Anleitung – Primamalerei in Öl

Übersicht: Grundausstattung und

Anleitung für die Primamalerei in Öl 

Eigentlich haben alle großen Künstler auch in Öl gemalt, unabhängig davon, ob sie nun Rembrandt, van Gogh, Monet oder Picasso hießen. Insofern ist es wenig verwunderlich, dass auch Hobby-Künstler früher oder später erste Malversuche in Öl wagen möchten.  

Nun eilt der Ölmalerei jedoch der Ruf voraus, nicht nur eine klassische, sondern die Königsdisziplin der Kunst zu sein und damit entsprechend viel Können und Wissen vorauszusetzen.

Zugegebenermaßen ist das Malen mit Ölfarben nicht ganz so einfach wie das Malen mit beispielsweise Acrylfarben, aber mit den geeigneten Materialien und der richtigen Technik können auch Anfänger sehr schöne Ergebnisse erzielen. Es gibt also letztlich keinen Grund, sich nicht auch an der Ölmalerei zu versuchen. Dabei ist die Primamalerei die Maltechnik, die sich für die ersten Versuche am besten geeignet.  

 

Was sich dahinter verbirgt und was dafür benötigt wird,
wird im Folgenden erklärt:
 

 

Die Primamalerei in Öl 

Die Primamalerei wird auch Alla-Prima-Malerei genannt. Die Bezeichnung für diese Maltechnik leitet sich aus dem Italienischen ab und bedeutet übersetzt etwa soviel wie auf den ersten Blick. Das Besondere an der Primamalerei ist, dass das Bild in einem Arbeitsgang fertig gestellt wird. Die Ölfarben werden von der Palette aus oder auch direkt aus der Tube auf die Leinwand aufgetragen und dadurch entstehen unterschiedliche Farbmischungen auf dem Bild.  

Gearbeitet wird also im Prinzip genauso wie bei der Nass-in-nass-Malerei mit Acrylfarben. Die Herausforderung bei dieser Malweise mit Ölfarben besteht nun aber darin, dass Ölfarben nur sehr langsam trocknen. Dadurch ist es nicht möglich, einmal aufgetragene Farbflächen oder gesetzte Pinselstriche mal eben so wieder zu entfernen.  

Wird eine neue Farbe auftragen, mischt sie sich mit der bereits vorhandenen Farbe und ein neuer Farbton entsteht. Korrekturen sind erst dann wieder möglich, wenn die Ölfarben vollständig durchgetrocknet sind und dies dauert, je nach Dicke der Farbschicht, zwischen mehreren Tagen bis hin zu einigen Wochen.  Was das Motiv für die Primamalerei angeht, sind der Phantasie eigentlich keine Grenzen gesetzt.  

Anders ausgedrückt bedeutet das, dass eigentlich jedes Motiv auch alla prima gemalt werden kann. Anfängern fällt es aber in vielen Fällen leichter, gegenständliche Bilder zu malen und hier ganz besonders Landschaften. Dabei geht es bei den ersten Malversuchen aber weniger darum, möglichst reizvolle Landschaftsbilder so originalgetreu wie möglich zu malen, sondern im Vordergrund steht das Experimentieren mit den Ölfarben.  

Aus diesem Grund ist es auch sinnvoll, wirklich die gesamte Bildfläche gleichermaßen zu nutzen und sich nicht lange mit kleinen Details in einer Bildecke zu beschäftigen. Hilfreich ist außerdem, immer mal wieder zurückzutreten und das Ölgemälde aus etwas größerer Distanz zu betrachten.   

 

Die Grundausstattung für die Primamalerei  

Die Grundausstattung, die benötigt wird, um ein Ölbild in Primamalerei zu malen,
fällt recht überschaubar aus:

 

·         2 Tuben Gelb, ein warmes Gelb und ein helleres, kühleres Gelb wie beispielsweise Zitronengelb
·         2 Tuben Rot, ein helles und ein dunkles Rot
·         2 Tuben Blau, beispielsweise einmal Kobaltblau und einmal Preußisch Blau
·         1 Tube Dunkelbraun
·         1 große Tube Weiß
·         Malmittel
·         Terpentin
·         1 flachen Borstenpinsel
·         1 Leinwand als Malgrund, alternativ eignet sich auch Malkarton
·         1 Palette oder ein ausgemusterter Porzellanteller als Ersatz  

 

Ölfarben setzen sich im Wesentlichen aus Farbpigmenten und einem Öl als Bindemittel zusammen. Wichtig beim Farbeneinkauf ist aber, auf eine gute Qualität zu achten. Hier lohnt es sich wirklich, etwas mehr Geld zu investieren, denn oft können günstige Farben weder im Hinblick auf die Leuchtkraft noch im Hinblick auf die Ergiebigkeit mit hochwertigen Farben mithalten. Die qualitativ besten Farben sind Künstlerfarben, aber auch Studiofarben gibt es in guter Qualität.  

Es reicht allerdings aus, nur die Farbtöne Gelb, Rot und Blau zu kaufen, denn aus diesen Farben lassen sich letztlich alle anderen Farben mischen. Liegen die Basisfarben in zwei Farbnuancen vor, können noch mehr Farbmischungen entstehen. 

 

Wichtig ist zudem die Farbe Weiß, denn sie wird zum Aufhellen von Farben und für Lichtakzente benötigt. Ein Braunton ist ebenfalls sinnvoll, denn ein warmes und strahlendes Braun selbst zu mischen, ist nicht ganz so einfach. Schwarz hingegen wird nicht unbedingt benötigt, denn Schwarz lässt sich aus Dunkelrot, Dunkelblau und Braun anmischen. Zudem ist reines Schwarz aus der Tube meist sehr viel dunkler als das Schwarz, das in der Natur vorkommt.  

Eine der wesentlichen Kennzeichnen von Ölfarbe ist die lange Trocknungszeit. Diese kann verkürzt werden, wenn die Ölfarben mit einem Malmittel vermischt werden. Das Malmittel hat außerdem den Vorteil, dass es die Ölfarben geschmeidiger macht und der Auftrag dadurch etwas einfacher ist.

Terpentin wird einerseits verwendet, um den Pinsel nach dem Malen zu reinigen und andererseits, um zu dickflüssige Ölfarben zu verdünnen. Der große Nachteil von Terpentin ist aber, ähnlich wie bei Malmittel und den Ölfarben selbst, der recht strenge Geruch. Als Alternative zum Terpentin gibt es Citrusterpetin. Dieses erfüllt den gleichen Zweck und riecht dabei wesentlich angenehmer. 

Weiterführende Anleitungen und Tipps zur Ölmalerei und Ölfarben: 

Thema: Übersicht – Grundausstattung und Anleitung für die Primamalerei in Öl

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