Anleitung: Malkreide selber machen

Anleitung: Malkreide selber machen

In der Ölmalerei gibt es viele verschiedene Maltechniken, mit denen der Hobby-Künstler seine Ideen umsetzen kann. Von dicken Farbschichten mit deutlichen Strukturen bis hin zu hauchzarten, fast transparenten Lasuren ist so gut wie alles möglich.

Malkreide selber machen

Doch manchmal möchte der Hobby-Künstler auch Mischtechniken umsetzen. Das wiederum ist mit Ölfarben nicht ganz so einfach. Denn durch das Öl, das Ölfarben als Bindemittel enthalten, vertragen sie sich nicht sehr gut mit anderen Farben. Das gilt vor allem für Farben auf Wasserbasis.

Trotzdem kennt auch die Ölmalerei die eine oder andere Mischtechnik. So werden beispielsweise Acrylfarben gerne für Untermalungen verwendet. Oder Ölfarben werden mit Eitempera kombiniert. Eine weitere Möglichkeit ist, die Ölmalerei mit Zeichentechniken zu kombinieren.

Neben Blei- und Buntstiften oder Kohle wird dann gerne zu Kreiden gegriffen. Oft handelt es sich dabei zwar um Ölkreiden. Aber auch mit einfachen Malkreiden lassen sich tolle Effekte erzielen. Und solche Malkreiden kann der Hobby-Künstler ganz einfach selbst herstellen.

Wir erklären, wie es geht!:

 

Anleitung: Malkreide selber machen

Malkreide kann aus verschiedenen Zutaten hergestellt werden. Drei Rezepte stellen wir gleich vor. Die grundlegenden Arbeitsschritte sind aber bei allen Anleitungen gleich. So werden zuerst die Gießformen angefertigt. Anschließend wird der Farbbrei angerührt und in die Gießformen eingefüllt. Dann müssen die Kreiden nur noch durchtrocknen.

Die einfachste Variante für die Gießformen sind leere Papprollen von Küchen- oder Toilettenpapier. Die Röhren werden auf der Unterseite mit Klebeband dicht zugeklebt. Der Nachteil an dieser Variante ist aber, dass die Kreiden dadurch sehr dick werden. Beim Malen auf der Leinwand können sie deshalb etwas zu unhandlich sein.

Aus diesem Grund stellen wir die Gießformen anders her.

Materialien – Benötigt werden dafür:

  • Backpapier
  • Permanentmarker oder anderer, ähnlich dicker Stift
  • Klebeband
  • Schere

Zuerst wird ein Stück Backpapier abgeschnitten und gefaltet. Dafür wird die Unterkante zu einem Drittel nach oben geklappt und fest gestrichen. Danach wird die Oberkante nach unten gefaltet. Das Backpapier liegt dadurch in drei Lagen übereinander.

Nun wird der Papierstreifen in zwei Windungen um den Stift gewickelt. Nachdem das überschüssige Papier abgeschnitten ist, wird die Kante festgeklebt. Dann wird das Papier nach unten geschoben, bis es über den Stift hinausragt. Die Öffnung wird nun eingeklappt und mit Klebeband gut fixiert. Zum Schluss wird die Papierrolle vom Stift heruntergezogen.

Damit ist die erste Gießform vorhanden. Und weil die Form aus Backpapier besteht, ist auch gleich die Ummantelung für die Kreiden vorhanden. Auf diese Weise werden so viele Formen gebastelt, wie benötigt.

Damit die Kreiden farbig werden, muss die Masse eingefärbt werden. Auch hier gibt es wieder verschiedene Möglichkeiten. Eine bewährte Methode sind Lebensmittelfarben. Daneben kann die Kreidemasse mit Tempera- oder Acrylfarben eingefärbt werden.

Mit Ölfarben hingegen funktioniert es nicht, weil der Farbbrei mit Wasser angerührt wird. Neben Farbpigmenten in Pulverform aus dem Künstlerbedarf können außerdem auch Gewürze für die Farbe sorgen. Kurkuma beispielsweise färbt die Kreidemasse gelb, Zimt sorgt für einen schönen Braunton und mit Paprikapulver entsteht ein Rosé-Ton, ähnlich wie Hautfarbe.

 

  1. Rezept: Malkreide aus Gips

Kreiden aus Gips sind fast schon Klassiker und weisen eine gute Qualität auf. Ratsam ist aber, Modellbau- oder Hobbygips zu verwenden. Denn normaler Baugips ist etwas zu grob und nimmt außerdem kaum Farbe an. Das Ergebnis wären Kreiden, die fast Weiß mit einem leichten Farbstich malen. Die Zutaten für die Gips-Malkreiden lauten wie folgt:

  • Modellbaugips
  • Färbemittel
  • Wasser
  • Gießformen, Behälter zum Anrühren, Rührwerkzeug, Behälter zum Abstellen der befüllten Gießformen

Für den Farbbrei werden zuerst der Gips und das Wasser zu einer glatten, klumpenfreien Masse verrührt. Das Verhältnis der beiden Zutaten liegt ungefähr bei 1:1. Dann wird das Färbemittel hinzugefügt und gründlich eingerührt. Wie viel Färbemittel hinzugefügt wird, hängt natürlich davon ab, wie intensiv der Farbton werden soll. Generell gilt aber, dass der Farbbrei im Zweifel lieber etwas zu kräftig sein sollte. Denn nach dem Trocknen werden die Kreiden noch ein ganzes Stück heller.

Die Kreidemasse hat die richtige Konsistenz, wenn sie ungefähr einem Rührkuchenteig oder einem Joghurt ähnelt. Sollte die Masse zu fest sein, wird noch etwas Wasser hinzugegeben. Ist sie zu flüssig, kommt etwas mehr Gips dazu. Der Farbbrei wird nun in die vorbereiteten Gießformen eingefüllt. Sie können dazu in einen Behälter gestellt werden, damit sie nicht umkippen. Da sich Gips nicht ausgedehnt, können die Formen ruhig bis oben hin befüllt werden.

Dann müssen die Kreiden trocknen. Je nach Größe der Kreidestücke dauert das mehrere Stunden. Am besten lässt der Hobby-Künstler seine Malkreiden über Nacht stehen. Sind sie am nächsten Tag durchgetrocknet, kann oben etwas Papier abgezogen werden. Und dann kann das Malen beginnen!

 

  1. Rezept: Malkreide mit Eierschalen

Möchte der Hobby-Künstler nicht mit Gips arbeiten, kann er diesen durch eine Mischung aus Mehl und Eierschalen ersetzen. Die Eierschalen liefern in diesem Fall Kalk, während das Mehl als Füllstoff und Bindemittel dient. Für solche Malkreiden werden benötigt:

  • Eierschalen, sauber und trocken
  • Mehl
  • heißes Wasser
  • Färbemittel
  • Mörser und Stößel, Schüsseln und Rührwerkzeug, Gießformen

Als erstes werden die trockenen Eierschalen in kleine Stücke zerbrochen, in den Mörser gegeben und mit dem Stößel zu einem möglichst feinen Pulver zerrieben. Dann werden die zermahlten Eierschalen in eine Schüssel umgefüllt und mit Mehl vermischt. Das Mischungsverhältnis dabei beträgt ein Teil Eierschalen auf zwei Teile Mehl.

Zu den trockenen Zutaten wird nun heißes Wasser dazugegeben, und zwar ungefähr ein Teil. Bei einem Esslöffel Eierschalenpulver und zwei Esslöffeln Mehl wäre das also ein Esslöffel Wasser. Dann wird die Mischung sorgfältig durchgerührt, bis eine dickflüssige Paste ohne Klumpen entstanden ist. Die Paste wird anschließend wie gewünscht eingefärbt und in die Gießformen eingefüllt. Ähnlich wie die Gips-Malkreiden müssen auch diese Kreiden ungefähr einen Tag lang trocknen.

 

  1. Rezept: Malkreide aus Maisstärke

Eine dritte Möglichkeit für selbstgemachte Malkreiden ist, mit Maisstärke zu arbeiten. Dabei werden benötigt:

  • Maisstärke
  • Wasser
  • Färbemittel
  • Gießformen, Behälter und Rührwerkzeuge

Für diese Malkreiden werden Maisstärke und Wasser zu gleichen Teilen in eine Schüssel gegeben und solange verrührt, bis eine glatte und geschmeidige Masse entstanden ist. Dann wird die Masse eingefärbt und in die Gießformen umgefüllt. Nach etwa einem Tag Trocknungszeit sind die Malkreiden bereit für ihren ersten Einsatz.

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