Anleitungen – Stilvolle Rahmen für Ölbilder selbermachen

2 Anleitungen: Stilvolle Rahmen für Ölbilder Selbermachen

 

Um ein Ölbild angemessen ist Szene zu setzen, wird es meist in einem schönen Rahmen präsentiert. Dabei soll der Rahmen das Bild in seiner Wirkung unterstützen. Er soll dem Ölgemälde also buchstäblich den richtigen Rahmen geben. Der Bilderrahmen und das Bild sollen zu einer harmonischen Einheit verschmelzen, wobei sich der Rahmen dezent zurückhält und keinesfalls mit dem Bild konkurriert.

Nun ist es aber mitunter gar nicht so einfach, einen Rahmen zu finden, der diesen Anforderungen gerecht wird. Vor allem wenn der Künstler klare Vorstellungen davon hat, wie der Rahmen aussehen soll, oder wenn das Ölbild ein ungewöhnliches Format hat, kann sich die Suche sehr schwierig gestalten. Dabei spricht nichts dagegen, den Rahmen für sein Ölbild einfach selbst anzufertigen.

 

Zwei Ideen für stilvolle und zugleich stilechte Rahmen
für Ölbilder stellen die folgenden Anleitungen vor:

 

Ein paar einleitende Worte vorab

Die Grundlage für den selbst gestalteten Rahmen kann ein einfacher Rahmen aus rohem, unbehandeltem Holz sein. Genauso ist möglich, einen alten, nicht mehr ansehnlichen Rahmen aufzuarbeiten. Auf Flohmärkten oder bei Internetauktionen lassen sich oft für kleines Geld Rahmen finden, die aufwändig gearbeitet sind oder ungewöhnliche Formen haben, aber eben auch Gebrauchsspuren, Abnutzungserscheinungen oder kleine Beschädigungen aufweisen.

Solche Rahmen können entweder im Ganzen aufgearbeitet oder auseinandergenommen und mit gekürzten Leisten zu einem Rahmen in anderem Format wieder zusammengesetzt werden. Daneben kann sich der Künstler seinen Rahmen aus einfachen Leisten oder aus Profil- und Zierleisten komplett selbst bauen.

Ölgemälde im Stil der alten Meister werden gerne in einem vergoldeten Rahmen präsentiert. Eine andere Technik, die auf klassischen Bilderrahmen häufig zu sehen ist, ist Schildplatt. Das Schildpattmuster lässt sich mit Ölfarben, die in unterschiedlich langen und breiten, diagonal verlaufenden Pinselstrichen aufgetragen werden, gut imitieren.

 

Stilvolle Rahmen für Ölbilder selber machen- die Materialien

  • ·         Gesso und Schleifpapier
  • ·         Acrylfarbe in Englischrot
  • ·         Pinsel
  • ·         Für das Vergolden:
  • ·         Blattgold
  • ·         Vergolderleim
  • ·         Schellack
  • ·         Asphaltfarbe
  • ·         Für die Schildpattimitation:
  • ·         Acrylfarbe in Gold
  • ·         Ölfarbe in Braun, Rotbraun und Siena
  • ·         Terpentin
  • ·         Glanzlack

 

Stilvolle Rahmen für Ölbilder selber machen  – die Anleitungen

Für beide Techniken ist eine glatte und absolut ebene Oberfläche erforderlich. Deshalb wird der Rahmen zuerst gesäubert, entstaubt und von losen Teilchen oder abstehenden Fasern befreit. Dann wird der Rahmen gründlich geschliffen. Nach dem Schleifen wird eine dünne Schicht Gesso auf die gesamte Oberfläche aufgetragen. Ist der Gesso-Anstrich trocken, wird der Rahmen ein zweites Mal abgeschliffen.

Danach wird noch einmal eine dünne Schicht Gesso aufgebracht. Ist auch dieser Anstrich trocken, folgt ein weiterer Schleifgang. Nun sollte eine glatte und ebene Oberfläche vorhanden sein. Falls nicht, wird der Rahmen ein weiteres Mal mit Gesso gestrichen und geschliffen. Der glatte und ebene Rahmen wird dann mit Acrylfarbe in Englischrot grundiert.

Damit sind die Vorarbeiten abgeschlossen und nun geht es mit der eigentlichen Gestaltung weiter.

 

1. Anleitung: ein vergoldeter Rahmen für ein Ölbild

Um den Rahmen zu vergolden, wird mit dem Pinsel Vergolderleim aufgetragen. Der Vergolderleim bildet den Klebstoff für das Blattgold. Um zu verhindern, dass der Vergolderleim trocknet, bevor die jeweilige Stelle erreicht ist, wird in Abschnitten gearbeitet.

Auf den Vergolderleim wird das Blattgold aufgelegt und mit einem weichen Pinsel behutsam so fest gestrichen, dass es überall richtig haftet. So geht es dann Stück für Stück weiter, bis der ganze Rahmen vergoldet ist. Anschließend wird mit einem Borstenpinsel über die Vergoldung gestrichen, um überschüssige Blattgoldreste abzunehmen.

Um die Vergoldung zu schützen, wird nun eine Schicht Schellack auf den Rahmen aufgebracht. Wenn die Lackschicht trocken ist, wird mit dem Pinsel etwas Asphaltfarbe auf den Rahmen aufgetragen. Durch die Asphaltfarbe erhält der Rahmen ein antikes Aussehen.

  

2. Anleitung: ein Rahmen mit Schildpattimitation

Für eine Schildpattimitation wird der Rahmen an den Kanten mit goldener Acrylfarbe gestrichen. Wer möchte, kann aber auch den gesamten Rahmen in Gold grundieren. Für das Schildpattmuster werden nun zuerst kleine Flecken in brauner Ölfarbe aufgemalt.

Direkt neben die brauen Flecken werden anschließend Flecken in Siena und danach mit der rotbraunen Farbe gesetzt. Nun wird mit einem Verwaschpinsel über die Fläche gefahren. Dadurch verbinden sich die Farbflecken miteinander zu einem Muster. Dann wird ein kleiner Borstenpinsel in die braune Ölfarbe und in Terpentin getaucht. Mit dem Finger wird nun so über den Pinsel gestrichen, dass kleine Sprenkel auf den Rahmen gespritzt werden. Der Rahmen muss dann mehrere Tage lang trocknen.

Wenn die Ölfarben komplett durchgetrocknet sind, wird der Rahmen mit Glanzlack lackiert. Dabei werden insgesamt drei Schichten Glanzlack aufgetragen, jeweils mit den entsprechenden Trocknungszeiten dazwischen.

Das Schildpattmuster kann natürlich auch in anderen Farben gestaltet werden. Eine hellere Optik entsteht, wenn mit Siena, Zimt und Weiß gearbeitet wird. Ein edler Toch entsteht, wenn eine der drei Farben durch goldene Ölfarbe ersetzt wird. Für moderne Interpretationen des Schildpattmusters können drei beliebige Farben miteinander kombiniert werden. Wer möchte, kann den Rahmen zudem noch weiter ausgestalten, beispielsweise indem er eine oder mehrere dünne Linien in Gold oder einer anderen Farbe auf das Schildpattmuster setzt.

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