7 praktische Tipps für die Ölmalerei

7 praktische Tipps für die Ölmalerei 

Die Ölmalerei gehört zu den beliebtesten Maltechniken überhaupt. Allerdings gilt sie auch als die Königsdisziplin der Malerei. Dies mag zum einen daran liegen, dass viele im Zusammenhang mit den Kunstwerken der großen Meister automatisch an Ölgemälde denken. Zum anderen spielt die maltechnische Seite eine Rolle.

Denn Ölfarben sind anspruchsvoll und im Umgang nicht ganz unkompliziert. Andererseits gibt es keinen Grund, warum sich ein Hobby-Künstler nicht an Ölfarben herantrauen sollte. Schließlich lassen sich mit Ölfarben wunderbare Bilder malen. Und wenn dem Künstler ein kleiner Fehler unterläuft, lässt er sich korrigieren. Mit anderen Farbsorten ist das oft nicht so ohne Weiteres möglich. Zudem gibt es zahlreiche Tricks und Kniffe, die das Malen mit Ölfarben erleichtern.

Sieben ganz praktische Tipps für die Ölmalerei verrät die folgende Übersicht!

 

1. Tipp: Besser in hochwertige Farben investieren.

Vergleichen mit Wasser- oder Acrylfarben, sind Ölfarben vergleichsweise teuer. Trotzdem sollte der Künstler nicht zu den kostengünstigsten Ölfarben greifen, sondern auf eine gute Qualität achten. Denn je hochwertiger die Ölfarben sind, desto besser lassen sie sich verarbeiten und desto brillanter ist ihre Farbwirkung.

Preiswerte Ölfarben enthalten meist weniger Farbpigmente. In der Folge sind ihre Farbintensität und ihre Deckkraft schwächer. Der Künstler muss dadurch mehr Farbe verwenden, so dass vom vermeintlichen Preisvorteil nicht mehr viel übrig bleibt. Ein großes Sortiment an verschiedenen Farbtönen braucht der Künstler ohnehin nicht. Es genügt, wenn er sich eine kleine Auswahl zulegt. Alle anderen Farbtöne kann er sich dann aus den vorhandenen Farben anmischen. 

 

2. Tipp: Die Maltechnik passend zur Idee und zum Motiv auswählen.

Damit ein Ölbild gelingt, müssen die Bildidee, das Motiv und die Maltechnik aufeinander abgestimmt sein. Dabei ist es meist die Bildidee, die den Weg vorgibt. Bildet eine bestimmte Maltechnik den Ausgangspunkt und entscheidet sich der Künstler nur deshalb für diese Maltechnik, weil er sie lernen oder üben will, wird ihn das Ergebnis oft nicht überzeugen. Denn nicht jede Bildidee und jedes Bildmotiv sind für jede Maltechnik geeignet.

Ein abstraktes und ausdrucksstarkes Bild mit expressionistischem Charakter beispielsweise wird mit sanften Lasuren kaum gelingen, während die Impasto-Technik schon eher zum gewünschten Ziel führen kann. Wenn sich der Künstler unsicher ist, was und wie er malen soll, sollte er sich zunächst einige Ölbilder anschauen.

Die Bilder, die ihm besonders gut gefallen, bringen ihn vielleicht auf die richtige Idee und weisen den Weg in Richtung Maltechnik. Danach kann er sich dann auf die Suche nach einem Bildmotiv machen.

 

3. Tipp: Für exakte Linien einen Malstock verwenden.

Es gibt Bildmotive, die gerade und saubere Kanten erfordern. Freihand ist es aber nicht ganz so einfach, eine sehr exakte Linie zu ziehen. Ein äußerst hilfreiches Instrument ist dann ein Malstock. Der Malstock gehört zu den traditionellen Künstlerwerkzeugen und ist ein Stock, der zwischen 30 und 100 Zentimeter lang und an einem Ende mit Stoff oder Leder bezogen ist.

Das gepolsterte Ende legt der Künstler am Bildrand auf, das andere Ende hält er so in der Hand, dass der Malstock mit etwas Abstand über dem Malgrund verläuft. Nun kann der Künstler seinen Pinsel in die andere Hand nehmen, am Malstock anlegen und daran entlang ziehen. Der Malstock funktioniert damit wie ein Lineal. Und weil der Malstock nicht auf dem Malgrund aufliegt, kann nichts verwischen oder verschmieren, wenn der Künstler das Hilfsmittel wieder wegnimmt.

Hat der Künstler keinen Malstock, kann er sich mit einer Latte oder einer Stange natürlich ebenso behelfen. Statt Linien mit Farbe aufzumalen, kann der Künstler zudem Linien in vorhandene Farbflächen einarbeiten. Dazu zieht er ein Malmesser oder einen Malspachtel am Malstock entlang und legt so durch das Entfernen der Farbe eine exakte Linie an.

 

4. Tipp: Die Trocknungszeit der Ölfarben verkürzen.

Ein wesentliches Merkmal von Ölfarben ist ihre lange Trocknungszeit. Sie ist einerseits ein Pluspunkt, weil sie dem Künstler viel Spielraum lässt, um seine Bildideen umzusetzen und auszuarbeiten. Andererseits zwingt die lange Trocknungszeit den Künstler mitunter zu längeren Arbeitspausen.

Um die Trocknungszeit zu verkürzen, kann der Künstler seine Ölfarben mit einem speziellen Malmittel, einem sogenannten Sikkativ, anreichern. Ein anderer Trick besteht darin, die unteren Malschichten mit Acrylfarben zu malen. Acrylfarben führen zu ähnlichen Malergebnissen wie Ölfarben, sind unkompliziert in der Handhabung, machen fast alle Maltechniken mit und trocknen rasend schnell. Die obersten Farbschichten kann der Künstler dann mit Ölfarben gestalten.

 

5. Tipp: Auf eine gute Belüftung achten.

Ölfarben haben einen recht intensiven Eigengeruch. Um die Farben zu verdünnen, wird klassischerweise Terpentin verwendet. Auch Terpentin riecht jedoch unangenehm. Im Künstlerbedarf ist ein Terpentin-Ersatz erhältlich, der fast keinen Geruch hat. Trotzdem sollte der Künstler immer auf eine gute Belüftung achten. Denn die Gerüche sind nicht nur unangenehm, sondern die Dämpfe könnten auf Dauer auch gesundheitsschädlich sein. 

 

6. Tipp: Pinsel gründlich reinigen.

Neue Pinsel malen zwar auch gut. Doch meist sind es die älteren, bereits eingemalten Pinsel, die für die besten Ergebnisse sorgen. Damit die Pinsel möglichst lange halten, ist es deshalb sehr wichtig, sie nach dem Gebrauch ordentlich zu reinigen. Im Künstlerbedarf sind dafür spezielle Pinselreiniger erhältlich. Auf teure Reinigungsmittel kann der Künstler aber verzichten. Stattdessen kann er zum Reinigen seiner Pinsel einfache, herkömmliche Kernseife verwenden. Sie ist kostengünstig erhältlich und funktioniert genauso gut.

Muss es einmal schnell gehen, kann der Künstler seinen Pinsel in Terpentin tauchen, mit einem Stück Küchenpapier oder einem Lappen abwischen und anschließend in Frischhaltefolie einwickeln. So trocknet die Farbe nicht an und der Künstler kann die gründliche Pinselreinigung auf den nächsten Tag verschieben.

Um seine Hände zu reinigen, kann der Künstler zwar auf Terpentin oder Verdünnung zurückgreifen. Allerdings kann die Haut davon ziemlich angegriffen werden. Wenn es gar nicht anders geht, sollte der Künstler seine Hände nach dem Entfernen der Farbspuren mit Terpentin mit reichlich Wasser abspülen und danach dick eincremen. Besser ist aber, wenn sich der Künstler eine körnige Seifenpaste aus dem Handwerkerbedarf besorgt. Sie reinigt sehr effektiv und ist deutlich schonender zur Haut.

 

7. Tipp: Farbreste mit Wasser abdecken.

Manchmal verschätzt sich der Künstler in der Menge an Ölfarbe, die er braucht. Oder er mischt zu viel Farbe an, weil er immer wieder Farbe hinzufügen muss, bis er den gewünschten Farbton erreicht hat. Farbe, die übrig geblieben ist, muss der Künstler natürlich nicht entsorgen.

Stattdessen kann er sie in einen kleinen, leeren Behälter, beispielsweise ein Farbnäpfchen von einer anderen Farbe, eine Filmdose, ein Mini-Marmeladenglas oder einen Cremetiegel umfüllen. Anschließend kann er Wasser auf die Farbe geben. Durch die Wasserschicht ist die Ölfarbe versiegelt und selbst wenn der Behälter nicht ganz luftdicht abschließen sollte, bildet sich keine Farbhaut. Bedenken haben muss der Künstler dabei übrigens nicht.

Denn das Wasser verbindet sich nicht mit dem Öl. Vor dem Gebrauch der Farbe kann der Künstler das Wasser also ganz einfach abschütten.

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