Farbe für Rost-Effekte selber machen

Farbe für Rost-Effekte selber machen

Ob direkt auf der Leinwand oder um den Bilderrahmen für ein Bild interessant zu gestalten: Mit Effektfarben lassen sich tolle Akzente setzen. Dabei sind im Künstlerbedarf Effektfarben in den verschiedensten Ausführungen erhältlich.

So gibt es zum Beispiel Krakelierlack oder Farben, die eine Beton-, Leder- oder Samtoptik imitieren. Daneben gibt es Farben, die eine Fläche mit einer verwitterten Rost-Patina überziehen.

Rost Farben Effekte

Die fertigen Effektfarben lassen sich gut verarbeiten und erzielen in aller Regel auch wirklich die gewünschte Optik. Allerdings gibt es zwei Minuspunkte. Der erste Nachteil ist, dass sich die Farben oft nur bedingt mit Ölfarben kombinieren lassen. Der zweite Haken ist der teils saftige Preis.

Dabei kann sich der Hobby-Künstler mit wenigen Materialien und kleinem Aufwand seine Farbe für Rost-Effekte selber machen.

Und wie das geht, erklären wir in dieser Anleitung!:

 

Die Materialien für die Rosteffekt-Farbe

  • Feinspachtel aus der Tube
  • schnell trocknender Bastelleim mit möglichst hoher Klebekraft
  • feiner Sand
  • Acrylfarben in Braun, Schwarz, Rot, Orange, Gelb, Blau, Grün und Weiß
  • Pappbecher oder Schraubgläser
  • Spatel oder alte Löffel zum Umrühren
  • Löffel oder ähnliches Hilfsmittel zum Abmessen

Farbe für Rost-Effekte selber machen

Bei der Rostfarbe handelt es sich eigentlich gar nicht nur um eine Farbe. Vielmehr werden, je nach gewünschter Optik, drei oder vier Farbpasten angemischt. Wird die Farbe gleich verarbeitet, können die Farbpasten in Pappbechern angerührt werden.

Möchte der Hobby-Künstler eine größere Menge anmischen, bieten sich Schraubgläser an. Gut verschlossen, hält sich die Farbe nämlich eine ganze Weile.

 

Die Grundfarbe

Die Basis für die Effektfarbe ist eine braune Farbpaste. Sie wird ähnlich wie eine Grundierung über die ganze Fläche aufgetragen. Von der Grundfarbe wird deshalb auch die größte Menge benötigt. Für die Grundpaste werden

  • 4 Teile Sand,
  • 2 Teile Feinspachtel,
  • 2 Teile Bastelleim und
  • 1 Teil braune Acrylfarbe

in ein Gefäß gegeben und gut miteinander verrührt. Anschließend wird die Paste mit schwarzer Acrylfarbe ein wenig abgedunkelt. Wie viel von der schwarzen Farbe hinzugefügt wird, richtet sich nach dem verwendeten Braunton. Bei einem recht dunklen Braun sollte ein Teil schwarzer Farbe gut ausreichen.

Bei einem hellen Braunton kann die Menge von brauner und schwarzer Farbe fast gleich sein. Hier geht der Hobby-Künstler am besten nach Gefühl vor und rührt in kleinen Mengen soviel Schwarz in die Paste, bis ihm der Farbton gefällt.

 

Die Akzentfarben

Eine Rostfläche ist nie ganz gleichmäßig, sondern zeigt verschiedene Farbschattierungen. Dafür mischt der Hobbykünstler weitere Farbpasten an. Die Basis für die Akzentfarben bilden zwei Teile Sand, ein Teil Feinspachtel und ein Teil Bastelleim. Diese drei Zutaten werden in Gefäße gegeben und miteinander vermischt. Dazu kommen dann Acrylfarben, und zwar so:

  • Für eine rötliche Akzentfarbe rührt der Hobby-Künstler einen Teil Orange und je zwei Spritzer Rot und Braun in die Sand-Leim-Paste ein. Sollte der Farbton zu grell werden, kann er mit wenig Schwarz abgedunkelt werden. Ist der Farbton zu dunkel, hellt etwas mehr Gelb die Paste auf.
  • Für eine gelbliche Akzentpaste gibt der Hobby-Künstler einen Teil gelber Farbe zur Sandmischung. Anschließend dunkelt er den Farbton mit Orange ab.
  • Eine bläuliche Akzentfarbe, die Grünspan imitiert, erzielt der Hobby-Künstler, indem er je einen guten Schuss Grün und Blau in die Sand-Paste gibt. Für einen leuchtenden Farbton kann er dann noch ein wenig Weiß einrühren.

Die Mengenangaben sind aber nur ungefähre Richtwerte. Denn je nach verwendeten Acrylfarben kann die benötigte Farbmenge größer oder kleiner ausfallen. Hier kann und sollte der Hobby-Künstler also ruhig etwas herumexperimentieren.

Die selbstgemachte Rosteffekt-Farbe anwenden

Um eine realitätsnahe Optik zu erzeugen, die wirklich so aussieht, als wäre die Oberfläche im Laufe der Zeit gealtert und verwittert, werden die Farbpasten in mehreren Schichten übereinander aufgetragen. Der Farbauftrag klappt am besten mit einem größeren Borstenpinsel. Damit wird die jeweilige Farbpaste aufgenommen und anschließend auf den Malgrund aufgetupft.

Dabei beginnt der Hobby-Künstler mit der brauen Grundpaste. Diese trägt er überall dort auf, wo die Rost-Patina zu sehen sein soll. Auf der Leinwand können das eine größere oder kleine Fläche oder mehrere Farbfelder sein. Einen Bilderrahmen kann der Hobby-Künstler komplett oder nur stellenweise rosten lassen. Auf die braune Grundpaste tupft der Hobby-Künstler anschließend stellenweise etwas von der rötlichen, der gelblichen und der bläulichen Akzentfarbe auf. Auch hier kann der Hobby-Künstler aber selbstverständlich mit den Effekten spielen. So kann er beispielsweise die Grünspan-Optik weglassen oder auf die gelblichen Farbschattierungen verzichten.

Ist die Rostfläche fertig, müssen die Farbpasten trocknen. Erst im trockenen Zustand zeigen die Farben ihre endgültigen Nuancen. Wenn der Hobby-Künstler möchte, kann er dann stellenweise weitere Farbschichten auftupfen, um den Effekt zu verstärken.

Durch die Mischung aus Spachtelmasse und Sand eignet sich die Rostfarbe sehr gut, um Strukturen anzulegen. Umgekehrt werden bereits vorhandene Strukturen aber abgeschwächt. Denn feine Rillen oder Ornamente lassen sich mit den Farbpasten nur bedingt einfärben. Feine Details sind deshalb – ähnlich wie bei einer wirklich verrosteten Fläche – kaum noch zu erkennen. Genau das kann aber beispielsweise bei einem Bilderrahmen mit Barockornamenten den besonderen Reiz ausmachen.

Ist die Rostfläche fertig, kann der Hobby-Künstler weiter an seinem Ölbild malen. Dabei kann er die Ölfarben auch in und teils über die verrostete Fläche laufen lassen. Denn wie bei einer Untermalung mit Acrylfarben halten die Ölfarben auch auf den Rost-Farbpasten. Andersherum funktioniert es jedoch nicht. Der Hobby-Künstler kann also nicht erst Farbflächen mit Ölfarben gestalten und darüber die Rostfarbe schichten. Denn hier würde sie nicht haften.

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