sondern ein ausgebildeter Experte in seinem Spezialgebiet.

Gerade als Experte wird der Kunsthistoriker andersherum aber oft lernen müssen, sich auf die Vorstellungen seiner Kunden einzulassen und das Kommerzielle im Blick zu behalten. Einstiegsmöglichkeiten für eine Tätigkeit als Kunsthändler sind Praktika, Volontariate und Anstellungen in größeren Kunsthandlungen und Auktionshäusern. Langfristig wird der Weg jedoch in vielen Fällen in die Selbstständigkeit führen.

 

Lektor

Vor allem Verlage, die auf Kunst und Kunstwissenschaften ausgerichtet sind, bieten ein interessantes Arbeitsfeld für Kunsthistoriker. In diesem Zusammenhang ist vor allem der Beruf des Lektors zu nennen.

Der Kunsthistoriker kann die Kenntnisse, die er in seinem Studium erworben hat, nutzen, um Manuskripte zu beurteilen, die Ausführungen inhaltlich zu überprüfen und notwendige Korrekturen anzuregen. Daneben kann er an der Gestaltung mitwirken, indem er beispielsweise Bilder oder Illustrationen, Schriften und Layouts auswählt.

Ein bewährter Weg für eine Tätigkeit im Verlagswesen ist zunächst ein Praktikum nach dem Grundstudium. Hat der Kunsthistoriker sein Studium abgeschlossen, folgt üblicherweise ein einjähriges Volontariat. Eine Doktorarbeit ist für ein Lektorat meist nicht erforderlich. Im weiteren Verlauf seiner Tätigkeit kann der Kunsthistoriker dann beispielsweise zum Programmverantwortlichen im Kunstbereich aufsteigen.

Weitere Arbeitfelder folgen im nächsten Teil.

Mehr Ratgeber, Anleitungen und Tipps:

Thema: Kunstgeschichte als Arbeitsfeld, 2. Teil

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Redakteure

Hier schreiben die beiden Künstler und Maler RZA & Feryal. Beide Baujahr 1974, mit teilweise unterschiedlichen Einstieg (Grafitti, Zeichnen & Design) in die Acrylmalerei und Ölmalerei. Wir sind Markeninhaber der Kunstschmiede kooZal und malen hauptsächlich moderne und abstrakte Acrylbilder und Ölbilder im Großformat.

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