Ein paar große Namen der Ölmalerei, 2. Teil

Ein paar große Namen der Ölmalerei, 2. Teil 

Ölfarben stellen hohe Anforderungen an den Malgrund, sind anspruchsvoll in der Verarbeitung, haben eine sehr lange Trocknungszeit und verbreiten einen intensiven Geruch. Andererseits sind ihre Farbbrillanz und ihre Leuchtkraft unübertroffen.

Wenn von Gemälden die Rede ist, denken viele automatisch an Bilder, die in Öl gemalt sind. Die Ölmalerei hat die Kunstgeschichte maßgeblich beeinflusst und bis heute gilt die Ölmalerei als die Königsdisziplin der bildenden Kunst. In einem zweiteiligen Beitrag nehmen wir die Geschichte der Ölmalerei einmal näher unter die Lupe.

Dabei sind im ersten Teil mit Jan van Eyck, Antonello da Messina oder Leonardo da Vinci bereits einige große Namen der Ölmalerei gefallen.

 

Hier folgt nun der zweite Teil des Beitrags:

 

Die Ölmalerei prägte das künstlerische Schaffen zunehmend.

Im Laufe der Renaissance verbreitete sich die Ölmalerei immer weiter und entwickelte sich zunehmend zur vorherrschenden Maltechnik. Die Künstler seinerzeit experimentierten mit Rezepturen und neuartigen Varianten des Farbauftrags. Die Ölbilder kennzeichneten sich durch ihre edel glänzenden Oberflächen, während die Ölfarben allmählich haltbarer wurden.

Die Künstler konnten die Farben sogar eine gewisse Zeit lang lagern und so an ihren Werken weiterarbeiten, ohne ständig frische Farben anmischen zu müssen.

Einer der großen Namen dieser Zeit ist der venezianische Maler Tizian (etwa 1490 bis 1576). Vor allem sein Spätwerk ist durch sphärische Bilder mit modern wirkenden Malstrukturen geprägt. Tizian zählt zu den Hauptvertretern der Spätrenaissance und seine Arbeiten kennzeichnen sich durch malerische Mittel, die eine fast schon barocke Verzückung und Verspieltheit zum Ausdruck bringen.

Nördlich der Alpen wiederum findet sich in Jan Vermeer (1632 bis 1675) ein wahrer Meister in Sachen Lichtwirkung. Aus der Nähe betrachtet, lassen seine Ölbilder erkennen, wie der Künstler die Farben aufgetragen hat, während die Farben mit etwas größerem Abstand zu Licht durchfluteten Szenen verschmelzen. Die Liste mit großen Meistern, die die Ölfarben gekonnt einzusetzen wussten, ließe sich lange fortsetzen.

El Greco, Rembrandt, Rubens oder Velazques sind nur ein paar Beispiele für herausragende Künstler. Eine Gemeinsamkeit verbindet sie aber alle. So hatten sie allesamt große Werkstätten oder Ateliers, in denen sie ihre Farbpigmente und Bindemittel lagerten und in denen sie ihre Ölfarben herstellten.

 

John G. Rand setzte einen Meilenstein in der Geschichte der Ölmalerei.

Erst Mitte des 19. Jahrhunderts sollte die Ölmalerei eine bedeutende Neuerung erleben. Verantwortlich hierfür ist der US-amerikanische Maler John G. Rand (1801 bis 1873). Er machte sich jedoch nicht wegen seiner Gemälde einen Namen. Stattdessen ging er in die Kunstgeschichte ein, weil er ein metallenes Gefäß, das mit Farbe befüllt, zusammengedrückt und nach Gebrauch wieder luftdicht verschlossen werden konnte, erfand.

Durch Rands Erfindung war also eine Tube für Ölfarben geboren. Sie machte es möglich, Ölfarben so aufzubewahren, dass sie vor dem Austrocknen geschützt waren. Im September 1841 meldete Rand das Patent für seine bahnbrechende Erfindung an.

Noch im selben Jahr griff ein Londoner Unternehmen namens Winsor & Newton das Patent auf, ergänzte die Tube um einen Verschluss in Form eines Drehkopfes und nahm die revolutionierte Verpackung ins Sortiment.

Der Erfolg war enorm. Bei den Künstlern stieß die Tube auf große Begeisterung, denn nun war es endlich möglich, die Ölfarben auch für lange Zeit zu lagern. Außerdem konnten die Ölfarben jetzt problemlos transportiert werden. Damit war der Weg für die Ölmalerei im Freien geebnet.

 

Die Geschichte der Ölmalerei geht weiter.

Einer der ersten Künstler, der die neuen Möglichkeiten, die sich durch Ölfarben in Tuben ergaben, ausschöpfte, war der französische Künstler Eduard Manet (1832 bis 1883). Er gilt als einer der Wegbereiter des Impressionismus. Seinem Vorbild folgten viele weitere Künstler.

Da wäre beispielsweise der Franzose Claude Monet (1840 bis 1921). Er baute sich am Hafen auf, mischte sich dort die benötigten Farbtöne zusammen und trug die pastosen Ölfarben direkt auf die Leinwand auf. Er verzichtete auf eine Untermalung oder einen aufwändigen Bildaufbau in mehreren Schichten. Stattdessen malte er schnell und intuitiv. Die abfällige Bemerkung eines Kritikers zu einem seiner Bilder sollte schließlich dazu führen, dass dieser neue Malstil seinen Namen bekam. Die Rede ist vom Impressionismus.

Generell wurde der Umgang mit Ölfarben zunehmend leichter. In der Folge mussten die Künstler ihre Aufmerksamkeit nicht mehr so sehr auf das Material richten, sondern konnten sich neuen Techniken widmen und mit verschiedenen Konzepten experimentieren. Ähnlich wie Monet malte auch Paul Cezanne (1839 bis 1906) sehr gerne im Freien.

Er verarbeitete die Ölfarben in kurzen, breiten Pinselstrichen. Das Ergebnis waren eindrucksvolle, intensiv leuchtende Farbflächen mit fast schon abstrakten Zügen. Nicht weniger eindruckvoll sind die Arbeiten von Vincent van Gogh (1853 bis 1890). Sein Malstil lässt sich vermutlich mit Adjektiven wie leidenschaftlich und wild am besten beschreiben und seine Bilder läuteten die moderne Kunst der Gegenwart ein.

Unzählige weitere Künstler haben in der Geschichte der Ölmalerei ihre Spuren hinterlassen. Pablo Picasso, Henri Matisse, August Macke, Wassily Kandinsky, Salvador Dali, Georg Baselitz oder Gerhard Richter sind nur ein kleiner Auszug aus der Liste der großen Namen. Und ganz sicher ist die Geschichte der Ölmalerei noch lange nicht zu Ende geschrieben.

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