Infos und Tipps zu Holz als Malgrund für die Ölmalerei

Infos und Tipps zu Holz als Malgrund für die Ölmalerei

 

Heutzutage verwenden viele Maler und Hobby-Künstler bevorzugt Leinwand als Malgrund für ihre Ölbilder. Dabei blickt Holz als Bildträger auf eine sehr viel längere Tradition zurück. Schon im alten Ägypten wurden Malereien auf Holz gefertigt. Erst als im 16. Jahrhundert der Keilrahmen erfunden wurde, rückten die hölzernen Bildträger allmählich in den Hintergrund.

Dabei kann eine Holzplatte eine tolle Alternative zur Leinwand sein. Allerdings müssen ein paar Punkte beachtet werden.

 

Der folgende Beitrag erklärt die wichtigsten Infos und
Tipps zu Holz als Malgrund für die Ölmalerei:

 

Welche Hölzer eignen sich als Malgrund für die Ölmalerei?

Der traditionelle Malgrund für die Ölmalerei ist das sogenannte Tafelbild. Ein Tafelbild ist ein Gemälde, das auf einer Holztafel gemalt wurde. Für die Holztafeln wurden in aller Regel heimische Hölzer wie Buche, Eiche, Fichte, Kiefer, Linde oder Tanne verwendet.

Der Nachteil an den Holztafeln war, dass ihnen Schwankungen der Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit zu schaffen machten. Die Folge davon waren nicht selten unschöne Risse. Äste in den Holzplatten wiederum verursachten gelbliche Flecken. Dies liegt am höheren Harzanteil, den das Holz an diesen Stellen aufweist.

Heute kommen Malgründe aus Massivholz praktisch nicht mehr zum Einsatz. Das Risiko, dass sich die Hölzer verziehen oder Beschädigungen wie Risse und Flecken am Bild hervorrufen, ist vielen Künstlern einfach zu groß. Zudem stehen mit den modernen Holzwerkstoffen sehr gut geeignete Alternativen zur Verfügung.

 

Dabei bieten sich vor allem folgende Materialien als Malgrund für die Ölmalerei an: 

·         Die Tischlerplatte setzt sich aus kleinen Holzstäben zusammen, die miteinander verleimt sind. Deshalb wird mitunter auch von verleimter Tischlerplatte oder einer Stabsperrholzplatte gesprochen. Auf beiden Seiten der Holzplatte ist ein dünnes Deckfurnier aufgeleimt, das eine wunderbar glatte Malfläche bildet. Nachteilig bei der Tischlerplatte ist ihr mitunter hohes Gewicht. Eine Ausnahme bildet hier das leichtere Pappelsperrholz. Zudem ist Tischlerplatte recht teuer. Dafür ist aber ein Bildträger vorhanden, der nahezu verzugsfrei ist.

·         Die Spanplatte wird aus Holzspänen und Leim gefertigt. Sie verzieht sich nicht und bietet eine schön glatte Malfläche. Allerdings ist die Spanplatte vergleichsweise schwer. Ein weiterer Minuspunkt sind ihre empfindlichen Kanten, die leicht brechen können.

·         Die MDF-Platte wird aus gepresster Holzpappe hergestellt. Die mitteldichte Faserplatte bietet eine extrem glatte und gleichmäßige Malfläche. Allerdings reagiert die MDF-Platte empfindlich auf Feuchtigkeit. Damit die Platte nicht aufquillt, sollten die Kanten deshalb unbedingt versiegelt werden.

·         Im Künstlerbedarf sind sogenannte Holzkörper erhältlich. Hierbei handelt es sich um kleine Bildträger, die ähnlich wie Schubladen mit Seiten ringsherum ausgestattet sind. Dadurch entsteht eine Optik, die an einen breiten Keilrahmen erinnert. Ratsam ist aber, darauf zu achten, dass der Holzkörper aus Sperrholz besteht. Günstigere Holzkörper sind oft aus dünner MDF-Platte gefertigt und deshalb qualitativ nicht so hochwertig.

·         Die Holzfaserplatte besteht aus verleimten Holzspänen. Als Malgrund für die Ölmalerei ist sie nur bedingt geeignet, denn sie weist eine sehr raue Oberfläche auf. Ein Glattschleifen ist nicht möglich, denn es würden sich immer wieder kleine Holzteilchen aufstellen. Allerdings können auf einer Holzfaserplatte Ölbilder entstehen, wenn die Platte mit Leinwand oder dünnem Nessel bespannt wird.

 

Wie muss Holz als Malgrund für ein Ölbild grundiert werden?

Damit ein haltbares und farbintensives Ölbild auf Holz entsteht, muss der hölzerne Malgrund auf jeden Fall grundiert werden. Bevor die Grundierung aufgetragen wird, ist es aber ratsam, die Holzplatte mit Schleifpapier ein wenig anzurauen. Dadurch verankert sich die Grundierung besser auf der Oberfläche.

Für die Grundierung als solches gibt es mehrere Möglichkeiten. Im Künstlerbedarf sind spezielle Grundierungen erhältlich, beispielsweise Gesso oder verschiedene Kalkgründe. Allerdings sind diese Spezialfarben recht teuer. Kostengünstiger und genauso effektiv sind Holzgrundierungen für den Außenbereich aus dem Baumarkt.

Diese Holzgrundierungen sind hart eingestellt und ideal auf Holz angepasst, so dass sich eine sehr solide Malfläche ergibt. Noch etwas kostengünstiger, dafür aber nicht ganz so flexibel, ist hochwertige Wandfarbe für den Innenbereich.

Die Grundierung sollte in mehreren dünnen Schichten aufgetragen werden. Dabei sollte die erste Grundierungsschicht verdünnt werden. Für die Mischung bietet es sich an, ein Teil Grundierungsfarbe mit fünf Teilen Wasser zu vermischen. Handelt es sich um eine Grundierung auf Terpentinbasis, sollte ein Teil Grundierung mit zwei Teilen Terpentinöl verdünnt werden. Die Grundierung wird gleichmäßig in einer dünnen Schicht auf den Malgrund aufgebracht.

Dann muss diese Schicht vollständig durchtrocknen. Erst danach kann die nächste Grundierungsschicht aufgetragen werden. Je nach Holzplattenart sind drei bis fünf Grundierungsschichten notwendig, um einen idealen Malgrund für die Ölmalerei zu erzielen. 

 

Ist Leinwand besser als Holz?

Eine stabile, feste, verzugsfreie und sorgfältig grundierte Holzplatte kann als Malgrund und was die Haltbarkeit angeht, durchaus mit der Leinwand mithalten. Allerdings eignen sich Holzplatten hauptsächlich für kleine und mittelgroße Gemälde. Ölbilder in sehr großen Formaten könnten durch Holz als Malgrund nämlich zu schwer werden. Was die Optik angeht, so ist dies eine Frage des Geschmacks. Einige Künstler schätzen gerade die sehr glatten und gleichmäßigen Oberflächen der Holzplatten, andere Künstler bevorzugen die typische Leinwandstruktur.

Wer sich nicht entscheiden kann, kann allerdings den Mittelweg wählen. So ist es möglich, Holzplatten mit Leinwand zu bekleben oder zu bespannen. Auf diese Weise entsteht ein stabiler Bildträger mit einer Malfläche aus Leinwand. Verglichen mit einer Leinwand, die auf einen Keilrahmen aufgezogen ist, kann eine mit Maltuch kaschierte Spanplatte zudem kostenmäßig punkten.

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