Grundwissen zu Ölfarben, 2. Teil

Grundwissen zu Ölfarben, 2. Teil 

Ölbilder hängen in Museen und Galerien, erzielen bei Kunstauktionen hohe Preise und lassen die Herzen von Kunstliebhabern höher schlagen. Spricht jemand von einem Gemälde, so meint er damit oft ein Ölbild. Schließlich sind viele weltberühmte Arbeiten der alten Meister in Öl entstanden und bis heute gilt die Ölmalerei als die Königsdisziplin der Malerei.

Und tatsächlich ist das Malen mit Ölfarben durchaus anspruchsvoll. Meisterliche Fähigkeiten sind zwar nicht notwendig. Aber ein wenig Übung und Erfahrung braucht der Hobby-Künstler schon. Neben ein paar Grundregeln, die beachtet werden müssen, sollte der Hobby-Künstler außerdem wissen, mit was er da eigentlich malt.

An diesem Punkt kommt unser zweiteiliger Beitrag ins Spiel, der Grundwissen zu Ölfarben vermittelt. Dabei ging es im 1. Teil um die Bestandteile, die Eigenschaften und das Trocknungsverhalten von Ölfarben.

 

Jetzt, im 2. Teil, stehen eher praktische Aspekte im Mittelpunkt:

 

Die Ölfarbentuben

Früher stellten die Künstler ihre Ölfarbe selbst her. Dies erfolgte meist unmittelbar vor Beginn des Malprozesses. Vor allem die großen Meister stellten sich aber oft nicht selbst in die Werkstatt und mischten die Farben an. Stattdessen waren hierfür ihre Lehrlinge oder ihre Angestellten zuständig.

Die Herstellung eigener Farben bot den großen Vorteil, dass der Künstler die Zusammensetzung und Qualität seiner Ölfarben selbst bestimmen konnte. Gleichzeitig konnte er mit exakt den Farbtönen arbeiten, die er sich für sein Gemälde vorstellte. Viele Künstler entwickelten so im Laufe der Zeit ganz besondere, charakteristische Farbtöne, die ihre künstlerische Handschrift unterstrichen. Allerdings war das Anmischen der Ölfarben ein recht aufwändiger Prozess, der zudem eine entsprechend große und gut ausgestattete Werkstatt erforderte.

Anfang des 19. Jahrhunderts gelang es dann dem US-amerikanischen Maler John G. Rand eine Tube für Ölfarben zu entwickeln. Die luftundurchlässige und verschließbare Tube ermöglichte es, Ölfarben zu lagern. Gleichzeitig war der Behälter klein, leicht und handlich. Dadurch konnte der Künstler seine Ölfarben unkompliziert transportieren.

Fortan war es beispielsweise möglich, draußen, in der freien Natur zu malen, ohne das halbe Atelier mitschleppen zu müssen. Die neuen Möglichkeiten, die sich durch die Ölfarbentube eröffneten, gaben den ohnehin schon beliebten Ölfarben zusätzlichen Aufschwung und schafften gleichzeitig die Grundlage für moderne Malstile.

Auch heute noch werden Künstlerölfarben in Tuben oder Dosen angeboten. Dabei sind die Tuben in verschiedenen Größen erhältlich, die Inhalte bewegen sich zwischen 25 und 400 ml Künstlerölfarbe.

 

Die Anordnung der Ölfarben beim Malen

Ölfarben können miteinander gemischt werden. Aus diesem Grund ist es nicht notwendig, sich ein ganzes Sortiment an verschiedenen Farbtönen zuzulegen. Für den Anfang reichen vielmehr sechs Ölfarben aus, nämlich Rot, Blau, Gelb, Grün, Schwarz und Weiß. Ergänzt werden kann die Grundausstattung durch Ölfarbe im Farbton Ocker, denn Ocker wird vielen Farbtönen beim Mischen hinzugefügt.

Mit diesen Grundfarben kann der Hobby-Künstler fast alle Farbtöne, die er für seine Arbeiten braucht, selbst anmischen. Im Künstlerbedarf werden oft Sets angeboten, die aus 20, manchmal sogar 30 verschiedenen Farben bestehen. Natürlich spricht nichts dagegen, ein solches Set zu kaufen. Allerdings wird der Hobby-Künstler recht schnell feststellen, dass er einen großen Teil der Farbtöne gar nicht braucht.

Beim Malen werden kleine Mengen der benötigten Ölfarben meist auf eine Palette oder einen anderen Gegenstand wie beispielsweise einen Teller, der eine echte Malerpalette ersetzt, gegeben. Von der Palette aus nimmt der Hobby-Künstler dann die Farben mit dem Pinsel auf und bringt sie auf den Malgrund. Gleichzeitig können Farbtöne auf der Palette angemischt werden. Die konkrete Anordnung der Farben auf der Malerpalette hängt natürlich vom Bild, von den verwendeten Farbtönen und von den persönlichen Vorlieben des Hobby-Künstlers ab.

Als Standard hat sich aber folgende Anordnung bewährt:

[Grafik Ölfarben]

Ölfarben Palette

 

Das Reinigen von Händen und Arbeitsgerät nach dem Malen

Ölfarben leuchten farbintensiv, weisen eine hohe Lichtechtheit auf und sind sehr langlebig. Während diese Eigenschaften bei Ölbildern sehr geschätzt werden, können sie mit Blick auf das Arbeitsgerät und den Arbeitsplatz eher nachteilig sein. So lassen sich Ölfarben aus Textilien kaum entfernen.

Der Hobby-Künstler kann zwar versuchen, Farbflecken auf der Kleidung, auf dem Teppichboden oder auf den Schuhen mit Terpentinöl zu verdünnen. Komplett ohne Rückstände werden sich die Flecken aber nicht beseitigen lassen. Deshalb ist der Hobby-Künstler gut beraten, wenn er sich einen Kittel oder ein Hemd und eine Hose zulegt, die er als Arbeitskleidung beim Malen nutzt und die schmutzig werden darf.

Kommt Ölfarbe mit der Haut in Kontakt, so ist das grundsätzlich weder schädlich noch bedenklich. Das Risiko einer allergischen Reaktion lässt sich zwar nicht ausschließen, kommt aber nur in äußerst seltenen Ausnahmefällen vor. Um die Haut zu reinigen, sollte der Hobby-Künstler die gröbsten Farbreste zuerst mit Terpentinöl oder Pinselreiniger abwischen. Der Rest kann mit Seife abgewaschen werden. Da Terpentinöl und Pinselreiniger die Haut trocken und spröde machen können, empfiehlt es sich aber, die Haut nach der Reinigung einzucremen.

Ähnlich wie die Haut werden auch die Pinsel gereinigt. Auch hier werden die gröberen Verschmutzungen also zuerst mit Terpentinöl oder Pinselreiniger beseitigt und die Pinsel anschließend gründlich mit Seife ausgewaschen. Zum Trocknen und Lagern sollten die Pinsel am besten senkrecht, mit den Borsten nach oben in einem Behälter stehen. Werden sie im Liegen aufbewahrt, ist wichtig, dass die Borsten nirgends anstoßen.

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