Was ist Freskomalerei?

Was ist Freskomalerei?

Wenn es um Gemälde geht, denken viele im ersten Moment automatisch an Ölbilder auf Leinwänden oder Holztafeln. Einige weltberühmte und überaus beeindruckende Gemälde sind aber auch direkt an Decken und Wänden von beispielsweise Kirchen und Schlössern entstanden.

Solche Gemälde werden als Fresken bezeichnet und auf welcher Maltechnik sie beruhen,
erklärt die folgende Übersicht.

Was ist Freskomalerei?

Bei einem Fresko handelt es sich um ein Gemälde, bei dem der frische Kalkmörtel einer Wand oder einer Decke den Malgrund bildet. Generell steht eine solche Wandmalerei in Zusammenhang mit der Funktion des jeweiligen Gebäudes, wobei sie die Architektur teilweise durch eine zweckgebundene Aussage unterstützt und teilweise rein als kunstvolles Schmuckelement dient.

Die Technik der Freskomalerei blickt  auf eine schon sehr lange Geschichte zurück. So waren Fresken bereits in der Antike bekannt und sehr beliebt. In den folgenden Jahrhunderten entstanden unzählige kleinere und größere Wandmalereien, die teils bis heute noch sehr gut erhalten sind. Nachdem im Mittelalter für Fresken dann häufig Mischtechniken angewendet wurden, erfolgte in der Renaissance und im Barock die Rückbesinnung auf die echte Freskomalerei.

Während diesen Zeiten entstanden weltberühmte Fresken von großen Meistern wie unter anderem Ghirlandaio, Michaelangelo, Botticelli oder Raffael. Heute wird die Freskomalerei kaum noch umgesetzt. Gründe hierfür dürften sein, dass diese Maltechnik sehr aufwändig und zeitintensiv ist und ein großes Können vom Künstler abverlangt. Hinzu kommt aber auch, dass nur eine begrenzte Palette an möglichen Farben zur Verfügung steht, wobei einige der geeigneten Pigmente mittlerweile bautechnisch verboten sind.

Mit welcher Maltechnik

arbeitet die Freskomalerei?

Bei der Freskomalerei werden Farbpigmente, die zuvor eingesumpft und anschließend in einer wässrigen Lösung angerührt wurden, auf frischen Kalkputz aufgebracht. Der Kalkputz muss dabei zwar bereits formfest sein, darf aber noch nicht vollständig abgebunden haben. Aus diesem Grund wird der Putz, der bemalt werden soll, in mehreren Schichten aufgebaut. Die unterste Schicht bildet ein etwas gröberer Kalkputz.

Darüber folgenden weitere Schichten aus einem feinen Putz, die zunehmend dünner werden und bei denen der Anteil an Kalk und Feinsand oder Steinmehl kontinuierlich steigt. Je nach Quelle wird meist von drei bis sieben solcher Putzschichten gesprochen. Das eigentliche Gemälde wird auf die oberste, geglättete Feinputzschicht aufgemalt. Dabei nimmt der noch feuchte Putz die Farbpigmente auf und verbindet sich mit ihnen.

Wenn der Kalkputz anschließend abbindet, das Wasser also verdunstet und der Putz fest wird, entsteht eine harte Schicht, in die die Farbpigmente fest und dauerhaft eingebunden sind. Gleichzeitig bildet sich eine dünne Schutzschicht, die die Wandmalerei versiegelt und ihr den charakteristischen seidig glänzenden Schimmer eines Freskos verleiht.

Anders als bei einem herkömmlichen Gemälde haften die Farbpigmente bei einem Fresko somit nicht nur auf dem Malgrund, sondern dringen in ihn ein und verbinden sich mit ihm. Voraussetzung dafür ist aber, dass kalkechte Pigmente verwendet werden. Farbpigmente, die nicht kalkbeständig sind und beim Vermischen mit dem Kalk eine anderen Farbton annehmen, sind für die Freskomalerei nicht geeignet.

Dies wiederum schränkt die Auswahl an möglichen Farbpigmenten deutlich ein.

Was macht die Freskomalerei

so anspruchsvoll?

Der Bildaufbau bei einem Fresko ist einerseits durch die einzelnen Putzschichten handwerklich anspruchsvoll. Andererseits stellt die Maltechnik hohe Anforderungen an das Können den Künstlers. So muss das Bild gut geplant sein und vergleichsweise zügig gemalt werden, denn die dünne Putzschicht bleibt nur wenige Stunden lang feucht. Hinzu kommt, dass Nachbesserungen oder größere Korrekturen kaum möglich sind.

Im schlimmsten Fall muss die Wand neu verputzt und das Gemälde komplett von vorne begonnen werden. Nur wenige Maler arbeiteten deshalb direkt und ohne jegliche Vorzeichnung. Stattdessen nahmen sie Karton als Hilfsmittel, auf den sie das Bild in Originalgröße vorzeichneten. Das Übertragen der Vorzeichnung vom Karton auf die Wand erfolgte, indem die Konturen mit einem spitzen Griffel durchgerieben oder mithilfe eines Rasters übertragen wurden.

Klassischerweise erfolgte der Übertrag jedoch, indem die Konturen durch den Karton hindurch mit einer Nadel in den Putz gestochen und anschließend mit Staub eingefärbt wurden. Die Vorzeichnung wurde dann mit einer monochromen Untermalung nachgezogen, die aufgrund ihrer rötlichbraunen Färbung auch Sinopia genannt wird. Auf die Untermalung folgte anschließend eine weitere, sehr dünne Putzschicht, die das eigentliche Gemälde trug.

Eine andere Form der Untermalung war die Verdaccio. Diese bestand ursprünglich aus Grüner Erde und stellte neben den Konturen auch Schattierungen dar. Traditionell wurde die Verdaccio in erster Linie beim Malen von Personen und bei der Gestaltung von Hauttönen angewendet.

Was ist die Seccomalerei?

Die Seccomalerei ist eine Art Gegenstück zur Freskomalerei. Während sich die Freskomalerei dadurch kennzeichnet, dass die Farbpigmente auf und in den noch feuchten Putz aufgebracht werden, wird bei der Seccomalerei auf der bereits trockenen Wand gemalt. Dabei kommen üblicherweise Tempera-, Kasein- oder Acrylatfarben zum Einsatz. Eines der bekanntesten Werke, das in der Technik der Seccomalerei entstanden ist, dürfte Leonardo da Vincis Abendmahl in Mailand sein.

Verglichen mit der Freskomalerei bietet die Seccomalerei den Vorteil, dass dem Künstler mehr Zeit zur Verfügung steht und Korrekturen sowie Nachbesserungen besser möglich sind. Allerdings ist die Haltbarkeit deutlich geringer. Einige Künstler arbeiteten außerdem mit einer Mischtechnik aus Fresko- und Seccomalerei.

Dabei wurde das eigentliche Gemälde in der Freskotechnik gemalt, während Nacharbeiten dann erst nach dem Trocknungsvorgang erfolgten. Auch hier zeigte sich aber, dass die nachträglich aufgebrachten Farbschichten mitunter recht schnell wieder abblätterten oder ihre Farbe veränderten.

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