Grundlegendes zum Malen von Landschaften, Teil 1

Grundlegendes zum Malen von Landschaften, Teil 1

Ob mit Öl-, Acryl- oder Aquarellfarben, mit Bleistift, Buntstiften oder Pastellkreiden und ob draußen mit dem Original vor Augen oder zu Hause mit einem Foto als Vorlage: Das Malen von Landschaften ist so vielseitig wie die Natur selbst. Im Prinzip könnte die Landschaftsmalerei glatt als eigenständige Kunstdisziplin durchgehen. Grund genug, dem Malen von Landschaften einmal einen ausführlichen Ratgeber zu widmen.

Grundlegendes zum Malen von Landschaften, Teil 1

In einem mehrteiligen Beitrag zeigen wir, wie der Maler ein geeignetes Motiv findet und welche Materialien er verwenden kann. Grundlegende Infos und allgemeine Tipps haben wir natürlich ebenfalls parat.

Also, los geht’s! :

Grundlegendes zum Malen von Landschaften

Die Landschaftsmalerei ist vielfältiger und spannender, als es im ersten Moment vielleicht scheint. Doch die Natur kommt in so vielen verschiedenen Facetten daher, dass auch das Malen von Landschaften unglaublich viel Abwechslung bietet.

Selbst wenn sich der Maler exakt dieselbe Stelle einer Landschaft mehrfach an unterschiedlichen Tagen und zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten anschaut, wird er jedes Mal aufs Neue ein anderes Bild vor sich haben. Genau das macht die Landschaftsmalerei so spannend, gleichzeitig aber auch anspruchsvoll.

Hat der Maler noch nicht ganz so viel Erfahrung, sollte er sich zunächst besser einfachere Motive aussuchen. Damit kann er experimentieren und vor allem das richtige Sehen üben. Gerade wenn es darum geht, die Natur darzustellen, ist ein sehr genaues Hinschauen nämlich besonders wichtig.

Später, mit etwas mehr Übung und einem geschulten Blick, kann sich der Maler dann auch an komplexere Motive oder kleine Detailsausschnitte heranwagen.

Das richtige Motiv für das Landschaftsbild finden

Die erste Frage beim Malen von Landschaften ist, welches Motiv es werden soll. Grundsätzlich geht es in der Landschaftsmalerei gar nicht so sehr darum, jedes kleinste Detail so originalgetreu wie möglich abzumalen.

Das Ziel ist vielmehr, die Stimmung einzufangen. Das wiederum ist auch durch abstraktere Darstellungen möglich. Dabei kennt die Landschaftsmalerei zwei grundlegende Herangehensweisen:

  1. Plein Air

Der Maler kann die echte Natur als Vorlage nutzen, die Natur also direkt abmalen. Diese Variante wird als Plein Air bezeichnet. Dafür kann sich der Maler sein Malzeug schnappen, ein schönes Plätzchen suchen und mitten in der Landschaft das malen, was er vor sich sieht.

Die andere Möglichkeit ist, dass der Maler zunächst nur eine grobe Skizze anfertigt. Zu Hause arbeitet er die Skizze dann aus. Auch Fotos, die der Maler schießt, kann er als Basis für seine Landschaftsbilder nutzen.

So oder so geht dem Plein Air Malen aber immer ein Streifzug durch die Natur voraus. Bei diesem Spaziergang findet der Maler das Fleckchen Erde, das er in seinem Bild festhält. Nach welchen Kriterien der Maler das Motiv aussucht, bleibt ihm selbst überlassen.

Vielleicht ist es eine Form, das Licht, das Gesamtbild, eine Wolkenformation, eine Pflanze oder einfach ein Gefühl, das ihn dazu veranlasst, genau hier zu Pinsel, Bleistift oder Kamera zu greifen.

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Tatsächlich macht das die Landschaftsmalerei auch ein Stück weit aus. Denn der Maler hat alle Freiheiten, um seine Vorstellungen und Ideen auszudrücken. Anders als beispielsweise bei der Portraitmalerei kommt es weniger darauf an, das Motiv möglichst originalgetreu und detailliert zu treffen.

Das Bild lebt vielmehr von den Proportionen, den Lichtverhältnissen, der Darstellung und der Stimmung, die es einfängt. Ein Baum auf einer Wiese wirkt im Frühling nun mal ganz anders als im Herbst oder im tiefsten Winter. Und der Maler kann in einer Felsformation oder einem Gebüsch ganz andere Formen erkennen als eine andere Person.

  1. Vorlage

Die zweite Möglichkeit ist, dass sich der Maler eine Vorlage sucht. Das kann ein Gemälde mit einer Landschaft, ein Bild aus einem Reiseführer, eine Abbildung in einer Zeitschrift oder ein Foto aus dem Internet sein. Anders als beim Plein Air malt der Maler also nicht direkt nach der Natur, sondern lässt sich von einer Motivvorlage inspirieren.

Ein Vorteil hierbei ist, dass der Maler Motive aus aller Welt verwenden kann. Wohnt er zum Beispiel an der Küste und möchte eine Gebirgslandschaft malen oder will er eine Wüste auf die Leinwand bringen, muss er sich nicht extra auf den Weg machen, um vor Ort das passende Motiv zu finden.

Der zweite Vorteil ist, dass sich ein Foto als Vorlage nicht verändert. Der Maler kann unbegrenzt lange an seinem Bild arbeiten, ohne dass zum Beispiel das Licht anders wird. Außerdem kann er die Vorlage vergrößern oder auch ein Raster anbringen, um einzelne Abschnitte auf die Leinwand zu übertragen. In der freien Natur ist das so nicht möglich.

Trotzdem ermöglicht natürlich auch eine Vorlage dem Maler, seine eigenen Ideen umzusetzen und dem Bild eine persönliche Note zu verleihen. Denn der Maler kann die Landschaft so abbilden, wie er sie beim Anblick der Vorlage empfindet.

Und noch ein Tipp:

Für die Landschaftsmalerei eignen sich Motive besonders gut, die in die Tiefe gehen. Ein kleiner Wald am Horizont, ein schmaler Weg oder ein Bach zum Beispiel, der sich vom Vordergrund aus nach hinten schlängelt, zieht den Betrachter regelrecht in die Landschaft hinein und lässt das Bild dadurch lebendig erscheinen.

Beispiel:

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Hier schreiben die beiden Künstler und Maler RZA & Feryal, alias Christian Gülcan und Ferya Gülcan. Beide Baujahr 1974, mit teilweise unterschiedlichen Einstieg (Grafitti, Zeichnen & Design) in die Acrylmalerei und Ölmalerei. Wir sind Markeninhaber der Kunstschmiede kooZal und malen hauptsächlich moderne und abstrakte Acrylbilder und Ölbilder im Großformat.

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