Tipps für erste Malversuche Übungen mit Ölfarben

Tipps für erste Malversuche/Übungen mit Ölfarben

 

Die Ölmalerei gilt als die Königsdisziplin im Bereich der Malerei. Dies liegt daran, dass Ölfarben in der Handhabung anspruchsvoller sind als beispielsweise Acrylfarben. Zudem müssen ein paar grundlegende Punkte beachtet werden, damit die gewünschte Bildwirkung erzielt wird und sich beim oder nach dem Trocknen keine Risse bilden.

Andererseits macht das Malen in Öl sehr viel Spaß und was die Farbbrillanz und die Leuchtkraft angeht, können andere Farben mit Ölfarben letztlich kaum mithalten. Außerdem muss der Hobby-Künstler auch mit anderen Farben üben und experimentieren, bis er das richtige Gefühl dafür entwickelt hat. Somit spricht überhaupt nichts dagegen, sich an das Malen in Öl zu wagen. Aber was braucht der Hobby-Künstler dafür und wie sollte er vorgehen?

 

Hier ein paar Tipps für erste Malversuche und Übungen mit Ölfarben:

 

Die Materialien und die Vorbereitungen

Für die ersten Malversuche in Öl reichen ein paar Ölfarben in verschiedenen Farbtönen und eine kleine Auswahl an Pinseln in verschiedenen Stärken aus. Außerdem sollte eine Palette vorhanden sein, von der die Farben abgenommen und auf der die Farben gemischt werden können. Eine richtige Malpalette aus dem Künstlerbedarf ist am Anfang aber nicht notwendig. Ein Teller erfüllt die gleiche Funktion.

Allerdings ist ratsam, einen weißen Porzellan- oder Keramikteller oder einen transparenten Glasteller zu verwenden. Dadurch wird es nämlich leichter, den Farbton abzuschätzen. Ein farbiger oder gemusterter Teller könnte irritieren und den Farbeindruck optisch verfälschen. Was den Malgrund angeht, so bietet sich für die ersten Versuche ein Öl-Malblock oder Malpappe an. Beide sind im Handel günstig zu bekommen. Traditionell wird mit Ölfarben entweder auf Leinwand oder auf grundierten Holzplatten gemalt.

Für Malversuche und Übungen sind diese Materialien aber zu schade und auch zu teuer, es sei denn, sie werden später als Bildträger wiederverwendet. Um ein Gefühl für die Farben und ihr Verhalten zu bekommen, empfiehlt es sich, die Farben zunächst so zu vermalen, wie sie aus der Tube kommen. Möchte der Hobby-Künstler mit den Konsistenzen experimentieren, braucht er Balsam-Terpentinöl als Malmittel. Dieses Öl wird den Ölfarben tropfenweise beigemischt, um sie auf diese Weise bis zum gewünschten Grad zu verdünnen.

Beim Malen kann der Hobby-Künstler seinen Malgrund flach auf den Tisch oder den Boden legen, auf eine Staffelei stellen oder an die Wand hängen. Bevor er mit dem Malen beginnt, sollte er den Arbeitsbereich aber mit Folie oder Zeitungspapier abdecken und sich selbst Kleidung anziehen, die nicht mehr unbedingt benötigt wird. Ölfarbspritzer lassen sich nämlich kaum noch entfernen.

 

Erste Malversuche und Übungen mit Ölfarben

Um auszuprobieren, wie sich die Ölfarben anfühlen und wie sie sich auf dem Malgrund verhalten, bietet es sich an, mit den Farben zu spielen. Dafür sollte der Hobby-Künstler etwas Farbe auf seine Palette geben. Am besten verwendet er dabei gleich mehrere Farben in unterschiedlichen Tönen, die er kreisförmig nebeneinander anordnet.

So muss er nicht jedes Mal unterbrechen, wenn er mit einer anderen Farbe weiterarbeiten möchte. Außerdem kann er das Mischen der Ölfarben auf dem Malgrund und auf der Palette ausprobieren. Nun sollte der Hobby-Künstler etwas Farbe mit seinem Pinsel aufnehmen und sie

  • ·         mit schwungvollen Bewegungen auf den Malgrund tupfen.
  • ·         als möglichst gerade, exakte und gleichmäßige Linie auf den Malgrund aufbringen.
  • ·         als geschwungene, unregelmäßige Linie aufmalen.
  • ·         als Farbklecks mit der breiten Seite des Pinsels auf den Malgrund setzen.
  • ·         in kurzen, gestrichelten Linien auf den Malgrund aufbringen.
  • ·         als gleichmäßigen, geschlossenen und unregelmäßigen, unterbrochenen Kreis aufmalen.

Dies kann der Hobby-Künstler dann mit verschiedenen Farben und unterschiedlichen Pinseln wiederholen. Zudem kann er die Farben auf der Palette mischen und als Mischtöne vermalen. Daneben kann er die Farben in unterschiedlichen Techniken auf dem Malgrund mischen.

Dafür kann er mit dem Pinsel über eine Farbfläche streichen, den Pinsel mehrfach in eine Farbfläche tupfen oder zwei Farbflächen durch strichelnde oder kreisende Bewegungen ineinander ziehen. Zudem kann er eine Farbe über eine bereits vorhandene Farbfläche schichten.

Malt der Hobby-Künstler in Farbe, die noch feucht ist, wird er mit seinem Pinsel immer etwas von der Farbe aufnehmen. Um ungewollte Farbmischungen zu vermeiden, sollte er seinen Pinsel deshalb zwischendurch immer wieder in einem sauberen Tuch abstreifen. 

 

Einen Farbverlauf anlegen

Hat der Hobby-Künstler ein Gefühl für die Farben entwickelt, bietet sich das Anlegen von Farbverläufen als nächste Übung an. Von einem Farbverlauf wird gesprochen, wenn eine Farbe sanft fließend in eine andere Farbe übergeht. Das Gegenstück zu einem Farbverlauf sind zwei klar und sauber voneinander abgegrenzte Farbflächen. Ein Farbverlauf wird so angelegt:

·         Zuerst werden zwei Farben nebeneinander aufgetragen.

·         Anschließend werden die beiden Farben an der Kante, an der sie aufeinandertreffen, verwischt. Dazu wird der Pinsel senkrecht gehalten und mit Druck zickzackförmig über die Trennlinie gezogen.

·         Nun wird der Farbübergang noch geglättet. Dafür wird der Pinsel ganz flach gehalten und sanft, also mit möglichst wenig Druck über die Fläche geführt.

·         Sollte der Übergang zwischen den Farben noch zu hart sein oder möchte der Hobby-Künstler den Farbverlauf noch fließender gestalten, wiederholt er das Verwischen und Glätten, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist.

Nach diesen Übungen kann sich der Hobby-Künstler seinem ersten Ölbild widmen. Hierfür bieten sich vor allem die Grundtechnik und ein nicht allzu komplexes Motiv an.

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