4 kreative Techniken mit Ölfarben

4 kreative Techniken mit Ölfarben 

Auch mit Ölfarben lassen sich kreative, experimentelle Maltechniken umsetzen.

Hier sind 4 solcher Maltechniken!

 

Anders als beispielsweise Acrylfarben eignen sich Ölfarben nur bedingt für das experimentelle Malen. Dies liegt unter anderem daran, dass Ölfarben eine solide Grundierung erfordern und lange Trocknungszeiten haben. Außerdem muss die Malregel fett auf mager eingehalten werden, weil andernfalls Risse entstehen.

Trotzdem müssen Ölfarben nicht immer nur mit klassischen Malwerkzeugen wie dem Pinsel oder dem Malmesser aufgetragen werden. Vier kreative Techniken mit Ölfarben stellt dieser Beitrag vor. Dabei stammen die Maltechniken aus der traditionellen Wandmalerei und wurden früher gerne angewendet, um die Wände in alten Häusern zu verzieren. Auf Leinwand oder Malkarton funktionieren die Techniken aber genauso gut!

 

1. Technik: Malen mit Schablonen

Mithilfe von Schablonen können bildliche Motive gestaltet, Muster kreiert, Schriftzüge angelegt oder Ornamente in immer gleicher Form auf den Malgrund gebracht werden. Dabei gibt es Schablonen in den verschiedensten Varianten im Künstler- und Bastelbedarf, aber auch in der Farbenabteilung des Baumarkts zu kaufen. Möchte der Hobby-Künstler seine eigenen Ideen umsetzen, kann er sich seine Schablonen allerdings auch selbst anfertigen. Bei Schablonen für die Ölmalerei geht das so:

·         Zuerst wird ein Stück Malkarton satt mit Leinölfirnis getränkt. Dabei wird mit dem Pinsel soviel Leinölfirnis aufgetragen, bis der Malkarton nichts mehr aufnimmt. Das überschüssige Öl wird dann mit einem Tuch abgenommen. Anschließend muss der Malkarton trocknen.

·         Auf den getrockneten Malkarton wird nun das gewünschte Motiv mit einem harten Bleistift aufgezeichnet. Wichtig dabei ist, das Motiv in einzelne Flächen aufzuteilen und die Flächen mit Stegen zu verbinden. Ohne Stege würden Elemente, die innen in anderen Flächen liegen, beim Zuschnitt verschwinden.

·         Ist das Motiv fertig, werden alle die Flächen, die später auf dem Malgrund zu sehen sein sollen, mit einem Skalpell oder einem scharfen Teppichmesser herausgeschnitten.

·         Damit die Schablone nicht aufweicht, wird sie nun noch mit mehreren Schichten Ölfarbe eingepinselt. Die Ölfarbe versiegelt den Malkarton, so dass ihm Feuchtigkeit nicht viel anhaben kann. Ratsam ist aber, nur dünne Schichten Ölfarbe aufzutragen. Andernfalls braucht die Schablone zu lange, bis sie trocken ist.

Die Schablone wird nun an der gewünschten Stelle auf den Malgrund aufgelegt. Dann wird mit einem mittelgroßen Rundpinsel Ölfarbe aufgenommen. Damit werden die Innenflächen der Schablone ausgefüllt, indem der Pinsel vorsichtig aufgetupft wird. Mit dem Pinsel über die Flächen zu fahren, ist keine gute Idee.

Denn dabei könnte Farbe unter die Schablone gelangen und unsaubere Konturen oder gar Flecken wären die Folge. Sind alle Flächen ausgemalt, wird die Schablone vorsichtig abgehoben. Bevor sie ein weiteres Mal aufgelegt wird, sollte die Rückseite gründlich gereinigt werden.

 

2. Technik: die Spritztechnik

Durch die Spritztechnik lässt sich ein Zufallsmuster aus kleinen und größeren Punkten in einer oder in mehreren Farben gestalten. Als Werkzeuge kommen ein großer Rundpinsel und der Finger zum Einsatz.

Mit dem Rundpinsel wird zuerst Ölfarbe aufgenommen. Dabei sollte der Pinsel satt mit Farbe benetzt, aber nicht zu voll sein. Je mehr Farbe im Pinsel steckt, desto größer werden die Farbspritzer. Nun werden der Pinsel und der Zeigefinger vor den Malgrund gehalten. Anschließend wird mit dem Pinselstiel auf den Zeigefinger geklopft.

Bei jedem Schlag landen so Farbspritzer auf dem Malgrund. Wichtig bei der Spritztechnik ist aber, dass die Ölfarbe nicht zu flüssig eingestellt ist. Denn die Farbspritzer sollen als Punkte auf dem Malgrund stehen bleiben. Bei einer zu dünn eingestellten Farbe würden die Kleckse verlaufen. Möchte sich der Hobby-Künstler nicht mit dem Pinsel auf seinen Finger klopfen, kann er stattdessen natürlich auch einen anderen Pinselstiel, einen Stock, eine dünne Stange oder einen ähnlichen Gegenstand verwenden.

 

3. Technik: die Tupftechnik

Bei der Tupftechnik dient ein Schwamm als Werkzeug. Je nachdem, welches Ergebnis erzielt werden soll, kann dabei ein Naturschwamm oder ein Schwamm mit einer glatten Oberfläche verwendet werden. Die Tupftechnik eignet sich sehr gut, um Hintergründe anzulegen oder Farbflächen Struktur zu verleihen. Sie kann aber auch angewendet werden, um Bildelemente wie Himmel, Wiesen oder Wasserflächen zu gestalten.

Für die Tupftechnik wird der Schwamm vorsichtig in die Ölfarbe getaucht. Dabei sollte die Oberfläche des Schwamms gleichmäßig mit Ölfarbe benetzt sein, die Farbe den Schwamm aber nicht durchdringen. Dann wird der Schwamm behutsam auf den Malgrund aufgetupft.

Dadurch bleibt ein Muster zurück, das der Oberflächenstruktur des Schwamms entspricht. Wichtig ist aber, wirklich nur behutsam zu tupfen. Wird der Schwamm zu stark auf den Malgrund gedrückt, entsteht ein unschöner, großer Fleck. Ist die Farbe aufgebraucht, wird mit dem Schwamm einfach neue Farbe aufgenommen und anschließend weitergetupft.

 

4. Technik: die Wickeltechnik

Die Wickeltechnik eignet sich gut, um einen Hintergrund oder eine größere Fläche lebendiger erscheinen zu lassen. Je nach Material und Farben entstehen durch die Wickeltechnik interessante Muster mit unterschiedlichen Strukturen.

Für die Wickeltechnik wird ein Stück Stoff benötigt. Der Stoff kann aus einem gröberen Material wie Baumwolle, Leinen oder Filz bestehen oder ein feiner, glatter Stoff wie beispielsweise Fensterleder sein. Eine andere Möglichkeit ist, statt Stoff auf Folie zurückzugreifen. Der Stoff wird in die leicht verdünnte Ölfarbe getaucht, etwas ausgedrückt, zusammengeknüllt und zu einer lockeren Wurst zusammengerollt. Anschließend wird die Stoffwurst an der gewünschten Stelle angesetzt und mit wenig Druck auf der Fläche abgerollt.

Die Wickeltechnik funktioniert aber auch andersherum. Statt Farbe aufzutragen, können die Muster nämlich auch dadurch gestaltet werden, dass Farbe wieder abgetragen wird. Dazu wird ein sauberes, trockenes Stoffstück zusammengeknüllt und in verschiedenen Richtungen über eine feuchte Farbfläche gerollt.

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