Ein Ölbild malen lassen – Worauf achten?

Ein Ölbild malen lassen – Worauf achten? 

Ein Poster oder ein Kunstdruck ist ja schön und gut. Doch gegen ein echtes Ölbild haben sie keine Chance. Allerdings ist längst nicht jeder ein begabter Künstler, der seine Ölgemälde selbst malen kann. Und für Bilder eines mehr oder weniger namhaften Künstlers, die in Galerien und Kunsthäusern angeboten werden, fehlt mitunter das nötige Kleingeld. Vielleicht ist aber auch einfach das richtige Motiv nicht dabei. Also muss eine andere Lösung her.

Diese Lösung kann darin bestehen, sich sein Wunsch-Ölbild malen zu lassen. Anbieter für diesen Service gibt es viele. Doch welche Motive können überhaupt in Auftrag gegeben werden? Wie lange dauert das Malen? Wie teuer ist so ein Ölbild? Und worauf gilt es sonst noch zu achten?

Diese Fragen klären wir im Folgenden!

 

Ein Ölbild malen lassen – welche Motive sind möglich?

Wer ein Ölbild in Auftrag geben möchte, hat grundsätzlich freie Motivwahl. So ist es beispielsweise möglich, ein Portraitfoto von sich selbst, einen Schnappschuss aus dem letzten Urlaub, ein Familienbild, das Hochzeitsfoto oder eine Landschaftsaufnahme in Öl malen zu lassen. Genauso kann ein Foto vom Haustier, vom Auto oder vom Haus als Vorlage eingereicht werden.

Aber es muss nicht unbedingt ein Foto sein. Auch eine Abbildung in einem Buch oder einer Zeitschrift, eine Zeichnung von den Kindern, ein Seidentuch oder sogar ein Stück Stoff mit einem hübschen Muster kann zum Motiv des Ölbildes werden. Soll ein bekanntes Werk eines großen Künstlers nachgemalt werden, reicht es den meisten Anbietern aus, wenn der Auftraggeber den Namen des Künstlers und des Kunstwerks angibt. 

 

Ein Ölbild malen lassen – sind Kopien legal?

Einen echten van Gogh, Renoir, Monet oder Picasso an der Wohnzimmerwand können sich sicherlich die wenigsten leisten. Ganz so schlimm ist das allerdings nicht, denn eine Kopie muss nicht weniger eindrucksvoll sein. Nun stellt sich aber die Frage, ob es überhaupt legal ist, bekannte Werke großer Meister zu kopieren. Hierzu ist zunächst einmal grundsätzlich festzustellen, dass es in der Kunst gar nicht ungewöhnlich ist, zu kopieren. Viele Kunstschüler malen namhafte Meisterwerke Strich für Strich nach, um die jeweilige Technik zu lernen und die Struktur zu erfassen.

Geht es nicht um Studien, sondern sollen die Kunstkopien verkauft werden, müssen aber zwei wichtige Punkte beachtet werden:

1.       das Urheberrecht: Das Urheberrecht schützt das Originalwerk eines Künstlers grundsätzlich 70 Jahre über dessen Tod hinaus. Danach erlischt das Urheberrecht. Ist ein Künstler länger als 70 Jahre tot, gelten seine Motive als gemeinfrei. Daher dürfen sie kopiert werden, ohne das Urheberrecht zu verletzen. Aktuell dürfen somit Werke von Künstlern, die 1946 oder vorher gestorben sind, reproduziert werden. Arbeiten von Künstlern, die nach 1946 gestorben sind oder noch leben, sind urheberrechtlich geschützt. Sie dürfen nur dann kopiert werden, wenn der Künstler das ausdrücklich erlaubt hat. Ansonsten sind Reproduktionen tabu.

2.       das Signaturverbot: Wird ein bekanntes Motiv nachgemalt, darf die Kopie zwar sehr nahe an das Original heranreichen. Die Signatur des Künstlers darf aber nicht kopiert werden. Denn die Signatur des Originalkünstlers zu kopieren, würde vorgaukeln, es handele sich um ein Original. Damit wäre das Ölbild keine Kopie mehr, sondern eine Fälschung, und der Anbieter würde sich strafbar machen. Eine Kopie ist also in vielen Fällen erlaubt, muss aber eindeutig als Kopie zu erkennen sein.  

Seriöse Anbieter weisen aber darauf hin, dass sie die Werke bestimmter Künstler aus urheberrechtlichen Gründen nicht als Kopien anbieten können. Bei eigenen Bildern oder Fotos als Vorlage wiederum stellt sich die Frage nach dem Urheberrecht nicht. Denn wenn der Auftraggeber ein Foto als Ölbild malen lässt, das er selbst aufgenommen hat, ist er der Urheber dieses Bildes.

 

Ein Ölbild malen lassen – wie läuft die Bestellung ab?

Möchte der Auftraggeber ein Ölbild malen lassen, sucht er sich zunächst einen Anbieter aus. Im nächsten Schritt gibt er an, wie sein Ölbild aussehen soll. In diesem Zuge kann der Auftraggeber

·         seine Bildvorlage einreichen oder ein Motiv aus einem Katalog auswählen,

·         das Format seines Bildes aussuchen,

·         wählen, in welchem Stil das Bild gemalt werden soll, also ob beispielsweise altmeisterlich, impressionistisch, abstrakt oder als Pop-Art,

·         besondere Vorgaben machen, beispielsweise wenn das Bild in bestimmten Farben gemalt oder wenn bestimmte Details von der Vorlage weggelassen werden sollen,

·         entscheiden, ob das Ölbild auf einen Keilrahmen aufgespannt oder zusammengerollt ausgeliefert werden soll. Einige Anbieter haben auch einen Bilderrahmenservice im Angebot.

Danach schickt der Auftraggeber seine Bestellung ab. Bei vielen Anbietern kann er mitverfolgen, wie sein Ölbild entsteht. Bevor das Ölbild ausgeliefert wird, wird dem Auftraggeber ein Vorschaubild gezeigt. Er hat dann die Möglichkeit, noch Korrekturen vornehmen zu lassen.

 

Ein Ölbild malen lassen – wer malt das Bild?

Die meisten Anbieter arbeiten mit professionellen Künstlern zusammen. Diese haben eine entsprechende Ausbildung und oft jahrelange Berufserfahrung. Allerdings befinden sich die Ateliers nicht immer in Deutschland, sondern oft im europäischen Ausland und in Asien. Einige Anbieter beschäftigen außerdem Studenten renommierter Kunstakademien.

 

Ein Ölbild malen lassen – wie lange dauert das?

Jedes Ölbild, das individuell in Auftrag gegeben wird, ist ein handgefertigtes Unikat. Wie lange es dauert, bis das Ölbild fertig ist, hängt zum einen davon ab, wie komplex und detailreich die Vorlage ist. Zum anderen spielen die Größe und die verwendete Maltechnik eine Rolle. Dicke Farbschichten brauchen natürlich länger, bis sie soweit trocken sind, dass die nächsten Farbschichten aufgetragen werden können.

Das fertige Ölbild muss dann noch einmal ein paar Tage trocknen, bevor es verpackt und verschickt werden kann. Grundsätzlich sollte der Auftraggeber aber davon ausgehen, dass er mindestens sechs bis acht Wochen auf sein Ölbild warten muss.

Gut zu wissen ist außerdem, dass auf den Ölbildern in aller Regel kein Schlussfirnis aufgetragen ist. Das liegt daran, dass die schützende Versiegelung erst dann aufgetragen werden kann, wenn die Ölfarben komplett durchgetrocknet sind. Die Trocknungszeit nimmt aber mehrere Monate in Anspruch.

 

Ein Ölbild malen lassen – wie teuer wird es?

Eine pauschale Aussage zu den Kosten ist kaum möglich. Kleinformatige Ölbilder sind ab etwa 100 Euro zu haben, ein größeres und detailreiches Ölgemälde kann aber gut und gerne weit über 1.000 Euro kosten. Als allgemeine Grundregel gilt lediglich, dass das Bild umso teurer wird, je aufwändiger es ist und je mehr Zeit der Künstler in das Malen investieren muss. Den Preis für sein Ölgemälde erfährt der Auftraggeber aber bereits bei der Bestellung. Und da die Konkurrenz groß ist, kann es sich durchaus lohnen, mehrere Anbieter miteinander zu vergleichen.

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