Anleitung: Wolken malen

Anleitung: Wolken malen 

Mit Ölfarben können Motive aller Art umgesetzt werden. Von abstrakten Malereien über Stillleben bis hin zu Portraits ist alles möglich. Ein beliebtes Motiv für Ölgemälde sind aber auch Landschaften. Zu einer Landschaft, egal ob es sich um einen Strandabschnitt, einen Wald, eine Berglandschaft oder ein Stadtbild handelt, gehört wiederum ein Himmel.

Und ein Himmel besteht nicht nur aus einer einheitlich eingefärbten Fläche, sondern zeigt verschiedene Farbabstufungen und meist auch Wolken.

 

Aber wie werden Wolken eigentlich gemalt?

 

Eine Anleitung für das Malen von Wolken

Natürlich gibt es unzählige Möglichkeiten, wie der Künstler oder Hobby-Maler seinen Himmel samt Wolken gestalten kann. Je nach Malstil und Bildidee kann er den Himmel beispielsweise realistisch, impressionistisch, expressiv oder abstrakt darstellen. Die Vorgehensweise beim Malen von Wolken bleibt vom Grundprinzip her aber fast immer gleich. So gibt es zunächst einmal zwei grundlegende Ansätze.

Die erste Version ist, dass der Künstler die Wolken gestaltet, indem er sie ausspart. Er malt also den Himmel um die Flächen, die die Wolken bilden, herum. Der zweite und häufigere Weg ist, dass der Künstler erst den Himmel anlegt und darauf dann die Wolken setzt. Diese Malweise beschreibt die folgende Basisanleitung.

 

1. Schritt: den Himmel anlegen

Zunächst wird der Bildausschnitt bestimmt, der für den Himmel vorgesehen ist. Innerhalb dieses Bildausschnitts wird der Himmel gemalt. Dabei wird der Himmel aber nicht als einheitlich eingefärbte Farbfläche dargestellt, sondern als Farbverlauf angelegt. Dafür wird als erstes eine Farbbahn in einem dunklen Blau aufgetragen. Diese Farbbahn beginnt in der linken oberen Ecke des Bildausschnitts und verläuft leicht diagonal nach rechts unten.

Dann wird der blauen Ölfarbe ein wenig weiße Farbe beigemischt. Mit diesem etwas helleren Blauton wird die zweite diagonale Farbbahn gemalt. Danach wird dem Blau wieder etwas Weiß hinzugefügt und die nächste Farbbahn aufgetragen. So wird Farbbahn für Farbbahn nebeneinandergesetzt, bis die gesamte Himmelsfläche ausgefüllt ist.

Damit ein gleichmäßiger Farbverlauf mit sanften Übergängen entsteht, werden die noch feuchten Ölfarben nun mit einem trockenen und sauberen Pinsel weich vermalt. Ist der Himmel fertig, sollten die blauen Ölfarben zwischentrocknen.

 

2. Schritt: die Wolken aufmalen

Wenn der blaue Farbverlauf des Himmels etwas angetrocknet ist, werden die Wolken aufgemalt. Hierfür wird mit dem Pinsel etwas graue Ölfarbe aufgenommen und in kleinen Tupfen an die gewünschten Stellen gesetzt. Ratsam dabei ist, die Ölfarbe sparsam zu dosieren und tatsächlich nur kleine Tupfer und dünne Farbschichten aufzubringen. Je größer und dicker die Farbflächen sind, desto schwieriger wird es nämlich, leichte und luftige Wolken zu gestalten. Die grauen Farbtupfer werden dann mit einem trockenen, sauberen Pinsel vermalt und verwischt.

Dadurch erhalten die grauen Farbtupfer die typische Wolkenoptik. Dabei sollte der Künstler die graue Ölfarbe vor allem an den Rändern so vertreiben, dass sie nur noch halbdeckend ist. Dies führt nämlich dazu, dass die Wolken so wirken, als würde sie der Wind gerade über den Himmel wehen.

Sollte der blaue Hintergrund noch recht klebrig sein und es durch seine zähe Konsistenz schwierig machen, die graue Ölfarbe weich und fließend zu vermalen, ist die Farbe zu nass. Der Künstler sollte dann lieber etwas abwarten, bis der blaue Farbverlauf stärker angetrocknet ist.

 

3. Schritt: die Wolken durch Höhen und Verwischen ausgestalten

Genauso wie ein Himmel meist nicht nur einheitlich blau ist, haben auch Wolken normalerweise verschiedene Farbschattierungen. Diese Farbabstufen werden nun gestaltet, indem mit weißer Ölfarbe Höhen aufgetragen werden. Dafür wird mit dem Pinsel etwas weiße Ölfarbe aufgenommen und als kleine Farbtupfer auf die noch feuchte graue Ölfarbe gesetzt.

Mit dem Pinsel werden die weißen Farbtupfen und die graue Ölfarbe dann ineinandergezogen, so dass die Farben vor allem in den Randbereichen weich und fließend ineinander übergehen. Sollten die Farben zu sehr miteinander verschmelzen, kann der Künstler einfach noch einmal graue Farbtupfen aufbringen oder weitere Höhen setzen.

Im Prinzip ist der Himmel samt Wolken damit fertig. Um die Wolken besonders weich und duftig aussehen zu lassen, können sie nun aber noch verwischt werden. Dadurch werden die Konturen der Wolken unscharf. Gleichzeitig sorgt das Verwischen dafür, dass kleinere maltechnische Fehler oder Unstimmigkeiten so kaschiert werden, dass sie nicht mehr zu sehen sind. Als Werkzeug fürs Verwischen ist ein sehr breiter Firnispinsel mit dünnerem Borstenbesatz am besten geeignet.

Der saubere und trockene Pinsel wird dann mit wenig Druck gleichmäßig von links nach rechts über den Himmel gezogen. Dies wird dann auf der gesamten Himmelsfläche wiederholt, wobei die einzelnen Bahnen jeweils direkt nebeneinander angesetzt werden. Bevor die nächste Bahn gezogen wird, sollte der Pinsel aber in einem Tuch abgestreift werden, um aufgenommene Farbe zu entfernen. Ist der Verwischeffekt nach dem ersten Durchgang noch nicht stark genug oder möchte der Künstler den Himmel noch unschärfer anlegen, kann er den Pinsel in weiteren Bahnen über den Malgrund ziehen.

Übrigens: Natürlich muss ein Himmel nicht immer blau sein und grau-weiße Wolken tragen. Der Künstler kann genauso gut auch mit anderen Farben arbeiten. So kann er den Himmel samt Wolken beispielsweise in Gelb-, Rot- und Violetttönen anlegen oder dunkel und düster in Dunkelgrau und Schwarz gestalten.

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