Anleitung: Gerissene Schablonen für natürliche Konturen

Anleitung: Gerissene Schablonen für natürliche Konturen

Vor allem bei Landschaftsbildern finden sich oft Bildelemente, die weit entfernt im Hintergrund erscheinen. Das können zum Beispiel eine Bergkette, ein angedeuteter Wald, Wolken am Horizont oder Wellen am Übergang zwischen Meer und Himmel sein. Die Konturen können zwar mit dem Pinsel gestaltet werden. Allerdings ist es mitunter gar nicht so einfach, die Silhouetten so hinzubekommen, dass sie wirklich natürlich aussehen.

Anleitung Gerissene Schablonen für natürliche Konturen

Ein sehr gutes Hilfsmittel kann dann eine Schablone sein. Gerissene Ränder sorgen dafür, dass auf dem Bild natürlich wirkende Konturen entstehen. Wie solche Schablonen hergestellt und angewendet werden können, erklären wir in dieser Anleitung:

Diese Materialien werden für die Schablonen benötigt

  • Bastelkarton

  • Bleistift

  • Rundpinsel

  • Gefäß mit sauberem Wasser

  • Malgrund, Ölfarben und Flachpinsel für das Bild

Gerissene Schablonen für natürliche Konturen herstellen – so geht’s

Die Schablonen sind schnell und einfach gemacht. Denn im Prinzip muss nur die gewünschte Kontur vorgezeichnet und der Bastelkarton anschließend entsprechend zerrissen werden. Danach kann die entstandene Schablone auch schon zum Einsatz kommen.

Doch der Reihe nach!

  1. Schritt: die Schablone anfertigen

Zunächst wird die gewünschte Kontur mit Bleistift auf den Bastelkarton aufgezeichnet. Dabei reicht es aber aus, den Umriss grob anzudeuten. Eine Linie, die zum Beispiel in Wellen verläuft oder einen Bogen bildet, genügt. Denn die kleinen Zacken und Unebenheiten, die für die natürliche Optik sorgen, entstehen beim Reißen von selbst.

Dann wird ein Rundpinsel mit Wasser benetzt. Damit wird die Bleistiftlinie mehrfach nachgemalt. Wichtig dabei ist, den Pinsel immer gut feucht zu halten. Das Wasser soll den Malkarton nämlich aufweichen, damit er gleich an der Linie entlang einreißt.

Wenn die Umrisslinie durchfeuchtet ist, wird der Malkarton zerteilt. Dazu den Malkarton auf den Tisch legen und auf einer Seite mit der Hand fixieren. Mit der anderen Hand kann der Malkarton dann vorsichtig und Stück für Stück an der angefeuchteten Linie entlang abgerissen werden.

Je nachdem, wie dick der Malkarton ist, ist auch möglich, die Hände rechts und links von der Umrisslinie flach aufzulegen. Anschließend kann der Malkarton in beide Richtungen gleichzeitig auseinandergezogen werden.

Ist der Malkarton auseinander, ist die Schablone auch schon fertig. Genau genommen sind sogar gleich zwei Schablonen vorhanden. Denn die Gegenseite kann natürlich an passender Stelle ebenfalls verarbeitet werden.

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Die Schablone sollte nun kurz trocknen. Es kann sein, dass sich der aufgeweichte Malkarton nach dem Trocknen etwas wellt. Doch das macht nichts. Denn spätestens durch den Kontakt mit der Ölfarbe zieht sich das Papier wieder gerade.

  1. Schritt: die Kontur auf dem Malgrund gestalten

Ist die Schablone trocken, wird sie an der gewünschten Stelle auf den Malgrund aufgelegt. Dann wird mit dem Pinsel etwas Ölfarbe aufgenommen. Ratsam ist, hier einen Flachpinsel zu verwenden.

Der Pinsel wird anschließend auf der Schablone aufgesetzt und in Richtung Malgrund geführt. Für die nächsten Pinselstriche wird er wieder von der Schablone aus auf den Malgrund gezogen.

Mit dem Pinsel also weder hin und her malen noch ihn vom Malgrund auf die Schablone bewegen. Stattdessen immer nur von der Schablone zum Malgrund malen. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass keine Farbe oder Pinselhaare unter die Schablone gelangen und die Kontur verschmieren.

Wenn ist die Kontur übertragen ist, wird die Schablone vorsichtig abgenommen. Dazu die Schablone entweder auf beiden Seiten greifen und auf einmal abheben oder die Schablone auf einer Seite anheben und dann zu einer Seite hin wegziehen. Anschließend kann die Fläche unterhalb der Kontur gestaltet werden.

Mögliche Abwandlungen bei der Herstellung der Schablonen

Je nach Stärke verhält sich der Malkarton unterschiedlich. Generell gilt, dass sich der Karton umso schlechter reißen lässt, je dicker er ist. Andererseits kann ruhig mit verschiedenen Papieren experimentiert werden, um immer neue Effekte zu erzielen.

Nur ein sehr dünnes Papier ist nicht ganz so gut geeignet, denn hier könnte die Ölfarbe durchweichen oder die Schablone beim Abheben kaputtgehen und sich dann nur noch schwer vom Malgrund entfernen lassen, ohne alles zu verschmieren.

Soll die Silhouette nicht wellen- oder bogenförmig, sondern gerade verlaufen, ist auch möglich, den Malkarton einfach nur zu knicken. Vor allem bei einem recht dicken Karton entsteht keine saubere Faltkante, sondern eine ungleichmäßige, ausgefranste Bruchkante. An der Bruchkante entlang kann der Karton anschließend auseinandergerissen werden.

Daneben können die Schablonen mit geschnittenen Konturen hergestellt werden.

Dafür können zum Beispiel an einer Linie Vierecke, Zacken oder Halbkreise angeordnet und die Umrisse mit der Schere oder einem Cutter ausgeschnitten werden. Für moderne und abstrakte Ölbilder mit geometrischen Mustern sind solche Schablonen ein interessantes Hilfsmittel.

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Hier schreiben die beiden Künstler und Maler RZA & Feryal, alias Christian Gülcan und Ferya Gülcan. Beide Baujahr 1974, mit teilweise unterschiedlichen Einstieg (Grafitti, Zeichnen & Design) in die Acrylmalerei und Ölmalerei. Wir sind Markeninhaber der Kunstschmiede kooZal und malen hauptsächlich moderne und abstrakte Acrylbilder und Ölbilder im Großformat.

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