Eigene Kunst verkaufen – ein ausführlicher Ratgeber, Teil I

Eigene Kunst verkaufen – ein ausführlicher Ratgeber, Teil I

Viele Künstler träumen davon, die eigene Kunst zu verkaufen. Schließlich ist es ein tolles Gefühl, zu wissen, dass die Arbeiten so gut ankommen und so sehr gefallen, dass auch ganz fremde Leute ihre Wände damit schmücken. Dabei gibt es heutzutage eine Reihe von Möglichkeiten, um Kunst an den Mann zu bringen.

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Eigene Kunst verkaufen - ein ausführlicher Ratgeber, Teil I

Doch neben Motivation und Durchhaltevermögen braucht es dafür reichlich Hintergrundwissen.

In einem sehr ausführlichen Ratgeber geben wir Infos und Tipps an die Hand, wie sich eigene Kunst verkaufen lässt und worauf es zu achten gilt:

Grundlegende Überlegungen zum Verkauf der eigenen Kunst

Der Schritt, die eigenen Arbeiten zu verkaufen, will gut durchdacht und vorbereitet sein. Dabei sollte sich der Künstler zunächst einmal Gedanken darüber machen, was er wirklich will. Denn nur wenn die Motivation und die Ziele klar sind, kann der Künstler den Kunstverkauf so ausgestalten, dass seine Pläne zum Erfolg führen.

Hilfreich an dieser Stelle kann sein, sich einen Stift und ein Blatt Papier zu schnappen und die Absichten klar formuliert aufzuschreiben.

Geht es dem Künstler in erster Linie darum, seine Kunst mit anderen zu teilen? Möchte er durch den Verkauf der Bilder sein Hobby finanzieren? Soll die eigene Kunst langfristig ein solides Nebeneinkommen sichern? Will der Künstler irgendwann ausschließlich von seiner Kunst leben können?

Das sind Überlegungen, die nicht nur wichtig sind, sondern auch Ehrlichkeit zu sich selbst erfordern. Denn sie schaffen die Grundlage für die Entscheidung, welche Wege für den Verkauf der eigenen Bilder infrage kommen.

Mit Blick auf die Vertriebswege muss der Künstler vor allem zwei wesentliche Punkte für sich klären. Der erste Punkt ist, ob der Künstler überwiegend online oder eher offline verkaufen will.

Der andere Punkt ist, ob er die originalen Gemälde oder auch Kunstdrucke und Kopien davon in anderen Varianten anbieten möchte.

Von diesen beiden Punkten hängt ab, wo und wie der Künstler seine Kunst verkaufen kann. Alle denkbaren Vertriebswege auszuschöpfen, wird in der Praxis nicht funktionieren. Deshalb sollte der Künstler abwägen, womit er seine Ziele am ehesten erreicht und was ihm vom Gefühl her am besten liegt.

Eigene Kunst online verkaufen

Grundsätzlich sollte ein Vertriebsweg immer zu den Kunstwerken passen. Der Verkauf von Originalen macht Sinn, wenn der Künstler großen Wert auf echte Unikate legt oder wenn es sich um Bilder handelt, die als Replikate an Wirkung verlieren würden. Letzteres kann zum Beispiel bei sehr großformatigen Gemälden oder Collagen der Fall sein.

Beim Verkauf von originalen Ölbildern denken die meisten im ersten Moment sicher an Galerien. Doch auch das Internet hat sich längst zu einer wichtigen Verkaufsplattform entwickelt.

Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, um eigene Kunst online zu verkaufen:

Eigene Webseite

An einer eigenen Internetseite führt eigentlich ohnehin kein Weg vorbei. Denn zum einen ist die Webseite so etwas wie die Visitenkarte des Künstlers in der digitalen Welt. Und zum anderen bietet die Seite dem Künstler die Gelegenheit, sich und seine Kunst einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Wenn der Künstler sowieso eine Webseite betreibt, liegt es nahe, auch gleich einen Onlineshop einzubinden. Allerdings ist das nicht so einfach wie es scheint. Denn der Verkauf über einen Webshop ist aufwendig und an jede Menge rechtliche Vorgaben gebunden.

Hat der Künstler bereits einen Kundenstamm, kann es sich auszahlen, die Bilder direkt und in Eigenregie über den Shop auf der Webseite zu verkaufen. Andernfalls dürfte der Aufwand (noch) zu groß sein.

Soziale Medien

Ähnlich wie die eigene Webseite dienen die sozialen Medien vorrangig dazu, sich und seine Bilder zu zeigen und bekannter zu machen. Außerdem sind die Plattformen eine gute Anlaufstelle, um Kontakte zu knüpfen, sich mit anderen Künstlern und Kunstfans zu vernetzen und Feedbacks einzuholen.

Aber die sozialen Medien eignen sich auch als Verkaufsplattform. So ist es möglich, einen Webshop in den eigenen Kanal einzubinden. Oft genügt es aber schon, den Account als Präsentationsfläche zu nutzen. Fragt ein interessierter Nutzer an, kann der Künstler den Verkauf dann direkt abwickeln.

Spezielle Kunst-Plattformen

Online-Plattformen, die sich auf Kunst spezialisiert haben, bieten den großen Pluspunkt, dass sie gezielt eine Käuferschaft ansprechen, die sich für Kunst interessiert. Nutzer, die solche Plattformen ansteuern, sind also potenziell auf der Suche nach Kunstwerken.

Bevor der Künstler seine Bilder anbieten kann, muss er aber in aller Regel eine gewisse Aufnahmeprozedur durchlaufen. Viele Plattformen stellen nämlich Qualitätsansprüche, die erfüllt sein müssen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass der Künstler eine Provision bezahlen muss. Dadurch fällt sein Verkaufserlös etwas geringer aus.

Andererseits bietet eine Plattform nicht nur die Verkaufsfläche, sondern kümmert sich auch um das Marketing. Trifft der Künstler mit seinen Arbeiten den Geschmack der Kunden und hat er sich im Laufe der Zeit einen Namen gemacht, kann dieser Vertriebsweg lukrativ sein.

Online-Galerien

Online-Galerien funktionieren im Prinzip genauso wie echte, reale Galerien. Nur betreiben Online-Galerien ihre Ausstellungsräume eben digital.

Vor allem Corona hat Online-Galerien einen Aufschwung beschert und das Geschäftsmodell dürfte in Zukunft weiterhin wachsen. Allerdings arbeiten sowohl reale Galerien als auch Online-Galerien so gut wie nie mit unbekannten Hobby-Künstlern zusammen.

Die Hürden bei einer Online-Galerie sind zwar kleiner. Solange sich der Künstler noch gar keinen Namen gemacht hat, wird er seine Kunst über eine Online-Galerie trotzdem eher nicht verkaufen können.

Marktplätze für Selbstgemachtes

Als Vertriebsweg für die eigenen Bilder werden Online-Marktplätze für Selbstgemachtes oft übersehen. Das liegt vermutlich daran, dass viele bei Selbstgemachtem eher an gestrickte Socken, gehäkelte Deckchen, handgenähte Kleidung oder getöpferte Schalen denken.

Solche Produkte bilden tatsächlich auch den Schwerpunkt. Aber selbstgemalte Bilder sind ebenso handgefertigte Unikate und haben deshalb einen festen Platz im Angebot der Marktplätze.

Weil die Plattformen sehr beliebt sind, werden sie von vielen Interessenten genutzt. Die Anzahl potenzieller Käufer ist deutlich größer als bei spezialisierten Kunst-Plattformen. Daher kann es durchaus eine Überlegung wert sein, die eigenen Bilder auch hier anzubieten.

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Hier schreiben die beiden Künstler und Maler RZA & Feryal, alias Christian Gülcan und Ferya Gülcan. Beide Baujahr 1974, mit teilweise unterschiedlichen Einstieg (Grafitti, Zeichnen & Design) in die Acrylmalerei und Ölmalerei. Wir sind Markeninhaber der Kunstschmiede kooZal und malen hauptsächlich moderne und abstrakte Acrylbilder und Ölbilder im Großformat, wenden aber auch andere Maltechniken und Farben an.

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