Alte Ölbilder

Alte Ölbilder 

 

Die Ölmalerei ist nicht nur bei Kunstexperten überaus geschätzt, sondern gilt allgemein als eine der edelsten, wenngleich auch anspruchvollsten Maltechniken. So kennzeichnen sich Ölbilder durch einen sehr intensiven Farbeindruck und ihren charakteristischen Duktus. Zudem sind Ölfarben verhältnismäßig unempfindlich gegenüber Licht, können untereinander zu verschiedensten Nuancen gemischt und in unterschiedlichen Techniken und Konsistenzen vermalt werden.

 

Hinzu kommt, dass die sehr lange Trocknungsdauer dazu beiträgt, dass die Ölbilder über einen ebenso langen Zeitraum hinweg weiter bearbeitet und auch korrigiert werden können. Neben diesen vielen Vorteilen, die Ölfarben aufweisen, liegt eine besondere Schwierigkeit aber in der Neigung zur Rissbildung.

 

So ist es zwar möglich, Ölfarben auch in sehr dicken Farbschichten aufzutragen, allerdings werden heute hierbei Malmittel eingesetzt, die Harze enthalten und als sogenannte Malbutter bezeichnet werden. Reine Künstlerfarben hingegen bestehen ausschließlich aus Farbpigmenten und Ölen.

 

 

Alte Ölbilder malen mit Frühsprungrissen

 

Das Öl in der Farbsubstanz oxydiert durch die Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft und gewinnt während des Aushärtens damit an Volumen. Nach dem Durchtrocknen baut sich dieses Volumen allerdings dann allmählich wieder ab, so dass insbesondere alte Ölbilder die charakteristischen Risse zeigen, die als sogenannte Spätsprungrisse bezeichnet werden. Vermutlich aus diesem eigentlich natürlichen, wenn auch meist ungewollten Prozess heraus, hat sich in der Ölmalerei der Grundsatz entwickelt, fette Farbschichten auf magere Farbschichten aufzutragen.

 

Fett bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Ölfarbe einen hohen Anteil an Ölen enthält, während der Ölgehalt bei magerer Ölfarbe niedriger ist. Um nun Ölbilder zu malen, die wie alte Ölbilder aussehen, kann dieser Grundsatz schlichtweg umgekehrt werden. In diesem Fall würde die Anleitung also lauten, bei den unteren Farbschichten eine stark ölhaltige Farbe zu verwenden und über diese Farbschichten Ölfarbe mit nur geringem Ölanteil aufzutragen.

 

Während der Aushärtung entstehen so Risse in der obersten Malschicht, die das eigentlich neue Ölbild alt aussehen lassen. Fachleute werden allerdings recht schnell erkennen, dass es sich bei den Rissen nicht um echte Spätsprungrisse, sondern um sogenannte Frühsprungrisse handelt. Der Unterschied liegt nämlich darin, dass echte, durch das Alter des Gemäldes entstandene Risse sehr feine und nur oberflächliche Adern aufweisen, während durch die Maltechnik erzeugte Risse tiefer und breiter sind. 

 

Hier eine Video-Dokumentation zu Ölgemälden aus dem 14. und 15. Jahundert: 

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Thema: Alte Ölbilder

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