Ölbilder restaurieren

Ölbilder restaurieren 

 

Im Zusammenhang mit dem Restaurieren von Ölbildern muss grundsätzlich zwischen einer Reinigung und einer richtigen Reparatur unterschieden werden. Letztere wird notwendig, wenn das Ölbild viele und stark ausgeprägte Risse aufweist oder an einer oder mehreren Stellen beschädigt ist. Allerdings kann man in aller Regel nicht selbst Ölbilder restaurieren, sondern sollte sich hierfür an Experten wenden, die zunächst überprüfen, ob eine Restaurierung überhaupt machbar ist.

 

In den meisten Fällen ist es möglich, das Ölbild zu retten und wieder ansehnlich zu machen, indem Verschmutzungen beseitigt, Risse behandelt und Löcher geschlossen werden. Der aufwändigste und zugleich schwierigste Schritt bei der Restaurierung eines Ölgemäldes besteht im Retuschieren. Schadhafte Bildstellen oder neu eingesetzte Teile, die die ehemaligen Risse und Löcher verdecken, müssen nämlich so angepasst werden, dass sie nicht erkennbar sind. Zum Abschluss wird eine neue Firnis aufgetragen, die das Ölbild vor neuen Beschädigungen sowie vor UV-Strahlen schützt und zeitgleich die Farben wieder neu erstrahlen und leuchten lässt.

 

Unsere Anleitung zum restaurieren

 

Allerdings ist auch beim Auftrag der Firnis Fingerspitzengefühl gefragt, damit die Patina und der ursprüngliche Charakter des Bildes erhalten bleiben. Bei stark verschmutzen und bei wertvollen Ölbildern sollte auch die Reinigung einem Experten überlassen werden, denn er kann Staub, Verschmutzungen, Wasserränder oder Spuren von unsachgemäßer Lagerung entfernen, ohne den Charakter und die Wirkung eines alten Ölbildes zu verändern.

 

Möchte man seine Ölbilder restaurieren, indem man nur sehr leichte Verschmutzungen und minimale Staubschichten entfernt, kann man dies auch selbst versuchen. Hierbei sieht die Anleitung im Wesentlichen zwei Schritte vor, die aus der eigentlichen Reinigung und dem eventuellen Auftrag einer neuen Versiegelung bestehen.

 

Für eine Reinigung erweisen sich Weißbrot oder Kartoffeln als einfache, jedoch sehr effektive Hilfsmittel. Die Reinigung erfolgt, indem mit dem weichen, weißen Inneren des Weibrotes oder mit einer halbierten, rohen Kartoffel vorsichtig über die Bildoberfläche gerieben wird. Sind das Weißbrot oder die Schnittfläche der Kartoffel während des Reinigens schon recht grau, sollten sie ausgetauscht werden, was vor allem bei größeren Ölbildern sicher notwendig werden wird. Meist reicht eine solche Reinigung bereits aus, um das Ölbild wieder zu beleben.

 

Um es zu schützen, kann allerdings auch eine schützende Leinölfirnis aufgetragen werden. Der Auftrag erfolgt mithilfe eines Baumwolltuches, das aber keinesfalls fusseln darf, gut geeignet sind beispielsweise Mikrofasertücher. Mit dem leicht mit Leinöl benetzten Tuch wird über das Bild gewischt, wobei darauf geachtet werden muss, dass der Auftrag nicht zu dick und vor allem gleichmäßig ist.

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Thema: Ölbilder restaurieren

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4 Gedanken zu „Ölbilder restaurieren“

  1. Sehr geehrte Damen und Herren

    Im oben angegebenen Beschrieb schreiben Sie von einem
    Leinölfirnis ! Kann dieses sowohl für Öl- wie auch
    für Acrylbilder verwendet werden ?

    Generell wäre für mich von grossem Interesse, wie ich
    am Bild den Unterschied zwischen Öl- und Acrylfarbe
    selber unterscheiden kann ?

    Freundliche Grüsse
    Th. J. Meier

  2. Hallo,

    als Gemälderestauratorin kann ich nur dringend davon abraten Gemälde mit Brot oder Kartoffeln zu reinigen!
    Das problematische an dieser Vorgehensweise ist, dass man biologische Substanzen in die Oberfläche einarbeitet, wie Stärke. Das ist definitiv nicht gut für das Stoffgefüge und kann zudem Mikoorganismen, Insekten etc. anziehen die entweder weitere organische Substanzen des Originals abbauen oder angreifen bzw. im Falle von Insekten Exkremente hinterlassen können.
    Zudem ist der erste Schritt einer Gemäldereinigung immer die Trockenreinigung z.B. mit einem sehr weichen Pinsel und einem Staubsauger. Dies ist wichtig, um (lose) Auflagerungen zu entfernen. Denn sonst kann es passieren, das feiner Staub etc. in die Verteifungen eingearbeitet werden und dort Schaden anrichten kann bzw. weitaus schwieriger zu entfernen ist.
    Des weiteren ist ein herkömmlicher Leinölfirnis nicht zu empfehlen, sondern ein hochwertiger Dammarharzfirnis (z.B. Firma Schmincke). Diese sind alterungs- und vergilbungsresistenter. Gerade das Firnissen sollte man besser nicht als Laie vornehmen. Die Gefahr, das der Auftrag ungleichmäßig oder zu dick wird ist hoch.
    Meine Empfehlung: wenn einem wirklich was an seinen Kunstwerken liegt, sollten man immer einen versierten Restaurator zu Rate ziehen, der die erfoderlichen Materialen zur Verfügung hat.

    MfG
    Franziska Schott

  3. Der Punkt ist das eine professionelle Reinigung locker über 500 Euro Kosten kann.
    Wenn man ein Bild besitzt was 200 Euro Wert ist, versucht man es wohl selbst!

    Meist ist die Firnis vergilbt und muss runter, damit man wieder etwas sieht.
    Das Problem ist nicht die Firnisabnahme an sich (die bekommt man durch Anacrosina, Alcohol, Benzin oder Terpentinoel abgelöst oder abgewaschen) !auf eigene Gefahr!

    sondern die Beschädigung der Malschicht!
    Dies ist zumindest meine Erfahrung.
    Habe es 3 mal versucht 1 mal hat es geklappt 2 mal wurde die Malschicht durch die Firnisabnahme beschädigt/zerkratzt.
    Nun müsste man eigentlich zum Pinsel greifen und retuschieren (wenn man es könnte).
    Danach (nach 1 Jahr wenn Farbe trocken ist) mit Firnis wieder verschließen.

    Durch meine gemachte Erfahrung kann ich nur jedem abraten eine Firnisabnahme selbst durchzuführen!
    Bei wertvollen Bildern sowieso nicht!
    Dumm nur ist das eine Signatur oft erst nach Reinigung oder Firnisabnahme zu sehen ist.
    Man sieht also hinterher ob das Bild Wertvoll ist oder nicht.

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