Die wichtigsten Infos zur Wirkung von Farben

Die wichtigsten Infos zur Wirkung von Farben 

In der Ölmalerei spielen, genauso wie bei allen anderen Maltechniken natürlich auch, die Farben eine zentrale Rolle. Durch die Farben erwacht das Bild zum Leben und die Farbzusammenstellung bestimmt darüber, wie das Bild auf seine Betrachter wirkt.  

Die Wirkung von Farben ist dabei aber weniger ein Ausdruck des künstlerischen oder kreativen Empfindens, sondern zunächst einmal ein physikalischer Effekt, für den die Rezeptoren in den Augen zuständig sind. 

Diese Fotorezeptoren sind auf blaue, rote und grüne Lichtwellen spezialisiert. Werden die Rezeptoren unterschiedlich stark angeregt, wird Farbe wahrgenommen. Werden die Rezeptoren hingegen alle gleichmäßig gereizt, entsteht Weiß. Die Rezeptoren leiten den Effekt dann an das Gehirn weiter, das die Meldung interpretiert. Im Gehirn wiederum werden die Farbinformationen aber nicht nur ausgewertet und erlebt, sondern hier wirken sie sich auch unterschiedlich aus. 

 

Die wichtigsten Infos zur Wirkung von Farben
fasst die folgende Übersicht zusammen:
 
 

 

Die Wirkung von Farben im Allgemeinen 

Betrachten Menschen ein Bild, wirken die einzelnen Farben sehr unterschiedlich und können dementsprechend verschiedenste Reaktionen auslösen. Während einige die Farbzusammenstellung als sehr angenehm und ansprechend empfinden, können sie andere als eher unangenehm wahrnehmen. Während die Farbzusammenstellung einigen überaus harmonisch erscheint, können die Farben im Empfinden anderer so gar nicht zusammenpassen.  

 

Wie Farben wahrgenommen und empfunden werden, ist also bei jedem Menschen individuell. Aber dennoch gibt es einige grundlegende Gemeinsamkeiten. So werden Farben, die mit dem Tag in Verbindung gebracht werden, als warm und anregend empfunden. Zu diesen Farben gehören beispielsweise Rot-, Gelb- und Orangetöne. Blautöne hingegen werden der Nacht zugeordnet und kühl sowie beruhigend bewertet. Grüntöne werden mit Wiesen und Wäldern assoziiert und haben eine erholende und entspannende Wirkung. 

Ähnliches gilt für Brauntöne, die an Holz erinnern und für ein Gefühl von Behaglichkeit und Gemütlichkeit sorgen. Im Laufe der Zeit haben sich durch Überlieferungen und auch eigene Erfahrungen bestimmte Zuordnungen etabliert.  

 

Die wichtigsten davon sind folgende:

 

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Blau steht für das Element Wasser und ist die Farbe der Nacht. Daher gilt Blau als eine Farbe, die kühl wirkt, Ruhe ausstrahlt und die Konzentration fördert.

 

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Rot symbolisiert Leidenschaft und Zorn. Rote Farbe wird als wärmend und aktivierend empfunden.

 

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Violett setzt sich aus Rot und Blau zusammen. Dieser Übergang wird als geheimnisvoll empfunden und symbolisiert Transformation, Meditation und Spiritualität. Violett wird eine stabilisierende Wirkung auf das Nervenkostüm nachgesagt.

 

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Gelb ist die Farbe des Blitzes und steht für Geisteskraft. Zudem ist Gelb die Farbe der Sonne, wirkt freundlich und soll das Gemüt aufhellen.

 

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Orange bildet den Übergang zwischen Gelb und Rot. Die Farbe steht für Lebensfreude, Kreativität, Inspiration und Kommunikation.

 

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Grün ist die Farbe der Natur. Als solche symbolisiert sie Wachstum, Harmonie und auch Heilung. Grün soll die Nerven beruhigen. 
  

 

Die bewusste und die unbewusste Wahrnehmung von Farben 

Farben werden sowohl bewusst als auch unbewusst wahrgenommen und wirken sich daher nicht nur auf die Psyche, sondern auch auf den Körper aus. Dies liegt daran, dass Farbinformationen in das gesamte Gehirn weitergeleitet werden und hier sowohl in die bewussten als auch in die unbewussten Gehirnbereiche gelangen. 

 

Die Netzhaut übermittelt die Farbinformationen zunächst an das Zwischenhirn, das die Informationen anschließend an die Großhirnrinde weiterleitet. Hier werden die Farben interpretiert und wirken sich bewusst wahrgenommen auf die Psyche aus. Gleichzeitig erreichen die Farbinformationen aber auch andere Bereiche des Gehirns. Damit wird einerseits die bewusste Wahrnehmung umgangen und andererseits das vegetative Nervensystem angesprochen.  

Für die Wirkung von Farben ist aber letztlich nicht ausschlaggebend, ob sie über die Augen wahrgenommen werden. Bei Farben handelt es sich nämlich um eine Energiestrahlung, die den menschlichen Körper unabhängig vom Sehen erreicht. Diese Erkenntnis macht sich beispielsweise die rationale Lichttherapie zunutze.   

 

Die Farben und die Hirnforschung 

Auch die Hirnforschung beschäftigt sich mit der Wirkung von Farben. Heute ist bekannt, dass die Hauptempfindlichkeit der optischen Rezeptoren von Menschen im Absorptionsbereich von Chlorophyll liegt. Das bedeutet, dass Menschen intuitiv nach der Farbe Grün suchen, weil sie mit dieser Farbe Leben verbinden.  

Gleichzeitig stabilisiert die Farbe das emotionale Gefüge. Ebenso wichtig für den Menschen ist die Farbe Blau. Farben unterscheiden sich ausschließlich durch ihre Wellenlänge voneinander und nachdem Blau eine Wellenlänge von 460 Nanometern hat, ist sie nicht nur eine kurzwellige Farbe, sondern gleichzeitig auch die energiereichste Farbe.  

Ausgehend von diesen Erkenntnissen gilt in der Psychologie und Psychiatrie Blau als ideal geeignete Farbe bei Depressionen und für diejenigen, die sich müde, kraft- und energielos fühlen. Im Unterschied dazu ist Rot mit einer Wellenlänge von 750 Nanometern eine langwellige und damit verhältnismäßig energiearme Farbe, die Wärme ausstrahlt und das Gemüt etwas beruhigen kann.   

 

Farben und ihre Aussagekraft über die Persönlichkeit 

Auch wenn Farben bestimmte Wirkungen zugeordnet werden, wirken Farben auf jeden Menschen etwas anders. Dies liegt zum einen an der Persönlichkeit, dem eigenen Geschmack und dem individuellen Empfinden. Zum anderen spielen aber auch Erfahrungen und der Kulturkreis eine Rolle. Deutlich wird dies, wenn es darum geht, Farben zu benennen. 

So kommt es vor, dass jemand eine Farbe als Rot bezeichnet, werden sie ein anderer als Orange werten würde. Genauso kann es sein, dass jemand einen blauen Farbton wahrnimmt, während die gleiche Farbe für einen anderen grün ist. Die Medizin kennt mit dem Farbpyramidentest von Robert Heiss ein Verfahren, um die Farben zu ermitteln, die für einen selbst optimal erscheinen.  

Bei diesem Verfahren wird mit Pyramiden gearbeitet, die mit nach dem eigenen Geschmack ausgewählten und zusammengestellten Farbplättchen ausgefüllt werden. Je nach Farbzusammenstellung können nach Ansicht der Therapeuten Rückschlüsse auf die Persönlichkeit gezogen werden.  

So deutet es beispielsweisweise auf Leistungsbereitschaft und Vitalität hin, wenn die Farbe Gelb vorherrscht, während Rot auf einen extrovertierten Menschen schließen lässt. 

 

Weiterführende Tipps und Anleitungen für die Ölmalerei:  

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