Anleitung zum Grundieren von Leinwänden

Infos und Anleitung zum Grundieren von Leinwänden 

Leinwände gehören zu den mit Abstand beliebtesten Malgründen für die Ölmalerei. Viele greifen dabei auf Leinwände aus dem Handel zurück, die bereits auf Keilrahmen aufgezogen und grundiert sind.  

Damit liegt ein malfertiger Maluntergrund in guter Qualität vor und eine weitere Vorbehandlung ist nicht mehr notwendig. Genauso ist jedoch auch möglich, Leinwand als Stoff zu kaufen und diese selbst auf einen Keilrahmen zu spannen und zu grundieren.

 

Hier die wichtigsten Infos dazu sowie eine
Anleitung zum Grundieren von Leinwänden:
 

       

In der Ölmalerei spielt die Grundierung eine wichtige Rolle, wobei dies mehrere Gründe hat. Zum einen verhindert die Grundierung, dass die aufgetragenen Ölfarben zu stark oder ungleichmäßig vom Untergrund aufgezogen werden. 

Zum anderen verstärkt die Grundierung die Leuchtkraft der Ölfarben, wobei bereits die Färbung der Grundierung als Mittel eingesetzt werden kann, das entscheidenden Einfluss auf die Wirkung des fertigen Gemäldes nimmt.  

Außerdem konserviert die Grundierung die Ölfarben und wirkt der Brüchigkeit der einzelnen Farbschichten entgegen.  

       

Nach dem Aufspannen des Stoffes und vor der eigentlichen Grundierung wird zunächst eine sogenannte Vorleimung aufgetragen.  

Hierzu wird etwa 70 Gramm Tischlerleim pro Liter Wasser verwendet und die Leimlösung mit etwa 30 Prozent zusätzlichem Wasser im Wasserband auf 70 Grad erhitzt. Diese Lösung wird anschließend großflächig auf die Leinwand aufgetragen.  

Früher wurde für die Vorleimung ausschließlich der etwas schwerer zu verarbeitende Knochenleim benutzt. Knochenleim wird ebenfalls im Wasserbad erwärmt.  

Für die erste Vorleimung werden dabei etwa 40 Gramm Knochenleim pro Liter Wasser, bei einer weiteren Vorleimung höchstens 80 Gramm Knochenleim auf einen Liter Wasser verwendet. Neben dem teils unangenehmen Geruch von Knochenleim besteht die Schwierigkeit darin, das richtige Mischungsverhältnis zu finden, denn wenn zuviel Leim hinzugefügt wird, kann dies zu Brüchen in der Leinwand führen. 

       

Ist die Vorleimung getrocknet, wird diese Schicht vorsichtig mit einer Drahtbürste angeraut. Anschließend wird die eigentliche Grundierung aufgetragen.  

Der Handel bietet hierfür spezielle Kreidegründe an, die am besten mit Farbrollen aufgetragen werden, um eine gleichmäßige Grundierung sicherzustellen. Um die Grundierung ebenfalls selbst herzustellen, wird erneut zunächst eine verdünnte Leimlösung benötigt.  

Diese entspricht der Leimlösung für die Vorleimung, allerdings werden anstelle des zusätzlichen Wassers Farbpigmente hinzugefügt. Dies können zum einen Weißpigmente sein, wobei hier meist Titanweiß oder Zinkweiß verwendet werden, zum anderen können Füllstoffe wie fein geriebener Marmor oder Kreide verwendet werden.  

Kreide ist deutlich günstiger als Titanweiß, beeinflusst jedoch das Saugverhalten des Malgrundes. Je mehr Kreide verwendet wird, desto saugfähiger wird die Leinwand.  

Eine zu stark saugende Leinwand kann jedoch bewirken, dass die Ölfarben matt aussehen und die Farbschichten auch nach dem völligen Trocknen nicht wischfest sind. Wird Kreide verwendet, ist es daher ratsam, die Kreide etwa einen Tag lang in Wasser einzuweichen. 

Weiterführende Techniken und Tipps zur Ölmalerei: 

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